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Misstrauen gegen Grippeschutz

Impfmüdigkeit Misstrauen gegen Grippeschutz

Die Zahl der Menschen, die auf eine Impfung gegen Grippe vertrauen hat deutlich abgenommen. Obwohl die Krankheit zum Tode führen kann, wird sie oft verharmlost und mit grippalen Infekten, also normalen Erkältungen verwechselt. Risikogruppen wird unbedingt geraten, sich gegen die gefährliche Infektion schützen zu lassen.

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Zunächst ist die impfung nur ein kleiner Pieks.

Quelle: dpa

Potsdam. Die Grippesaison hat begonnen. Zwei Influenza-Fälle wurden dem zuständigen brandenburgischen Gesundheitsministerium seit Anfang Oktober aus der Mark gemeldet. Die echte Grippe muss dabei unterschieden werden vom alltäglichen grippalen Infekt. Trotz der Gefahren einer Influenza-Infektion nehmen die Zahlen von Grippeschutzimpfungen ab.

So meldet etwa die KKH Kaufmännische Krankenkasse bundesweit ein massives Absinken in den vergangenen fünf Jahren. Während sich demnach im Jahr 2009 noch jeder fünfte Versicherte den Pieks geben ließ, war es 2014 nur noch jeder siebte. Auch in Brandenburg ging die Zahl der Impfungen in den Arztpraxen im gleichen Zeitraum um mehr als ein Viertel auf 606 000 zurück.

Die Gründe für die Impfmüdigkeit sind vielfältig. Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und des für derartige Erkrankungen zuständigen Robert Koch Instituts (RKI) führt bei etlichen Menschen Misstrauen in die Impfung zur Ablehnung. Andere verharmlosen die Krankheit. Dabei ist die echte Grippe, Influenza genannt, eine ernst zu nehmende Erkrankung. Sie wird durch Viren verursacht, geht in der Regel mit plötzlich einsetzendem, hohem Fieber bis zu 41 Grad, starken Kopf- sowie Gliederschmerzen und körperlicher Schwäche einher. Sie kann tödlich enden. In der Grippesaison 2014/2015 wurden laut RKI rund 31 000 Patienten mit Grippe ins Krankenhaus eingeliefert, bei insgesamt rund 6,2 Millionen Arztbesuchen wegen einer Grippe oder eines grippalen Infekts.

„Daher sollten sich vor allem Risikogruppen unbedingt einmal jährlich impfen lassen“, rät Astrid Hopfengart vom Serviceteam der KKH in Potsdam. Dazu zählt das RKI über 60-Jährige, chronisch Kranke und Schwangere sowie Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen. Bei ihnen sei das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs deutlich höher. Auch wer beruflich in erhöhtem Maß einer möglichen Infektion ausgesetzt ist, wie medizinisches Personal, sollte sich demnach gegen Grippe impfen lassen – zum Selbstschutz, aber auch, um als Infektionsquelle für betreute Personen auszufallen.

„Die rechtzeitige Schutzimpfung, die allgemein gut vertragen wird, ist die wirksamste vorbeugende Maßnahme gegen Grippe“, sagt Hopfengart. Der Herbst ist dafür die optimale Zeit. Für Kinder zwischen zwei und sechs Jahren gibt es einen Impfstoff, der schmerzfrei als Nasenspray gegeben wird. Der derzeit verabreichte Dreifach-Impfstoff, der gegen drei weltweit zirkulierende Varianten des Influenza-Virus wirkt, bietet laut KKH einen ausreichenden Schutz. Werde vom Arzt der um etwa 50 Prozent teurere Vierfach-Impfstoff als notwendig erachtet, übernehme die KKH für ihre gesetzlich Versicherten die Kosten.

Um das Immunsystem zu stärken und damit das Ansteckungsrisiko für Grippe und grippalen Infekt zu senken, hat Hopfengart ein paar Tipps: Täglich mehrmals die Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen. Damit wird der Kontakt mit Krankheitserregern geringer gehalten. Wichtig ist auch eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung und die Zufuhr von ausreichend Flüssigkeit – am besten Wasser, Tee und Saftschorlen. Mindestens drei, vier Mal pro Woche eine halbe Stunde ist Bewegung an der frischen Luft angesagt. Das belebt die Abwehr ebenso wie Wechselduschen oder Saunagänge.

Die Räume der Wohnung sollten laut Hopfenbart nicht überheizt und regelmäßig gelüftet werden. Es sollte für ausreichend Schlaf und Entspannung gesorgt werden, denn ein ausgeruhter Körper ist weniger anfällig.

Von Gerald Dietz

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