Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Parkour-Anlage für noch mehr Outdoor-Spaß

Kleinmachnower Jugend gestaltet sich eigene Plätze Parkour-Anlage für noch mehr Outdoor-Spaß

Der Jugendclub ist zwar noch nicht out, aber die jungen Leute von heute drängen gern in die Natur und wollen sich an ihren Treffpunkten auch bewegen. Dafür wachsen auch in Deutschland besondere Parkour-Anlagen. Kleinmachnow will in diesem Jahr eine solche bauen lassen.

Voriger Artikel
Meyenburg: Jeder Imker kriegt einen Stich
Nächster Artikel
Radler sind wichtig für die Wirtschaft

Im Winter noch drinnen: Am Montagnachmittag sind Jungs wie Erik Reich, Johann Brunner und Jonas Kreschnak (v.l.) in der alten Gorki-Turnhalle voll im Parkour.

Quelle: Christel Köster

Kleinmachnow. Neue Zeiten, neue Jugend mit Wünschen. Was in Frankreich in den späteren 1980er als Parkour entwickelt und später durch Spiel- und Dokumentarfilme sowie Werbung populär wurde, hält nun Einzug in Kleinmachnow. Dort soll in diesem Jahr eine Parkour-Anlage entstehen, für die die Gemeindevertreter 40 000 Euro aus dem Haushalt bewilligt haben. Die Summe bezieht Plangen, Bauten und Fallschutz mit ein. Eine Arbeitsgruppe ist dabei, die Anlage zu konzipieren. „Es ist ein großes Beteiligungsprojekt“, sagt die zuständige Fachbereichsleiterin Bettina Konrad. Gut 100 Mitglieder habe der Kleinmachnower Parkour-Verein, der schon öffentlich aufgetreten ist.

Im Waldstück neben der Skaterbahn im Europarc soll die Parkour-Anlage entstehen

Im Waldstück neben der Skaterbahn im Europarc soll die Parkour-Anlage entstehen.

Quelle: Friedrich Bungert

Parkour-Läufer bewegen sich effizient von A nach B

Parkour bezeichnet eine Fortbewegungsart, deren Ziel es ist, nur mit den Fähigkeiten des eigenen Körpers möglichst effizient von Punkt A zu Punkt B zu gelangen. Der Parkourläufer bestimmt seinen eigenen Weg durch den urbanen oder natürlichen Raum – auf eine andere Weise als von Architektur und Kultur vorgegeben. Es wird versucht, sich in den Weg stellende Hindernisse (Wände, Stangen, Sprungkästen) durch Kombination verschiedener Bewegungen so effizient wie möglich zu überwinden.

Wünsche und Vorschläge vom Jugendform

Die Anlage, die im Europarc Dreilinden auf einem rund 1000 Quadratmeter großen Gemeindegrundstück gleich neben der Skateranlage wachsen soll, entsteht in enger Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, der Carat Jugendarbeit und Jugendlichen des Ortes. Diese hatten sich auf dem Jugendforum im vorigen Jahr, an dem mehr als 60 Kinder und Jugendliche teilgenommen hatten, nicht nur für mehr Treffpunkte im Freien und eine solche Anlage ausgesprochen. Sie wünschten sich auch, bestehende Treffpunkte mit robusten Sitzmöglichkeiten und Papierkörben etwas aufzuwerten.

„Die Kids meckern nicht nur, sondern bringen Lösungsvorschläge ein“, sagt die langjährige Carat-Leiterin Kerstin Stein (41). Je mehr die Jugendlichen beteiligt werden, desto sorgsamer gingen sie mit den Treffpunkten um und kümmerten sich selbstständig um Ordnung. Und immer mehr sind zwanglose Treffpunkte im Freien gefragt. Schließlich wollten die jungen Leute nicht ständig unter Kontrolle sein.

Die Sozialpädagogen helfen den jungen Leuten nichts über

Aber die neun Sozialpädagogen von Carat wollen den Kindern und Jugendlichen nichts überhelfen. Es gibt den Club am Rathaus als Zentrum der Jugendarbeit, das mit großer Beteiligung eingerichtete CupCake-Café und viele Treffpunkte draußen. Die seien durch präparierte Holzstämme oder Pavillons gemütlicher geworden. „Wir fragen, was nutzt ihr, wo haltet ihr euch auf“, sagt Stein. Die Sozialarbeiter und besonders das Mobile Team sind dort unterwegs, wo die jungen Leute sind, zum Beispiel am Machnower See, auf den Kiebitzbergen und am Angelplatz.

Carat-Leiterin Kerstin Stein (l) und Mandy Merkel vom Mobilen Team

Carat-Leiterin Kerstin Stein (l.) und Mandy Merkel vom Mobilen Team.

Quelle: Claudia Krause

Der Pavillon an der Basketballanlage sei zum Beispiel „mega frequentiert“, berichtet Mandy Merkel vom Mobilen Team. Auch diese Anlage hatten Jugendliche mitgestaltet wie die Skateranlage vor gut sieben Jahren, die 2015 um eine Graffitiwand erweitert wurde; gefördert vom Landkreis. Merkel & Co. wirken aber auch deeskalierend, wenn sich Konflikte anbahnen. Am Rathausmarkt war es etwa im Sommer 2014 sehr heiß geworden zwischen Jung und Alt. In manchen Jahren gebe es halt „sehr dynamische Jugendgruppen“, sagen Stein und Merkel. Andererseits gebe es keine Konflikte zwischen den Generationen in den Sitzecken am Teltowkanal.

Angebote für drinnen und draußen

Carat nennt sich die gemeindeeigene Jugendarbeit in Kleinmachnow. Rund 3000 Kinder und Jugendliche gibt es; die größte Gruppe mit gut 20 Prozent sind die 7- bis 20-Jährigen.

Der Club am Rathaus bietet allen zumeist kostenlose Angebote wie Jugendcafé, Tischtennis, Kicker, Airhockey, Billard, Dart, Gesellschaftsspiele, die Wii-Konsole, Basketballplatz, Bandproberaum, Tanzsaal. Er ist montags bis donnerstags 13 bis 20 Uhr, freitags 13 bis 21 Uhr und samstags 16 bis 21 Uhr geöffnet.

Schulsozialarbeit wird an vier Kleinmachnower Schulen geleistet. Zu den Aufgaben zählen Hilfe in Krisenfällen, Soziales Lernen, Präventionsprojekte, Nachmittagsangebote wie Arbeitsgemeinschaften und Ausflüge.

CupCake ist das kleine Ladenlokal in der Hohen-Kiefer 32, das 10- bis 19-Jährige montags bis freitags von 13 bis 18.30 Uhr nutzen.

Das Mobile Team mit Mandy Merkel und Alexander Bonatz ist unterwegs zu Jugendtreffpunkten im Freien.

SOS Help: Carat-Mitarbeiter sind auch Ansprechpartner für Frust, Liebeskummer, Streitschlichtung und Bewerbungstraining; 033203/7 86 35.

Von Claudia Krause

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Gesundheit & Lebensfreude
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg