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Jutta Brämer feiert dieses Jahr zweimal Geburtstag

55 Jahre Kinderabteilung in Klinik Oranienburg Jutta Brämer feiert dieses Jahr zweimal Geburtstag

Jutta Brämer ist Kinderkrankenschwester in der Klinik Oranienburg. In diesem Jahr feiert sie zweimal den 55. Geburtstag _ ihren eigenen und den der Station für Kinder- und Jugendmedizin. Auf dieser Station hatte sie schon ab 1977 gelernt und ist ihr treu geblieben.

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Freut sich, dass sie wieder eine neue Zeichnung zur Erinnerung anheften kann: Krankenschwester Jutta Brämer.

Quelle: ENRICO KUGLER

Oranienburg. Jutta Brämer ist Kinderkrankenschwester in der Klinik Oranienburg. In diesem Jahr feiert sie zweimal den 55. Geburtstag _ ihren eigenen und den der Station für Kinder- und Jugendmedizin. Auf dieser Station hatte sie schon ab 1977 gelernt und ist ihr treu geblieben. Sie liebt ihren Job, auch wenn sie in drei Schichten und oft am Wochenende arbeiten muss. „Ich habe es nie bereut, dass ich mich für diesen Beruf entschieden hatte. Die Arbeit mit Kindern macht mir Spaß.“ Jedes Alter _ ob Kleinkind, Kind oder Jugendlicher _ sei spannend.

Vieles habe sich im Vergleich zu DDR-Zeiten verändert, erzählt Jutta Brämer und nennt die Einbeziehung der Eltern. „In den Anfangsjahren der Kinderabteilung durften die Eltern nur sonntags und mittwochs für eine Stunde zu Besuch kommen und mussten hinter einer Scheibe bleiben. Das war grausam. Eine Arztauskunft gab es nur mittwochs.“ Heute könnten die Eltern immer bei ihren Kindern sein und auch in den Patientenzimmern übernachten.„Ich möchte die Eltern nicht missen. Denn die Kinder sind viel ruhiger, wenn die Eltern da sind“, sagt Jutta Brämer. Sie und ihre Kolleginnen versuchen, fast alles möglich zu machen. Möchte ein Kind zum Beispiel mit im Bett von Mama oder Papa schlafen, um zu kuscheln, wird ein größeres Bett ins Zimmer gestellt mit einem daran befindlichen Gitter, damit das Kind nachts nicht herausfällt.

Beim Rückblick auf DDR-Zeiten kommt Jutta Brämer auch auf die Arbeitsmaterialien zu sprechen. Mit den Ein-Weg-Spritzen sei die Arbeit leichter geworden, denn das Reinigen der Kanülen und Abfeilen von Unebenheiten im Glas entfallen. Pampers würden Gummihosen ersparen. Doch Baumwollwindeln seien nicht völlig aus dem Rennen. Sie würden als Spuckwindeln verwendet oder auch mal an einen wunden Po gelegt, damit dieser schnell heile. Was Krankheiten anbelangt, fallen Brämer keine Veränderungen ein. Nur Rotaviren habe es zu DDR-Zeiten nicht gegeben.

In den fast 40 Jahren ihrer Arbeit auf der Kinderstation der Klinik Oranienburg hat Jutta Brämer Schlimmes und Schönes erlebt. Sie kann sich noch genau an den Abend vor 15 Jahren erinnern, als ein zwölf Jahre altes Mädchen eingeliefert wurde. Das Kind war schlapp und hatte Fieber. Nach der Blutentnahme wurde es mit Verdacht auf Leukämie in eine Spezialklinik nach Berlin gebracht. Ein paar Tage später entdeckte Jutta Brämer entsetzt die Todesanzeige in der Zeitung. „Das ging mir sehr nahe.“

Die schönen Momente helfen über traurige hinweg. Wenn Kinder, die matt und fremdelnd aufgenommen worden waren, gesund und fröhlich wieder nach Hause entlassen werden können. Und sich mit einem selbst gemalten Bild verabschieden, auf dem sie oder die Eltern geschrieben haben: „Es war trotzdem schön hier.“

Jutta Brämer hat auch privat gerne Kinder um sich. Ihr Hobby sind die Enkel, fünf und anderthalb Jahre alt. „Jetzt sind sie klein und sind glücklich, wenn man sich mit ihnen beschäftigt. Ich nutze diese Zeit, denn wenn sie älter sind, haben sie andere Interessen.“

Von Marion Bergsdorf

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