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Der Traum vom japanischen Garten

Oase der Ruhe Der Traum vom japanischen Garten

Ein Ehepaar aus Ostprignitz-Ruppin hat sich einen lang ersehnten Traum erfüllt und einen japanischen Garten eingerichtet. Der Garten ist auch für Besucher offen. Die können sich in dem Kleinod ausruhen und die Gartenkunst genießen.

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Bartschendorf . Wer Ruhe sucht, ist in Bartschendorf nahe Dreetz (Amt Neustadt) genau richtig. Eine alte nahezu lückenlose Allee spendet dem aus Richtung Lüttgen Dreetz kommenen Reisenden an heißen Sommertagen kühlenden Schatten. Der Blick kann unterwegs, aber auch vom Dorf aus beinahe ungehindert über das flache Rhinluch schweifen. Auf sattem Wiesengrund stehen nur ein paar Bäume und Sträucher. In der Ferne erhebt sich im Südosten wie ein Fremdkörper wirkend, der Gollenberg bei Rhinow, von dem sich einst Otto Lilienthal als erster Flieger der Welt in die Lüfte erhob. Im Süden begrenzen die bewaldeten Höhenzüge von Friesack den weiten Horizont. Im Dorf ist es angenehm still. Von der Hektik des modernen Lebens, von hupenden Autos und Menschenmassen ist das beschauliche ganz am südlichen Rand der alten Ostprignitz gelegene Bartschendorf verschont geblieben. Es gibt nur zwei Straßen im Ort, die einen weitläufigen Platz umrahmen. Die Dorfstraße, vor etlichen Jahren als schmaler Weg asphaltiert, und der Fliederweg. Gerade dieser Bereich des Dorfes versetzt den Besucher in eine andere, längst vergessene Zeit.

Unvergesslich dürfte für Besucher aber auch eine Besichtigung des japanischen Gartens „Roji“ sein. Ein schlichtes Holzschild vor dem Haus von Gesine und Reiner Jochems lädt zum Besuch des exotisch anmutenden Kleinods ein. Von April bis Oktober steht der Garten immer sonnabends und sonntags von 12 bis 18 Uhr jedem Interessierten offen. Dann gibt auch regelmäßig Führungen. Wer die hölzerne Eingangstür zur grünen Oase hinter sich geschlossen hat, betritt eine Gartenlandschaft, die in weitem Umkreis seines Gleichen sucht. Rundlich geschnittene Büsche und unterschiedlich gestaltete Hecken gliedern das Areal vielschichtig. Bäume und Gräser setzen Akzente. Hinter jeder Biegung gibt es etwas Neues zu entdecken.

Dabei setzen Jochems vorrangig auf einheimische Gehölze. Steine sind ebenfalls ein prägendes Element im japanischen Garten von Gesine und Reiner Jochems. Und auch Bonsai-Pflanzen fehlen nicht. Als die beiden im Jahr 1992 das Haus in Bartschendorf kauften, war es eine Ruine und der schön gestaltete Garten eine ungepflegte Wiese. Doch das Paar hatte eine Vision und arbeitete hart an dessen Umsetzung. Einst waren sie für eine Berliner Tageszeitung tätig. Inzwischen ist die Gestaltung japanischer Gärten in aller Welt und natürlich die Weiterentwicklung und Pflege des eigenen Gartens hinter dem Haus zum Lebensinhalt geworden.

Die Gartenlandschaft, die Famlie Jochems schuf, heißt aus dem Japanischen übersetzt „Wind und Wasser“. Jedoch sucht man abgesehen vom Koi-Teich das nasse Element vergebens. Vielmehr schlängelt sich in eleganten Kurven ein Band aus Granitsplitt, in das Wellenmuster geharkt sind, durch das Grün. Die Idee für dieses Gestaltungselement stammt ebenfalls aus Japan. „Statt Wasser Steine zu verwenden, hatte sicherlich ökonomische Gründe“, sagte Reiner Jochems, der an den Wochenenden oft Besuchergruppen durch den Garten führt. Seine Frau Gesine zeigt indes ein das originalgetreu gestaltetes japanische Teehaus und erklärt, wie eine Tee-Zeremonie abgehalten wird. Zeit für Urlaubsreisen bleibt da keine. „Die Pflege des Gartens betrachten wir nicht als Arbeit und die Freude in den Gesichtern der Besucher sind uns auch ein Ansporn“, sagte Gesine Jochems.

Von André Reichel

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