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Der Kampf ums öffentliche Stillen

Debatte Der Kampf ums öffentliche Stillen

Darüber, ob in der Öffentlichkeit gestillt werden sollte, wird immer wieder diskutiert. Nun flammt die Diskussion erneut auf. Eine junge Berlinerin wurde eines Cafés verwiesen, als sie ihr Kind stillen wollte. Die Still-Befürworter haben inzwischen eine Onlinepetition aufgesetzt, so mancher spricht von Diskriminierung. Der Café-Betreiber rechtfertigt hingegen seine Entscheidung.

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Quelle: dpa-Zentralbild

Berlin. Blanke Brust mit Baby in der Öffentlichkeit unerwünscht? Eine Mutter aus dem Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg wehrt sich dagegen. Sie fordert mit einer Online-Petition ein Gesetz zum Schutz des öffentlichen Stillens. Anlass sei der Besuch mit ihrem Baby in einem Café gewesen, sagte Initiatorin Johanna Spanke am Mittwoch. Das Personal habe sie bei der Bestellung vorsorglich darauf hingewiesen, dass Kinder im Laden nicht gestillt werden dürften. Mit Blick auf die gesundheitlichen Vorteile müsse das Stillen gesellschaftlich mehr Akzeptanz finden, sagte Spanke. Die an das Familienministerium gerichtete Petition unterzeichneten bis Donnerstagfrüh mehr als 4000 Menschen.

Was denken Sie – ist Stillen in der Öffentlichkeit in Ordnung?

Ist Stillen in der Öffentlichkeit in Ordnung?

Der Café-Betreiber erklärte, es gebe dort kein Stillverbot. Es könne im hinteren Teil des Geschäfts gestillt werden. Offenes Stillen, zum Beispiel am Fenster, untersage man - auch wegen Kundenbeschwerden. Die „Bild“-Zeitung zitierte den Betreiber mit den Worten: „Ich mach auch die Tür zu, wenn ich auf Toilette gehe und lass nicht die ganze Welt dran teilhaben.“

Stillverbot ist „klar eine Diskriminierung“

In der Debatte um das Stillen in der Öffentlichkeit steht die Antidiskriminierungsstelle des Bundes indes den Müttern zur Seite. „Wenn Müttern verboten wird, ihr Baby an öffentlichen Orten zu stillen, dann ist das ganz klar eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts“, erklärte die Leiterin, Christine Lüders, am Donnerstag. Ein Gesetz zum besseren Schutz des Stillens, wie seit kurzem in der Petition einer Berlinerin gefordert, brauche es nicht. Auch wenn sich ein Wirt auf sein Hausrecht berufe, dürfe er Frauen nicht wegen Schwangerschaft und Mutterschaft diskriminieren.

Kaffeerösterei ist bereits bekannt

Die Kaffeerösterei hatte bereits 2012 für Wirbel gesorgt, weil sie mit einem Poller in der Tür Kinderwagen fernzuhalten versuchte. An der Tür hingen damals Logos, die etwa ein Verbot von Hunden und Kinderwagen andeuteten. Eine durchgestrichene Brust sei bei ihrem Besuch immerhin nicht zu sehen gewesen, sagte Spanke.

Von MAZonline

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