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Linther „Rappelkiste“ ist „Kita mit Biss“

Gesundheitsvorsorge im Kindergarten Linther „Rappelkiste“ ist „Kita mit Biss“

Umstrittener Effekt: Beim Thema Zähneputzen gehen Kindertagesstätten im Amt Brück unterschiedliche Wege. In der Linther „Rappelkiste“ ist es selbstverständlich. Die Tagesstätte erhält dafür jetzt das Prädikat „Kita mit Biss“.

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In der Linther Kita „Rappelkiste“ ist das Zähneputzen selbstverständlich.

Quelle: Thomas Wachs

Linthe. Zähneputzen gehört zum Alltag sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen. Soweit ist das wohl unstrittig. Umstritten scheint jedoch zu sein, ob das Zähneputzen auch in Kindertagesstätten auf dem Programm stehen sollte oder nicht. Da gehen die Einrichtungen im Amt Brück unterschiedliche Wege. Während in der Brücker Kita „Planegeister“ seit eineinhalb Jahren Zahnbürsten und Zahnputzbecher aus den Badregalen verschwunden sind und diese in der Borkwalder Kita „Regenbogen“ vor kurzem ebenfalls verbannt wurden, wird in der Linther „Rappelkiste“ weiter munter unter Anleitung geputzt. Dafür erhält die Tagesstätte am Dienstag gar ein besonderes Zertifikat. Eine Plakette mit der Aufschrift „Kita mit Biss“ wird nun neben der Eingangstür prangen.

Damit ist die Rappelkiste die fünfte Kita im Fläming, die diese Auszeichnung erhält. „Die Zahnärztin war begeistert von unserer Arbeit und schlug uns vor, bei dem Programm mitzumachen, da wir eh schon alle Anforderungen erfüllen“, berichtet Kitaleiterin Heike Janzen. Die Liste des von der „Gruppenprophylaxe Berlin-Brandenburg“ durchgeführten Projekts hat drei Hauptanforderungen: Zähne putzen, kein Zucker, keine Nuckel.

Nur Wasser und ungesüßter Tee

Obst und Gemüse beherrschen die Zwischenmahlzeiten in Linthe. Es gibt ausschließlich Wasser und ungesüßten Tee zu trinken. Und Nuckelflaschen sind ab dem Zeitpunkt, wenn das Kind selbstständig aus einer Tasse trinken kann, tabu. „Wir müssen nur noch ganz selten Elterngespräche über das ,Gesunde Frühstück’ führen“, betont Janzen. Das Kitateam weiß die Elternschaft hinter sich. Die Chefin freut sich über das jetzt vergebene Zertifikat, denn es ist für sie die Anerkennung ihrer Arbeit.

Fünf Prädikate im Hohen Fläming

Das Präventionsprogramm „Kita mit Biss“ hat das Ziel, die Mundgesundheit zu fördern und die frühkindliche Karies zu vermeiden.

Es ist ein Ernährungs- und Aufklärungsprogramm, das einen Kita-Alltag schaffen soll, der die Mundgesundheit befördert.

Entwickelt wurden dafür praktikable Handlungsleitlinien, wie ein zahngesundes Frühstück, das Anbieten von zuckerfreien Getränken, das Zähneputzen nach der Hauptmahlzeit und vor allem das frühzeitige Abgewöhnen der Nuckelflasche.

Im Hohen Fläming tragen fünf Häuser das Prädikat „Kita mit Biss“. Mit dabei sind die „Lindenzwerge“ in Bad Belzig, der „Knirpsentreff“ in Medewitz, das Kinderhaus „Pusteblume“ in Reppinichen, die „Sonnenkinder“ in Grubo und nun auch die Kita „Rappelkiste“ in Linthe.

Dennoch bleibt zumindest das Zähneputzen in den Einrichtung des Amtes Brück immer wieder ein viel diskutiertes Thema. Für Sozialamtsleiter Lars Nissen ist die gesunde Ernährung entscheidend, nicht das Zähneputzen. „Zudem sollte das Zähneputzen schon von zu Hause aus erfolgen“, sagt der Ressortleiter. „Ich bin kein Zahnmediziner, aber morgens und abends die Zähne gründlich zu putzen, sollte nach meinen Erfahrungen ausreichend sein“, sagt Nissen und sieht das zusätzliche Putzen in der Kita als entbehrlich an.

Als vor drei Jahren das Putzen in der Kita „Sonnenschein“ in Borkheide aufgegeben wurde, gab es starke Elternproteste (MAZ berichtete). In deren Folge wurde das Zähneputzen wieder begonnen. In Borkwalde ist diese Diskussion aktuell im Gange. Die endgültige Entscheidung trifft der Kitaausschuss.

Elternproteste führten wieder zum Putzen

„In den Einrichtungen gibt es immer mal wieder Tendenzen, das Zähneputzen einzustellen beziehungsweise es wieder einzuführen“, bestätigt Lars Nissen. „Als Teil der konzeptionellen Arbeit befassen sich die Kita-Ausschüsse umfänglich mit diesem Thema und treffen dann eine Entscheidung“, erklärt der Sozialamtsleiter.

Neben den Hygienebedenken wonach Kinder die Bürsten untereinander tauschen und gar den Fußboden damit schrubben würden, spielt auch die Zeit eine wesentliche Rolle. „Eine Erzieherin mit zwölf oder 14 zwei- bis vierjährigen Kindern ist dabei überfordert. Bei drei Minute je Kind würde das anleitende Putzen fast 40 Minuten dauern“, hat Nissen ausgerechnet. Heike Janzen ist diese Diskussion egal. In der Linther Kita werden die Zähne nach dem Mittagessen geputzt und auch nach Kindergeburtstagen geht es sofort ins Bad zur Zahnbürste.

Von Andreas Koska

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