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Der rote Faden in der Pubertät

Lebenspraktischer Vortrag der neuen Jugendpsychiaterin Der rote Faden in der Pubertät

In der Pubertät dringen Jugendliche in Grenzbereiche vor, die Erwachsene extrem und drastisch finden und die tatsächlich extrem und drastisch sein können. Annegret Eckhart-Ringel, die neue auf Kinder und Jugendliche spezialisierte Chefärztin des Asklepios Fachklinikums Brandenburg, spricht am nächsten Mittwoch über das Thema, das alle Generationen berührt.

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Chefärztin Annegret Eckhart-Ringel in ihrem Büro.

Quelle: Asklepios Fachklinikum Brandenburg

Brandenburg/H. Die neue auf Kinder und Jugendliche spezialisierte Chefärztin des Asklepios Fachklinikums Brandenburg befasst sich in ihrer ersten öffentlichen Veranstaltung mit einem Thema, das viele Menschen berührt: der Pubertät. Wer am Mittwoch, den 18. November um 19 Uhr der Fachärztin Annegret Eckhart-Ringel zuhört, wird kein reinen fachwissenschaftlichen Vortrag hören.

„Meine Ausführungen werden lebenspraktisch sein, ich wünsche mir, dass ein Dialog mit den Gästen entsteht“, sagt die Mutter zweier Kinder (17 und 21). Wird sie besorgten Eltern an dem Vortragsabend Ratschläge geben? „Das ist schwierig, weil die Probleme doch individuell sind“, sagt Annegret Eckhart-Ringel.

Die Ärztin will Hinweise geben, wo der rote Faden sein könnte, wie Erwachsene auf die Entwicklung im Jugendalter schauen können. Und die Expertin möchte Antworten geben auf Fragen, die viele umtreiben, aufzeigen, wo vielleicht die richtige Seite der Grenzen liegt, die pubertierende Jugendliche schrammen oder überschreiten. Annegret Eckhart-Ringel: „Grenzbereiche erleben, das gehört dazu, das ist nichts Neues und über alle Kulturen hinweg zu erleben.“

Die gebürtige Rheinland-Pfälzerin leitet die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (KJPPP) auf dem Görden seit Juni. Das Einzugsgebiet der Brandenburger Klinik ist groß. Die Chefärztin verantwortet eine Klinik mit 55 vollstationäre Betten, 28 teilstationäre Plätze in Brandenburg und Potsdam sowie die Institutsambulanzen in Brandenburg, Rathenow und Potsdam.

Erst Kinderärztin, dann Jugendpsychiaterin

Die promovierte Ärztin arbeitete nach dem Abitur zunächst in der Pflege, studierte dann Medizin in Marburg/Lahn und wollte ursprünglich Kinderärztin werden, ein Ziel, das sie zunächst in der Uni-Klinik Düsseldorf und in Bochum verfolgte.

Nach einer Kinderpause und dem Umzug nach Elmshorn, wohin sie ihrem Mann folgte, der von Beruf Bäcker ist, arbeitete sie im Gesundheitsamt und engagierte sich dort für Kinder, Jugendliche und deren Familien, die in ihrem Alltag körperlich, geistig und seelisch eingeschränkt waren. Sie erfuhr, wie wichtig ein gutes Helfernetz ist in schwierigen Zeiten.

Die Medizinerin orientierte sich neu, absolvierte die Facharztausbildung zur Kinder- und Jugendpsychiaterin und war mehrere Jahre leitende Oberärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Elmshorn. Von dort wechselte sie nach Brandenburg. Ihre Familie lebt vorerst weiterhin in Norddeutschland.

Die Klinik behandelt ein breites Krankheitsspektrum und dabei immer wieder depressive Erkrankungen, Störungen des Sozialverhaltens und Aufmerksamkeitsstörungen. Gibt es Unterschiede zwischen dem norddeutschen Elmshorn und Brandenburg? „Definitiv nein, weder in der Art noch in der Ausprägung der Erkrankungen“, sagt Eckhart-Ringel.

Zu ihrem fachärztlichen Ansatz gehört Optimismus. „Das Schöne in meinem Fach ist, dass die jungen Patienten noch alle in der Entwicklung sind und es für alle Entwicklungschancen gibt“, sagt die Frau, die die Natur liebt, in ihrer Freizeit gern im Garten arbeitet und viel und ausdauernd schwimmt. Sie strebt an, dass die seelisch angeschlagenen Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit ihren Familien den Mut in sich selbst entdecken und stärken. „Ein solcher Mut ist eine Superbasis für die positive Entwicklung und wir helfen bei den ersten Schritten“, erklärt Eckhart-Ringel.

Psychische Störungen können jede Familie treffen

Die Krankheiten und Störungen können jede Familie treffen, sozial benachteiligte wie wohlsituierte, weiß die Chefärztin. Denn familiäre Probleme wie partnerschaftliche Verwerfungen gebe es quer durch alle Gesellschaftsschichten. Allenfalls falle es sozial benachteiligten Familien mitunter schwerer, Hilfen einzufordern und in Anspruch zu nehmen.

Wie sich das gehört, lobt Annegret Eckhart-Ringel ihre neuen Mitarbeiter und Kooperationspartner in Brandenburg. Ungewöhnlich ist daran nur, dass sie auch die Putzfrauen dabei ausdrücklich einschließt. „Jeder hat etwas beizutragen“, versichert die Chefin von Haus 15 auf dem Klinikgelände, die einer Maxime aus Afrika folgt: „Zur Erziehung braucht man ein ganzes Dorf.“

Information: „Pubertät, das ist doch krank! Oder?“ Vortrag von Annegret Eckhart-Ringel am Mittwoch, 18. November, 19 Uhr in Haus 38 des Asklepios Fachklinikums Brandenburg, Anton-Saefkow-Allee 2.

Von Jürgen Lauterbach

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