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Hohes Infarktrisiko: Macht die Mark krank?

Herzbericht Hohes Infarktrisiko: Macht die Mark krank?

Macht die Mark krank? Das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, ist in Brandenburg so hoch wie in fast keinem anderen Land. Zwar gingen die Infarktzahlen leicht zurück, Experten sind aber alarmiert. Über die Gründe für die hohe Zahl an tödlichen Herzleiden in der Mark sind sich die Experten nicht ganz einig.

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In Brandenburg sterben viele Menschen an einem Herzinfarkt.

Quelle: dpa

Potsdam. Das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, ist in der Mark enorm hoch. Brandenburg steht nach Sachsen-Anhalt bei tödlichen Herzinfarkten an zweiter Stelle, wie aus Daten der Deutschen Herzstiftung hervorgeht. Immerhin ging gegenüber dem zuletzt ausgewerteten Jahr 2012 die Zahl der Infarkttoten in Brandenburg ganz leicht zurück.

Den leichten Rückgang nannte Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, erfreulich. „Was nicht sein darf, ist, dass die Bundesländer mit der geringsten Kardiologendichte zugleich gegen eine überdurchschnittlich hohe Infarktsterblichkeit ankämpfen wie Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.“

Starkes Ost-West-Gefälle

Allgemein sterben nach dem Bericht in den östlichen Bundesländern immer noch deutlich mehr Menschen an einem Herzleiden als im Westen. Dieses starke Gefälle hängt Experten zufolge auch mit sozialen Faktoren zusammen. In Ländern mit überdurchschnittlich vielen Infarkt-Toten wie Sachsen-Anhalt sei auch der Anteil an Arbeitslosen und gering Gebildeten erhöht, sagte der Herzspezialist Andreas Stang von der Uniklinik Essen.

Eine alternative Erklärung für die hohen Todesfälle in Brandenburg hat allerdings Kardiologe Christian Butter vom Herzzentrum Brandenburg in Bernau (Barnim). „Die exakte Todesursache eines älteren Menschen ist sehr schwer zu überprüfen“, sagt er. Oftmals wiesen Landärzte auf dem Totenschein Herzinfarkt als Ursache aus, obwohl es nicht zutreffe. Dies könnte zum Beispiel erklären, warum sich die Sterberisiken durch Herzinfarkt manchmal von Landkreis zu Landkreis massiv unterschieden.

Viele nehmen Krankheitsanzeichen offenbar nicht ernst

Allerdings sieht Butter auch das objektiv höhere Risiko der ländlichen Bevölkerung in Brandenburg: „Die Leute nehmen erste Anzeichen nicht so wichtig und lassen sich nicht untersuchen.“ Er habe schon Patienten mit enorm viel Wasser in den Beinen angetroffen, die das als Symptom für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung nicht ernst nahmen. Nicht zuletzt sei die Dichte geeigneter Kliniken in Brandenburg nicht so hoch wie etwa in Berlin.

Besonders in den strukturschwachen Regionen mit einer niedrigen Ärztedichte seien Verbesserungen in der kardiologischen Versorgung etwa durch mehr ambulante Diagnostik oder Therapie ein möglicher Ansatz zur Senkung der Herz-Kreislauf-Sterblichkeit, forderten die Experten.

Starkes Ost-West-Gefälle

98 Brandenburger pro 100 000 Einwohner sind 2013 an einem Herzinfarkt gestorben. Ein höheres Risiko gab es nur noch in Sachsen-Anhalt (99 Tote pro 100 000 Einwohner).

Das Risiko, in Ostdeutschland an einem Herzleiden zu sterben, ist insgesamt deutlich höher als in Westdeutschland, wie aus dem Bericht der Deutschen Herzstiftung hervorgeht.

In Schleswig-Holstein ist die Gefahr mit 43 Todesfällen pro 100 000 am niedrigsten. In Hamburg gab es 48 Fälle, in Baden-Württemberg 57 Fälle pro 100 000 Einwohner.

Von Rüdiger Braun

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