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Leben mit chronischen Krankheiten

Selbsthilfetag des Landkreises Dahme-Spreewald Leben mit chronischen Krankheiten

Im Landkreis Dahme-Spreewald sind derzeit 93 Selbsthilfegruppen aktiv. Betroffene von chronischer Krankheit, Unfall oder Behinderung unterstützen sich dort gegenseitig – eine wichtige Stütze für sie und ihre Angehörigen. Am Samstag trafen sich Vertreter der einzelnen Gruppen zum Selbsthilfetag des Kreises im Königs Wusterhausener Rathaus.

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Rekis-Leiterin Marlis Rabes dankte Siegesmund Kramer von der Selbsthilfegruppe Diabetes in Eichwalde für sein ehrenamtliches Engagement.

Quelle: Uta Schmidt

Königs Wusterhausen. Unfall, Krankheit oder Behinderung führen bei Betroffenen nicht selten zu Verzweiflung und Isolation. Selbsthilfegruppen können Kranken und Angehörigen oft aufzeigen, wie es gelingt, in schwierigen Lebenssituationen Hilfe und Beistand zu erfahren.

Im Landkreis Dahme-Spreewald bieten derzeit 93 dieser Gruppen ein breites Spektrum an Unterstützung und Information an. Am Samstag lud die Regionale Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (Rekis) zum traditionellen Selbsthilfetag des Landkreises in den großen Saal des neuen Rathauses von Königs Wusterhausen ein. Die Anwesenden berichteten über ihre Arbeit in den Selbsthilfegruppen und diskutierten miteinander. Interessenten konnten direkt Kontakte knüpfen.

Vertreter aus neun Selbsthilfegruppen zwischen Eichwalde und Lübben schilderten den Umgang mit chronischen Krankheiten, die das Leben – auch der Familien - von einem Tag zum anderen verändern. Sie bestätigten auch, wie wichtig der persönliche Gedankenaustausch mit anderen Betroffenen bei der Bewältigung von Krankheit und Alltag sei.

Siegesmund Kramer zum Beispiel leitet seit 2001 die Selbsthilfegruppe „Diabetes“ in Eichwalde. Die Gruppe hat derzeit etwa 50 Mitglieder. Er sagte: „Wir bemühen uns ständig um neue Mitglieder, stellen bei Ärzten und Apotheken unsere Arbeit vor und knüpften Kontakte zu Heimat- und Kulturvereinen.“ Um immer auf dem Laufenden zu bleiben, bilde Kramer sich ständig über das Krankheitsbild weiter, studiere die Fachpresse und organisiere Termine mit Referenten. Als ein großes Anliegen machte Kramer deutlich, dass er sich eine besserere finanzielle Unterstützung für die Selbsthilfegruppe wünsche und stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden will.

Selbsthilfetag

Zum Programm des diesjährigen Selbsthilfetages gehörte ein Fachvortrag von Oliver Peters von der Charité-Universitätsmedizin Berlin über die „Volkskrankheit Demenz“.

Für die musikalische Unterhaltung beim Selbsthilfetag sorgte das Wildauer Zupforchester.

Den Kontakt zu Selbsthilfegruppen vermittelt die Regionale Kontakt- und Informationsstelle (Rekis) unter Tel. 0 33 75/52 37 38.

Selbsthilfegruppen werden vom Landkreis mit bis zu 125 Euro als freiwillige Leistung bezuschusst. Im Mittelpunkt des diesjährigen Selbsthilfetages stand das Leben mit verschiedenen Krankheiten wie dem Restless Legs-Syndrom, mit Depressionen, Parkinson, Rheuma, Multipler Sklerose oder Lungenkrankheiten.

Sieglinde Trapp von der 1984 gegründeten Selbsthilfegruppe „Frauen nach Krebs“ fasste ein für alle Krankheiten und Störungen geltendes Problem zusammen: „Manchmal fällt es Angehörigen bei sehr langer Krankheit schwer, Verständnis und Geduld für die Kranken aufzubringen“, sagte sie. Genau in solchen Momenten seien die Gespräche unter den Gruppenmitgliedern besonders wichtig. „Wir sind in all den Jahren zur Heimstatt für viele Frauen geworden“, sagte Sieglinde Trapp.

Nicht nur Rekis-Geschäftsführerin Marlis Rabes dankte den vielen ehrenamtlich Engagierten und 160 Teilnehmern für ihr Wirken in Selbsthilfegruppen. Deren Zahl wächst stetig an. In den vergangenen Jahren gründeten sich weitere Gruppen für Morbus Bechterew und Rheuma.

„Nötig wären ebenso Gruppen für Trauerarbeit oder speziell für trauernde Eltern“, sagte Rabes. Alt-Landrat Martin Wille überbrachte die Grüße vom Schirmherrn des Selbsthilfetages, Landrat Stephan Loge, sowie des Kreistages. Er sicherte die finanzielle Unterstützung der Gruppen aus dem Kreishaushalt auch für 2016 zu. „Hilfe zur Selbsthilfe ist die beste Investition, wenn es um die Hilfe und Informationen bei Krankheiten geht“, ergänzte Sozialausschuss-Vorsitzender Michale Wolter (CDU).

Von Uta Schmidt

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