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Krankenstand auf hohem Niveau

Gesundheit in der Region Dahmeland-Fläming Krankenstand auf hohem Niveau

Der Krankenstand in der Region ist vergleichsweise hoch. Das zeigen Studien, die die Krankenkassen Barmer und BKK fast zeitgleich veröffentlicht haben. Arbeitnehmer aus der Dahmeland-Fläming-Region bleiben pro Jahr zwei bis drei Tage länger zu Hause als der Durchschnitt der Bundesbürger. Gründe gibt es viele.

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Mehr Arztbesuche, mehr Fehltage: Arbeitnehmer aus der Region sind pro Jahr drei bis vier Tage länger krank als der Bundesdurchschnitt.

Quelle: dpa

Dahmeland-Fläming. Verlässliche regionale Daten zur Gesundheit der Bevölkerung gibt es nur wenige. Jetzt haben gleich zwei Krankenkassen detaillierte Reports vorgelegt, die die Fehltage und Arztbesuche ihrer Mitglieder bis auf die Kreisebene auswerten, und damit auch Rückschlüsse auf das Wohlbefinden der Menschen zulassen. Allerdings nur in Maßen.

Aus den Studien geht vor allem eines hervor: Die Brandenburger sind anscheinend generell nicht mit der besten Gesundheit gesegnet, zumindest lassen sie sich häufiger krankschreiben als die Einwohner der meisten anderen Bundesländer. Aber immerhin liegen in Brandenburg die Landkreise Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald im vorderen Mittelfeld.

2014 sank die Zahl der Krankschreibungen

Laut Gesundheitsbericht der Barmer-GEK ist zudem im Jahr 2014 in beiden Landkreisen die Zahl der Krankschreibungen zurückgegangen. Ein Grund: Die Grippewelle fiel 2014 deutlich schwächer aus als 2013. Auf 100 Arbeitnehmer aus Teltow-Fläming kamen im vorigen Jahr 139 Krankschreibungen, in Dahme-Spreewald waren es mit 136 etwas weniger. Beide Landkreise liegen jedoch deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Bundesweit kamen im vorigen Jahr auf 100 Barmer-Versicherte nur 121 Krankschreibungen.

Wenn sich Arbeitnehmer aus der Region Dahmeland-Fläming krankschreiben lassen, dann bleiben sie auch deutlich länger zu Hause als der durchschnittliche Bundesbürger. Ein Arbeitnehmer aus Teltow-Fläming fehlt im Schnitt 20 Tage pro Jahr, ein Arbeitnehmer aus Dahme-Spreewald ist – obwohl es dort weniger Krankschreibungen gibt – sogar 21 Tage pro Jahr krankgeschrieben. Der Bundesdurchschnitt liegt bei etwa 17 Tagen.

„Die Ursachen sind vielschichtig.“

Woher diese vergleichsweise hohen Werte kommen, ist schwierig zu erklären, sagt Matthias Richter. Er ist Referent bei der Betriebskrankenkasse (BKK), die in ihrem Gesundheitsreport zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommt. „Die Ursachen sind sicherlich vielschichtig“, sagt er. Die Unterschiede könnten sich dadurch erklären, dass in einigen Regionen die Menschen weniger gesund leben als in anderen oder dadurch, dass die medizinischen Versorgungsstrukturen unterschiedlich sind. Es könnte aber auch andere Gründe für die vergleichsweise hohen Werte geben. Etwa, dass in einigen Regionen Menschen häufiger zum Arzt gehen. Oder dass Ärzte in einigen Regionen schneller und länger krankschreiben als in anderen. Der Lebensstandard scheint eine Rolle zu spielen, die Höhe der Arbeitslosigkeit auch. „Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus allem“, sagt Richter.

Auffällig ist, dass im Brandenburg-Vergleich die kreisfreien Städte oft niedrigere Krankenstände verzeichnen. Insbesondere Potsdam liegt brandenburgweit bei einigen Kennzahlen deutlich vorn. Dort gibt es etwa deutlich weniger Krankschreibungen wegen Muskel-Skelett-Erkrankungen und auch deutlich weniger Krankschreibungen aufgrund von Verletzungen als im Rest des Landes. Bei der Barmer erklärt man das damit, dass in Städten weniger körperlich schwere Arbeit anfällt.

Interessant bei den Verletzungen: Im Vergleich aller Landkreise und kreisfreien Städte liegt der Landkreis Dahme-Spreewald, der einen Großteil seiner Wirtschaftsleistung im Handel erbringt, hinter Potsdam und Cottbus auf dem dritten Platz. Teltow-Fläming als Industriestandort dagegen überschreitet den Bundesschnitt deutlich und liegt im Brandenburg-Vergleich im letzten Drittel.

Vergleichsweise wenige psychische Erkrankungen

Dem Bundesschnitt am nächsten kommen Arbeitnehmer in der Region bei den Fehlzeiten wegen psychischer Krankheiten. Bundesweit kommen auf 100 Arbeitnehmer laut der Barmer-Studie im Schnitt 316 Fehltage pro Jahr aufgrund psychischer Probleme. In Teltow-Fläming sind es 322 (1,9 Prozent über Bundesdurchschnitt), in Dahme-Spreewald 350 Tage (plus 11 Prozent). Bei Atemwegserkrankungen, Muskel- und Skeletterkrankungen und Verletzungen ist die Abweichung erheblich größer.

Diese Zahlen haben statistisch durchaus eine Aussagekraft, immerhin sind mehr als zehn Prozent der deutschen Arbeitnehmer bei der Barmer versichert. Von der fast zeitgleich erschienenen BKK-Studie werden sie auch in weiten Teilen bestätigt. Der deutlichste Unterschied zwischen beiden: Die BKK-versicherten Arbeitnehmer haben in Teltow-Fläming mehr Fehltage als in Dahme-Spreewald. Bei der Barmer ist es umgekehrt.

Von Oliver Fischer

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