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Drei Notärzte pro Schicht

Rettungsdienst in Oberhavel Drei Notärzte pro Schicht

Pro Schicht sind im Landkreis Oberhavel drei Notärzte im Einsatz, jeweils einer in Oranienburg, Hennigsdorf und Gransee. Sind sie alle gleichzeitig unterwegs, werden zusätzliche Notärzte per Hubschrauber geholt. Der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes in Oberhavel verteidigt diesen Personalschlüssel. In den USA gebe es keine Notärzte mehr, die herumführen.

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Im Frühjahr dieses Jahres hatte es auch in Velten einen Rettungseinsatz aus der Luft gegeben.

Quelle: Ulrike Gawande

Oberhavel. Nur drei Notärzte in Oberhavel? Was ist, wenn alle drei im Einsatz sind und ein Mensch einen Herzinfarkt erleidet? Das fragt sich der Oranienburger Enrico Kugler nach einem Vorfall in seiner Familie. Die französische Austauschschülerin, die bei den Kuglers wohnt, erlitt am Abend einen krampfartigen Anfall. Kugler bat über die Rufnummer 112 um Hilfe. Zehn Minuten später war ein Rettungswagen zur Stelle, jedoch ohne Arzt. Die Sanitäter, schildert Kugler, hätten nicht viel machen können. Eine Stunde später sei ein Arzt per Hubschrauber eingeflogen worden. Das Mädchen kam ins Krankenhaus und wurde gut versorgt. Doch die Aussage der Sanitäter, dass es nur drei Notärzte in Oberhavel gebe, gab ihm zu denken.

„Natürlich hat Oberhavel mehr als drei Notärzte. Allein am Standort in Oranienburg sind es 16. Sonst könnte das Schichtsystem gar nicht abgesichert werden“, erklärt Dr. Torsten Reinhold, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes des Landkreises Oberhavel. Danach gibt es im Kreis drei Notarztstandorte, die sich in Oranienburg, Hennigsdorf und Gransee befinden. Pro Schicht und Standort ist jeweils ein Notarzt im Einsatz, also drei pro Schicht im Kreis. Sollten alle drei unterwegs sein, werde ein weiterer Notarzt per Rettungshubschrauber, „der ein reguläres Notarzteinsatzmittel ist“, eingeflogen. Diese Hubschrauber gehören zur Technik des Landes Brandenburg und sind standortmäßig so verteilt, dass die Fläche gut abgedeckt werden kann. Einer fliegt von Angermünde, ein weiterer aus Neustrelitz und zwei weitere aus Berlin. Die Notärzte auf diesen Hubschraubern sind aus Oberhavel oder aus anderen Regionen. „Das ist kein Indiz für einen Mangel, sondern unser Rettungssystem ist so organisiert.“ Reinhold erklärt weiter, dass stets zuerst ein Rettungswagen ohne Arzt zum Einsatz fahre. Der Rettungsassistent in diesem Wagen leiste Maßnahmen der Ersten Hilfe. Der Notarztwagen mit Notarzt komme getrennt dazu. Dieses „Rendezvous-System“ macht aus Sicht von Reinhold Sinn. Denn während der Rettungswagen einen Patienten in die Klinik fahre, könne der Notarzt zum nächsten Einsatz eilen.

Natürlich, räumt der Rettungsdienstleiter ein, „gibt es Spitzen“, doch man könne nicht zusätzliche Notärzte und Notarztwagen vorhalten. „Das geben die Zahlen im Landkreis nicht her und würde die Krankenkassenbeiträge in die Höhe treiben“, so Reinhold.

Im Fall der Austauschschülerin habe zu keinem Zeitpunkt ein lebensbedrohlicher Zustand bestanden, betont Reinhold. Auch sollte man die Retter nicht zu Transporteuren degradieren. Diese würden reanimieren und Medikamente verabreichen. Reinhold vergleicht mit den USA. Dort würden Sanitäter die Patienten in die Notaufnahmen bringen. „Deutschland leistet sich Notärzte vor Ort für komplizierte Fälle.“

Von Marion Bergsdorf

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