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Elektronische Lebensretter in Brandenburg

Öffentliche Defibrillatoren Elektronische Lebensretter in Brandenburg

Vor zehn Jahren startete der Verein „Gesund in Brandenburg“ sein Projekt „Schnelle Hilfe rettet Leben“. Das Team um Projektleiter Michael Oeff möchte in der Havelstadt im Kampf gegen den plötzlichen Herztod ein flächendeckendes Netzwerk mit öffentlichen Defibrillatoren aufbauen. Rund 35 elektronische Lebensretter gibt es schon.

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Ein externer Defibrillator (AED).

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg an der Havel. Deutschlandweit versterben jedes Jahr über 100.000 Menschen am so genannten plötzlichen Herztod. Der Tod ist dabei meist Folge eines anhaltenden Kammerflimmerns, das zum Herzstillstand führt. Die effektivste Form der Behandlung ist ein Elektroschock mithilfe eines Defibrillators. Je schneller der Schock erfolgt, umso größer sind die Überlebenschancen. Um binnen kürzester Zeit auf eine solche Herzattacke reagieren zu können, braucht es ein möglichst enges Netz von öffentlich zugänglichen Defibrillatoren, da selbst die Anfahrtszeit des Rettungsdienstes für einen Betroffenen schon zu lange dauern könnte.

„Nach sechs bis zehn Minuten Kreislaufstillstand ist das Gerhirn tot“, sagt Michael Oeff. Der 66-jährige Mediziner, der bis Anfang dieses Jahres Chefarzt der Kardiologie im Städtischen Klinikum Brandenburg war, hat in der Havelstadt daher mit dem Verein „Gesund in Brandenburg“ vor knapp zehn Jahren das Projekt „Schnelle Hilfe rettet Leben“ angestoßen. Das Ziel von Projektleiter Oeff und seinen Mitstreitern besteht darin, im Stadtgebiet eine flächendeckende Versorgung mit automatisierten externen Defibrillatoren (AEDs) zu erreichen. Diese Geräte können von Laien bedient werden und im Notfall Leben retten.

Rund 35 öffentliche Defibrillatoren in der Havelstadt

Der Einsatz eines AED ist selbst erklärend. „Man schaltet ihn ein und er sagt genau, was man machen soll“, so Michael Oeff. Über einen integrierten Lautsprecher gibt der elektronische Lebensretter konkrete Anweisungen. Ist das Gerät erstmal angelegt, überprüft es selbstständig, ob eine Herzrhythmusstörung vorliegt und leitet gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen ein. Mit gezielten Stromstößen beendet es das Kammerflimmern und bringt den Herzrhythmus wieder in den richtigen Takt.

In Brandenburg an der Havel gibt es mittlerweile etwa 35 der rund 1500 Euro teuren AEDs, zum Beispiel in Einkaufszentren, Apotheken und Sportanlagen. Die ersten öffentlichen Defibrillatoren wurden im September 2006 bereit gestellt. Gleich im Jahr darauf folgte die erste erfolgreiche Bewährungsprobe. Als ein 70-jähriger Mann im Beetzsee-Center zusammenbrach, reagierten die Mitarbeiter blitzschnell und konnten ihm dank des vorhandenen AED das Leben retten.

Britta Lau von der Brandenburger Raths-Apotheke zeigt einen automatisierten externen Defibrillator (AED)

Britta Lau von der Brandenburger Raths-Apotheke zeigt einen automatisierten externen Defibrillator (AED).

Quelle: JACQUELINE STEINER

AED-Stadtorte im Internet und per App abrufbar

Bei einer solchen Rettungsaktion ist Zusammenarbeit gefragt. Während einer der Ersthelfer den Notruf über 112 absetzt, versucht ein weiterer einen Defibrillator in der Nähe zu finden. Die Leitstelle der Feuerwehr in Brandenburg kann dabei Hilfestellung geben. Sollte der Patient keine spontanen Lebenszeichen abgeben sind zudem lebensrettende Sofortmaßnahmen wie die Herzdruckmassage einzuleiten.

Wer nicht weiß, wo sich in Brandenburg die öffentlichen Defibrillatoren befinden, kann sich auf der Internetseite der Stadt ( www.stadt-brandenburg.de) in einer Übersicht informieren. „Mit zwei Klicks findet man dort die Standorte“, sagt Michael Oeff. Von der Startseite gelangt man über das Feld „Notdienste“ rechts oben zu der Liste „Herz-Stimulator (Standorte)“. Momentan sind an dieser Stelle 21 AEDs erfasst.

Die Standorte können ferner über die App „Defi Now“ erfragt werden. Diese ermittelt über ein GPS-Signal die aktuelle Position und zeigt alle eingetragenen Defibrillatoren im näheren Umkreis auf einer Karte an. Der Verein „Gesund in Brandenburg“ hat erst kürzlich alle Adressen aktualisiert und zu jedem AED die exakten GPS-Koordinaten ergänzt. Zudem gibt es Fotos von den jeweiligen Standorten, um diese vor Ort leichter zu identifizieren.

Von Norman Giese

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