Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Plötzlich komplett neben sich

Neue Krisenstation in Klinik Hennigsdorf eröffnet Plötzlich komplett neben sich

Ein Team von Therapeuten steht ab sofort auf einer neuen Station der Klinik Hennigsdorf Menschen zur Seite, die nach Erleben einer belastenden Situation in eine Krise geraten sind. Und dies unabhängig davon, ob eine psychische Grunderkrankung besteht oder nicht. Die Therapeuten helfen mit kombinierten Methoden bei der Bewältigung der Krise.

Voriger Artikel
Schönheit kommt aus Hennigsdorf
Nächster Artikel
Velten: 25 Jahre Physiotherapie Kositz

Oberarzt Christian Wiedekind (l.), Chefärztin Maria Jockers-Scherübl und Kunsttherapeut Sebastian Stoll.

Quelle: Enrico Kugler

Hennigsdorf. In eine Krisensituation kann jeder kommen, unabhängig davon, ob eine psychische Grunderkrankung besteht oder nicht. Solch ein plötzliches Neben-Sich-Stehen kann nach dem Verlust des Lebenspartners oder auch des Arbeitsplatzes eintreten. Ob der U-Bahn-Fahrer, vor dessen Zug sich ein Mensch geworfen hatte oder der Polizist, der in eine Gewaltsituation geraten war _ es kann jede Berufsgruppe treffen.

Für solche Menschen gab es bislang in Oberhavel kein stationäres Angebot der schnellen Hilfe. Doch seit gestern ist das anders, wurde an der Klink Hennigsdorf eine neue Station für Krisenintervention und Psychotherapie eröffnet. „Es war uns seit Jahren ein Anliegen, eine solche Station zu eröffnen. Denn diese Patienten passen nicht auf unsere anderen Stationen mit psychischen Erkrankungen wie zum Beispiel mit Depressionen oder Suchterkrankungen“, sagt die Chefärztin der Abteilung Psychia-trie, Psychotherapie und Psychosomatik der Oberhavel Kliniken, Maria Jockers-Scherübl. Auf der anderen Seite, so die Chefärztin weiter, könnten sich erlittene Traumata zu psychischen Erkrankungen auswachsen, wenn die Menschen nicht aus eigener Kraft ihre Krise überwinden würden.

Manchmal reichen wenige Tage, bis Patienten sich wieder „gesammelt“ haben. Ein multiprofessionelles Team von Psychotherapeuten, Kunsttherapeut, Krankenschwester, Krankenpfleger, Sozialarbeiterin und Bewegungstherapeut stehen den Patienten zur Seite. „Es ist manchmal nicht hilfreich, eine belastende Situation immer wieder erzählen zu müssen. Wir setzen deshalb auf nonverbale Behandlungen wie die Kunsttherapie oder das Genusstraining“, sagt Jockers-Scherübl. Dabei würden Patienten angehalten, sich mit anderen Dingen zu befassen oder positive Erinnerungen wie den Geschmack von Lieblingsspeisen aus ihren Gedächtnis hervorzuholen. Dies alles helfe ebenso bei der Überwindung der Krise wie die Bewegung an der frischen Luft. Gezielt werden Entspannungstechniken vermittelt und trainiert. Letzlich konzentriert sich die Behandlung auf die Reduktion von Stress und das Wiederfinden und Einsetzen eigener Ressourcen. Die Stelle des Sozialarbeiters, der zum Team gehört, ist ausgeschrieben. Dieser Part sei sehr wichtig, denn meist müssten nach einer Krise viele Dinge geregelt werden. Das betont Christian Wiedekind, Oberarzt der neuen Station 34 für Krisenintervention in der Klinik Hennigsdorf.

Station für Krisenintervention und Psychotherapie

Die neue Station 34 der Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik befindet sich im Haus P der Klinik Hennigsdorf, Marwitzer Straße 91.

Anliegen: Menschen, die in eine akute Krisensituation geraten sind, zum Beispiel nach einem Unfall oder dem Tod eines Angehörigen, erhalten auf der Station für Krisenintervention Unterstützung zur Bewältigung ihrer Krise durch intensive psychotherapeutische Behandlung. Diese konzentriert sich auf Stressreduktion sowie das Wiederfinden und Einsetzen eigener Ressourcen.

Zeitdauer: Die Behandlung auf der neuen Station 34 kann wenige Tage bis maximal 21 Tage dauern.

Weiterbehandlung: Für jeden Patienten, der die Station verlässt, wird ein Konzept erarbeitet und ausgelotet, ob eine längere Anschlusstherapie erforderlich ist oder nicht.

Anmeldung: Jeder kann sich in der Krisenstation unter der Rufnummer 0 33 02/5 45 42 30 anmelden. Eine Überweisung vom Hausarzt ist wünschenswert, aber nicht Bedingung. Auf der neuen Station 34 gibt es 16 Betten in Einzelzimmern.

Er führt durch die Station mit 16 Einzelzimmern. Hier können sich die Patienten zurückziehen und zu Sitzungen in der Gruppe gehen. Wiedekind ist es wichtig, über Perspektive zu reden. Jeder Patient, der die Station verlässt, nimmt ein Konzept mit, wie es für ihn weitergehen könnte. Ob sich eine längere Therapie anschließen sollte oder welche Methoden der Selbsthilfe angeraten werden.

Die Abteilung für Psychiatrie und Psychosomatik verfügt jetzt über fünf Stationen mit 101 Betten und 57 Plätzen in den Tageskliniken der Häuser Hennigsdorf, Oranienburg und Gransee sowie einer psychiatrischen Institutsambulanz in Hennigsdorf und ist damit die größte Abteilung des Klinikverbundes der Oberhavel Kliniken.

Von Marion Bergsdorf

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Gesundheit & Lebensfreude
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg