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Hobby-Grillen auf höchstem Niveau

Fleischberge verschwinden und die Qualität wird wichtiger Hobby-Grillen auf höchstem Niveau

Der Abend ist mild, die Getränke sind kalt und die Kohlen schon fast durchgezogen. Nichts ist schöner als einen heißen Sommertag gemütlich im Garten ausklingen zu lassen. Die Grill-Saison ist voll im Gange und dass die Szene im Wandel ist, zeigt sich in diesem Jahr so deutlich, wie nie.

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Einfach köstlich – neben Fleisch und Würstchen findet man immer häufiger auch Gemüse oder Meeresfrüchte auf den Grills der Region.

Quelle: Fotolia

Havelland/Oberhavel. Der Abend ist mild, die Getränke sind kalt und die Kohlen schon fast durchgezogen. Nichts ist schöner als einen heißen Sommertag gemeinsam mit Freunden und der Familie gemütlich im Garten und mit leckeren Grillspezialitäten ausklingen zu lassen.

Die Grill-Saison ist schon voll im Gange und dass die Szene im Wandel ist, zeigt sich in diesem Jahr so deutlich, wie nie. „Es geht nicht mehr nur um das Grillen von Fleischbergen. Der Trend geht schon seit einigen Jahren zur gehobenen Gastronomie“, sagt Ernst Büttner von der German Barbecue Association. „Man lässt sich mehr Zeit und ist eher zum langsamen Garen übergegangen. Außerdem wird viel Wert auf die Herkunft des Fleisches gelegt.“ Grill-Fans trauen sich immer mehr und auch Frauen übernehmen verstärkt die Rolle des Grillmeisters. „Bei den diesjährigen Deutschen Grill- und BBQ-Meisterschaften in Hennef am 26. und 27. Juli sind von gut 40 Teams mindestens zwei komplett in Frauenhand“, so Büttner. Von Fast-Food zu Slow-Food, von Fleischbergen zu Grillgemüse und von Billigfleisch zu nachhaltiger Qualität – in der Szene hat sich in den vergangenen Jahren viel getan.

Kathrin Dünschede verkauft Fleisch ohne künstliche Zusätze

Kathrin Dünschede verkauft Fleisch ohne künstliche Zusätze.

Quelle: Laura Sander

Kurz vorm Wochenende, mit der Aussicht auf zwei freie und entspannte Tage, ist der Ansturm auf Grillfleisch und -würste in der Neulandfleischerei Bauch in Falkensee besonders hoch. „Viele Kunden machen ihren Einkauf vom Wetter abhängig. Sind für das Wochenende angenehme Temperaturen und kein Regen angesagt, haben wir viele Vorbestellungen für Grillfleisch“, sagt Mitarbeiterin Kathrin Dünschede. Die Fleischerei mariniert Schweine- Rind- und Hähnchenfleisch selber und bereitet auf speziellen Wunsch auch Spieße mit Fleisch und Gemüse vor. Kunden können zwischen Kräuter-Knoblauch, Paprika-Steak, Kräuter der Provence und einer bunten Pfeffer-Marinade wählen. „Schwein und Rind sollten am besten über Nacht in der Marinade ziehen, Huhn oder Pute sogar noch länger“, so Dünschede. Besonders beliebt sind auch Würste aus der hauseigenen Produktion in Teltow. Neben den klassischen Thüringer und Nürnberger Würstchen verkauft die Fleischerei ausgefallene Variationen. “Unsere Mango-Chili-Bratwurst, die Wurstschnecken mit Fenchel und die Toskanabratwurst mit getrockneten Tomaten und Fetakäse werden von den Kunden gut angenommen“, so die Fleischereifachverkäuferin. Die Frage nach dem richtigen Rezept hört Dünschede eher selten: „Die meisten wissen genau, was sie wollen und probieren sich so durch unser Sortiment. Viele kaufen auch Fleisch ohne Marinade und verarbeiten es selber .“

Fleisch ist nach wie vor das beliebteste Grillgut. Verschiedene Gemüse- und Fischvariationen sind jedoch auf dem Vormarsch. „Auch für Vegetarier ist jetzt eigentlich immer etwas dabei. Es gibt eigentlich nichts, was man nicht grillen kann“, so Ernst Büttner von der German Barbecue Association. Deutlich wird dieses Phänomen an der vielfältigen Ausstattung, die es mittlerweile zu kaufen gibt. „Viele Kunden haben sich bereits im Frühling einen neuen Grill gekauft. Was jetzt besonders gut läuft, ist das Zubehör“, sagt Sabrina Birkert. Die Mitarbeiterin des Bauhaus Fachzentrums in Birkenwerder steht vor einem Regal mit Hähnchenbrätern, Hamburger-Pressen, Gemüsekörben, Wok-Pfannen und Pflegeprodukten. „Besonders beliebt sind in diesem Jahr die gasbetriebenen Grillküchen. Sie haben verschiedene Aufsätze, auf denen zum Beispiel auch Pizza oder Wok-Gemüse zubereitet werden können“, so Birkert. Oft haben die Grillküchen sogar noch eine zusätzliche Kochplatte und viele weitere Extras, die das ständige Hin und Her vom Haus in den Garten überflüssig machen. „Theoretisch könnte man sogar einen Kuchen unter freiem Himmel backen“, lacht die Bauhaus-Mitarbeiterin. Neben den luxuriösen Grillküchen hat sich aber auch der klassische Kugelgrill mit integriertem Thermometer durchgesetzt und gehört zu den Verkaufsschlagern. „Das indirekte Grillen mit Slow-Food-Charakter setzt sich immer stärker durch. Es hat sich viel getan in den vergangenen zehn Jahren“, sagt auch Ernst Büttner.

Sabrina Birkert hilft bei der Auswahl des richtigen Grills

Sabrina Birkert hilft bei der Auswahl des richtigen Grills.

Quelle: Laura Sander

Für jeden der keinen Garten hat und seinen alten elektronischen Tischgrill leid ist, kann jetzt aufatmen. „Seit dem letzten Jahr haben wir den LotusGrill im Sortiment. Er ermöglicht ein rauchfreies Grillen mit Holzkohle.“ Ein kleiner batteriebetriebener Lüfter sorgt dafür, dass die Kohle ständig angefeuert wird. Da die Verbrennung aber in einem geschlossenen Korb im Inneren des Grills stattfindet, tritt kein Rauch aus. Trotzdem darf der LotusGrill, der nicht heiß wird und während des Betriebs bewegt werden kann, nur unter freiem Himmel genutzt werden. „Viele Kunden kaufen sich den Grill für ihr Boot“, so Birkert. Das Grillen auf dem Balkon ist nach Aussage des Deutschen Mieterbundes zwar grundsätzlich erlaubt, im Mietvertrag jedoch häufig untersagt.

Bis in den späten Sommer dauert die Hochsaison noch an. Genug Zeit also, um sich das ein oder andere Stück Bio-Fleisch oder Grillgemüse zu genehmigen.

Von Laura Sander

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