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Kürzere Wege für Patienten in der Prignitz

KMG plant ambulante Versorgungszentren Kürzere Wege für Patienten in der Prignitz

Die Zahl der Betten im Gesundheitskonzern KMG in Bad Wilsnack hat sich in den vergangenen Jahren nur wenig verändert. Nun geht der Konzern auf Expansionskurs: Geplant sind medizinische Versorgungszentren für den ambulanten Bereich. Auch den Zukauf weiterer Akutkrankenhäuser schließt Vorstandschef Stefan Eschmann nicht aus.

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Stefan Eschmann ist seit zweieinhalb Jahren Vorstandschef der KMG-Kliniken.

Quelle: Claudia Bihler

Bad Wilsnack. Ging es bei den Veränderungen im KMG-Konzern in den vergangenen Jahren vor allem um die Modernisierung der bestehenden Häuser, soll sich dies in der nächsten Zeit wieder ändern. Zum Beispiel denkt das Unternehmen über ambulante Einrichtungen nach. „Wir sind an allen Standorten mit niedergelassenen Ärzten im Gespräch“, sagt Stefan Eschmann, Vorstandsvorsitzender des KMG-Konzerns, „und planen, uns im Bereich der Medizinischen Versorgungszentren zu entwickeln. Dabei betrachten wir uns nicht als Konkurrenz zu den Kassenärzten, sondern wollen vielmehr die medizinische Betreuung im ambulanten Bereich verbessern, indem wir Versorgungsaufgaben wahrnehmen.“ Auch der ambulante Pflegebereich soll erweitert werden. Bislang hat die KMG lediglich einen einzigen Pflegedienst.

Insgesamt fünf Millionen Euro hat der Konzern in diesem Jahr für die Ausstattung mit medizintechnischen Geräten ausgegeben. Dazu gehört unter anderem eine neue Herzkatheter-Anlage im Wittstocker Krankenhaus, das inzwischen die drittgrößte Herzstation in Brandenburg hat. Geht es nach den Fallzahlen, ist es sogar die zweitgrößte Station. 900 000 Euro flossen in eine neue Zentralsterilisation im Güstrower Kreiskrankenhaus, wo auch die IMC-Station (Intermediate Care) – ein Bindeglied zwischen Intensivstation und Normalstation – eingerichtet wurde und nun eine geriatrische Station im Aufbau ist.

Kyritzer und Wittstocker Kliniken sind mit Berlin vernetzt

Ersatzinvestitionen gab es auch in der Telemedizin: Die Krankenhäuser in Kyritz und Wittstock sind heute mit dem Unfallkrankenhaus in Berlin vernetzt, was vor allem eine bessere Diagnostik ermöglicht. Eschmann: „Da die Fachärzte in Echtzeit beispielsweise einen Computertomografen steuern können, erweitern wir das Spektrum ganz wesentlich und können so medizinische Leistungen an Standorten anbieten, wo wir sie sonst nicht hätten.“ Unter anderem in einem neuen Gefäßzentrum, in dem die Kardiologen des Wittstocker Krankenhauses mit den Gefäßspezialisten in Pritzwalk zusammenarbeiten können. Die Zusammenarbeit soll einerseits dazu führen, dass Mehrfacherkrankungen besser festgestellt werden, andererseits aber auch dafür sorgen, dass Patienten nicht mehrere Untersuchungen zugemutet werden müssen. „Wir sind in Sachen Telemedizin auf dem neuesten Stand der Technik. Als nicht-universitäre Einrichtungen sind wir nicht auf dem Gebiet der Forschung tätig. Das heißt, wir verwenden erprobte Techniken und unternehmen keine Versuche.“

Schon in den vergangenen Jahren hatte es zahlreiche Veränderungen in den Häusern der KMG gegeben. Die augenfälligste ist wohl die Eröffnung des Klinikneubaus in Kyritz. Demnächst soll dort auch eine neue Chefarztstelle geschaffen werden. „Wer das ist, kann ich heute noch nicht sagen“, so Stefan Eschmann, Vorstandschef der KMG-Kliniken Bad Wilsnack, „aber es wird auf alle Fälle eine zusätzliche Stelle sein“. Doch das ist längst nicht die einzige Veränderung, die sich der Klinikkonzern mit seinen mehr als 3500 Mitarbeitern vorgenommen hat. „In Havelberg konnten wir einen erfahrenen Internisten gewinnen, haben erheblich in Medizintechnik, insbesondere die Endoskopie, investiert und werden in diesem Jahr noch mit unseren Baumaßnahmen fertig, so dass wir dann ab 2016 auch in Havelberg in einem teilweise neu gebauten beziehungsweise kernsanierten Gebäude arbeiten.“

Die KMG bewirtschaftet 2650 Betten

„Wir haben zudem einiges im Konzern verändert“, sagt Stefan Eschmann, „auch, wenn manche Dinge zunächst für Außenstehende nicht gleich zu sehen sind“. Verwaltungsdirektoren gibt es keine mehr für die Krankenhäuser , stattdessen Klinikgeschäftsführer. „Das hat auch zu personellen Veränderungen geführt“, sagt der Vorstandschef. „Damit ist ihre Bezeichnung für die Patienten klarer. Zudem wollen wir Klinikgeschäftsführer, die sich als Unternehmer begreifen, Spaß an der Verantwortung haben und die an allen Standorten die Dinge weiterentwickeln wollen.“

Mit 2650 Betten erwirtschaftet die KMG derzeit 240 Millionen Euro Umsatz. Für die Zukunft schließt Eschmann auch den Zukauf weiterer Akutkrankenhäuser nicht aus, denn der Konzern möchte auch in diesem Bereich weiter wachsen. Bei kleineren Häusern biete sich die weitere Region an, auch, weil ein Haus dann an den bereits vorhandenen Klinikcluster angeschlossen werden könne. „Aber wenn es eine größere, spannende Klinik wäre, dann wäre eventuell auch ein Kauf in größerer Entfernung interessant“, sagt der Vorstandschef. „Aber dazu muss etwas auf dem Markt sein, und passen muss es natürlich auch.“

Von Claudia Bihler

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