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Der Kanzler unter den Kohlsorten

Keine Angst vor fettigem Essen Der Kanzler unter den Kohlsorten

Der langjährige Fitnesstrainer Patric Heizmann klärt mit viel Humor über Ernährung und Lebensmitteltrends auf.

Fett und Schokolade sind kein Tabu auf dem Speiseplan, wenn die Bewegung nicht zu kurz kommt.

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Keine Angst, da darf alles rein: Patric Heizmann konnte seine rund 160 Zuschauer humorvoll über Ernährung aufklären.

Quelle: Foto: Stoffers

Neuruppin. Woran man erkennt, ob man übergewichtig ist, lässt sich schnell feststellen – mit dem „Schwabbeltest“, so Patric Heizmann. „Stellen sie sich nackig vor den Spiegel und springen sie.“ Der Entertainer hüpft mit versteinerter Mine auf und ab, das Publikum lacht sich kringelig. „Alles, was alleine tanzt, muss weg!“

Rund 160 Zuschauer waren am Sonnabend ins Neuruppiner Kulturhaus gekommen, um sich das neue Programm „Essen erlaubt!“ von Patric Heizmann anzusehen. Der Freiburger Fitnesstrainer beschäftig sich seit gut 25 Jahren mit den Themen Gesundheit, Ernährung und Bewegung.

Fitness kommt nur durch regelmäßige Bewegung.

Gesundes Essen allein reiche aber nicht aus, um fit zu werden. Heizmann spielt auf einen neuen Trend der Lebensmittelindustrie an, das sogenannte „Super-Food“. Den Kunden solle mit Begriffen wie Antioxidantien und Flavonoidgehalt teure Lebensmittel schmackhaft gemacht werden. Die würden dank dieser Inhaltsstoffe beispielsweise dem Wachstum von Krebszellen vorbeugen. Darunter fällt auch die Acai-Beere, die kostspielig aus Asien importiert wird. „Wussten sie, dass die heimische Heidelbeere die gleichen Inhaltsstoffe besitzt“, fragt Heizmann das erstaunte Publikum. „Heidelbeeren bekommen sie zwar nicht das ganze Jahr, aber die müssen auch nicht über tausende Kilometer eingeflogen werden.“

Essen erlaubt, betont Heizmann mehrfach. „Sie dürfen auch Schokolade essen.“ Kakaobutter enthält Stoffe, die den Blutdruck senken und Herzerkrankungen vorbeugen können. „Aber essen sie die Schokolade nicht auf leeren Magen, sonst waren das die schönsten drei Sekunden des Tages.“ Der Fitnesstrainer empfiehlt den Zuschauern, einmal in der Woche ein Minimum an Bewegung – 3 000 Schritte wären ausreichend.

Die heimische Küche gibt alles lebensnotwendige her.

Heimische Nahrungsmittel würden oft unterschätzt, dabei besäßen die alles, was der Körper braucht, sagt der Freiburger. Beispiel Kohl. Heizmann imitiert die Stimme des früheren CDU-Parteivorsitzenden Helmut Kohl. „Der Grünkohl ist der Bundeskanzler unter den Kohlsorten.“ Neben Vitamin C enthält der in hohem Maße sogenannte Senföle – die wirken antibakteriell und haben eine wachstumshemmende Wirkung auf bestimmte Grippeviren, so Heizmann. „Und essen Sie lieber ein proteinreiches, mit Fett versetztes Stück Fleisch, als ständig Brot und Nudeln.“ Diese Lebensmittel enthalten viele Kohlenhydrate, welche den Blutzuckerspielgel rasant ansteigen lassen – dadurch fühlt sich der Körper träge, das Gehirn arbeitet mit verminderter Leistung – und signalisiert nun erneut Hunger. „Deshalb nehmen wir mehr Kalorien auf, als unser Körper tatsächlich verbraucht.“

Auf den Bauch hören und keinem Trend hinterherjagen.

Vegetarier würden im Schnitt zehn Jahre länger leben, so Heizmann. Nicht weil sie kein Fleisch essen, sondern weil Vegetarier generell zu den Gruppen gehören, die vermehrt sportlich aktiv sind, seltener rauchen und weniger Alkohol konsumieren. Um gesund zu leben, muss man aber nicht auf Fleisch verzichten. Nur sollte man genau hinschauen, woher das Produkt stammt und wie die Tiere gehalten wurden. „Wenn Grillfleisch preiswerter ist, als die Dose Premium-Katzenfutter, dann sagt ihnen doch ihr Bauchgefühl, dass da was nicht stimmen kann.“ Patric Heizmann entlässt sein Publikum mit vollen Köpfen und leeren Bäuchen. Seine Botschaft ist klar – alles ist erlaubt, in gesundem Maß, gepaart mit ausreichend Bewegung und viel Humor. Einen Rat hat der 41-Jährige für die Frauen im Publikum. „Laufen sie nicht Gefahr, sich an den Hautständern aus Germany´s Next Topmodel zu orientieren.“ Das Frauenbild in der heutigen Medienlandschaft entspreche bei weitem nicht der Realität.

Von Jan Philipp Stoffers

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