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Karies bei Kindern im Havelland rückläufig

Kreisbericht zur Zahngesundheit Karies bei Kindern im Havelland rückläufig

Die Zähne von Kindern und Jugendlichen im Havelland sind heute sauberer als noch vor 15 Jahren. Zu diesem Schluss kommt der Bericht zur Zahngesundheit des Landkreises. Vor allem die zwölf- und 15-jährigen Kinder hätten gesündere Gebisse, sagt Amtsarzt Erich Hedtke. Doch es gibt regionale Unterschiede: Die Zähne werden schlechter, je weiter man sich von Berlin entfernt.

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Wenn man sie richtig vermittelt, kann Zahnpflege Kindern sogar Spaß machen.

Quelle: dpa

Havelland. Die Zähne von Kindern und Jugendlichen im Havelland sind heute sauberer als noch vor 15 Jahren. Zu diesem Schluss kommt der Bericht zur Zahngesundheit des Landkreises, für den über 200 000 zahnärztliche Untersuchungen seit 1999 ausgewertet wurden. Vor allem die zwölf- und 15-jährigen Kinder hätten gesündere Gebisse, sagt Amtsarzt Erich Hedtke, der Leiter des kreislichen Gesundheitsamtes.

Es existieren jedoch nach wie vor regionale Unterschiede – „im berlinnahen Raum sind die Gebisse eindeutig besser“, so Hedtke. Auch der soziokulturelle Hintergrund spielt eine Rolle. „Das Elternhaus ist entscheidend. Es gibt Familien, die haben gar keine Zahnbürste und geben ihren Kindern permanent die Flasche“, sagt Erich Hedtke. „Die haben dann mit zwei oder drei Jahren oft schon mehrere kaputte Zähne.“

Besonders im Westhavelland leiden schon Dreijährige unter Kariesbefall; dort hat sich die Zahl der Kinder mit kaputten Zähnen seit 1999 sogar erhöht. Nur etwas mehr als drei Viertel der untersuchten Kinder weisen ein gesundes Gebiss vor – im Osthavelland sind es fast 90 Prozent, deutlich mehr als noch vor 15 Jahren. Der Bericht des Gesundheitsamtes unterscheidet auch zwischen den einzelnen Gemeinden: Demnach hatten in Premnitz 30 Prozent der Dreijährigen kaputte Zähne, in Schönwalde-Glien waren es fast gerade mal acht Prozent, in Falkensee neun. Mädchen und Jungen unterscheiden sich dabei kaum.

Bei den fünfjährigen Kitakindern gibt es in allen Bereichen des Landkreises eine positive Entwicklung. Von der Zielvorgabe Landes Brandenburg, dass bis zum Jahr 2020 mindestens 80 Prozent der Kinder dieser Altersgruppe kariesfreie Milchzähne haben, ist man jedoch noch weit entfernt. Im Amt Friesack etwa leidet noch immer die Hälfte der Kinder unter Kariesbefall, und bei fast jedem achten Fünfjährigen im Havelland sind gleich fünf Zähne oder mehr betroffen. „Da ist noch einiges zu tun“, weiß Erich Hedtke.

Bereits 2014 startete der zahnärztliche Dienst deshalb das Präventionsangebot „Kita mit Biss“, dessen Maßnahmen sich insbesondere an die Jüngsten richtet: tägliche Zahnputzübungen in den Kindertagesstätten, gesundes Frühstück, zuckerfreier Vormittag, ungesüßte Getränke und frühes Abgewöhnen des Nuckels und der Trinkflasche. Aktuell beteiligen sich 30 der 94 Kitas im Kreis an diesem Projekt.

Am erfreulichsten sind die Fortschritte bei den Jugendlichen, die schon ihre bleibenden Zähne haben. „Die Werte haben sich kreisweit massiv verbessert“, berichtet Erich Hedtke. Bei den 15-Jährigen etwa konnte im Schuljahr 1999/2000 nicht einmal jeder Fünfte naturgesunde Zähne vorweisen, „das war grottig“, so Hedtke. Mittlerweile sind die Zahlen im Falkenseer Raum auf knapp 64 Prozent, im Westhavelland auf 53 Prozent und in Nauen und Umgebung auf 45 Prozent gestiegen.

Das ist jedoch nicht der einzige regionale Unterschied, den das Gesundheitsamt festgestellt hat. In Falkensee tritt nicht nur seltener Kariesbefall auf – er wird auch häufiger behandelt. „In Nauen und Rathenow ist die Bereitschaft dazu deutlich geringer“, erklärt Erich Hedtke. Unterschiede gibt es auch zwischen den verschiedenen Schultypen, und das kreisweit: Gymnasiasten haben mit Abstand die besten Gebisse, gefolgt von Schülern an Gesamtschulen und Oberschulen. „Das sind signifikante Unterschiede“, sagt Hedtke.

Doch woran liegt es, dass Karies heute weit weniger häufig auftritt als noch zur Jahrtausendwende? Juliane Rudorf, Jugendzahnärztin im zahnärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes, hat da eine Vermutung: „Entscheidend ist vermutlich der stärkere Einsatz von schützenden Fluoriden in Zahnpasten und Speisesalz“, sagt sie. Die Mundhygiene hätte sich nämlich kaum verbessert, ebenso wenig wie die Ernährung.

Von Philip Häfner

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