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Tagebuch der Hilfen

Pflege und Leistungen Tagebuch der Hilfen

Unterstützungen und Hilfen für den Lebensalltag werden bei manchen Erkrankungen schnell nötig. Oft stehen Familien der Situation eines plötzlichen Pflegebedarfs für Angehörige zunächst einmal ratlos gegenüber. Für die Beantragung von Leistungen der Pflegeversicherung sind einige Fragen zu beantworten.

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Pflegebedürftigkeit kann schnell eintreten.

Quelle: dpa

Potsdam. Ein Schlaganfall, der Spuren hinterlassen hat. Eine Demenz-Erkrankung. Eine starke Beeinträchtigung der Mobilität. Mitunter stehen Familien ganz plötzlich vor der Situation, dass ein Angehöriger auf Hilfe angewiesen ist, dass er womöglich pflegebedürftig ist. Was aber ist zu tun, wenn Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch genommen werden sollen? Wer entscheidet, ob eine Person pflegebedürftig ist?

Zunächst einmal muss der Pflegebedürftige selbst oder aber ein Bevollmächtigter einen Antrag auf entsprechende Leistungen stellen. Entscheidend ist die Krankenkasse, bei der der Betroffene versichert ist. Zur jeweiligen Krankenkasse gehört auch eine Pflegekasse – hier gibt es das nötige Antragsformular, das dann auch hier eingereicht wird. „Der Antrag umfasst drei Seiten“, sagt Gabriele Rähse von der AOK Nordost. Wer beim Ausfüllen der Formulare unsicher ist und lieber auf Hilfe zurückgreifen möchte, kann sich zum Beispiel bei der AOK direkt an die Pflegeberater wenden. Rat gibt es aber auch bei den Pflegestützpunkten. Davon gibt es 19 im Land Brandenburg (www.pflegestuetzpunkte-brandenburg.de). Das sind neutrale Beratungsstellen, die Infos und Tipps zum Thema Pflege geben.

Gutachter kommt ins Haus

Ist der Antrag bei der Pflegekasse eingegangen, beauftragt sie den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK), die Pflegebedürftigkeit des Betroffenen festzustellen. In der Regel kommt dafür der Gutachter zum Pflegebedürftigen nach Hause. „Der MDK kündigt seinen Besuch an, macht mit dem Pflegebedürftigen einen Termin aus und weist auch bereits auf die bereitzulegenden Dokumente hin“, erklärt Rähse von der AOK Nordost. Das könnten zum Beispiel aktuelle Arzt- und Krankenhausberichte sowie eine Auflistung der verordneten Medikamente sein. Rähse empfiehlt, dass zu diesem Termin auch ein Familienangehöriger mit dabei ist. Denn die Betroffenen selbst würden ihre Hilfsbedürftigkeit vielleicht nicht korrekt einschätzen können. Vorteilhaft sei auch ein Pflegetagebuch, in dem schon dokumentiert wurde, bei welchen Tätigkeiten und Tagesroutinen es nicht mehr ohne Unterstützung geht. Dieses Tagebuch ist Rähse zufolge im Gespräch mit dem MDK-Gutachten so etwas wie eine Gedankenstütze – so würden wichtige Punkte in der Aufregung nicht vergessen.

Als pflegebedürftig gelten Menschen, die für mindestens die nächsten sechs Monate Hilfe brauchen. Wie viel Hilfe gebraucht wird, macht die Einordnung in die Pflegestufen I bis III deutlich. Im nächsten Jahr treten an die Stelle der Pflegestufen fünf Pflegegrade. Künftig sollen nämlich neben den körperlichen Beeinträchtigungen verstärkt auch geistige Einschränkungen berücksichtigt werden, wie sie etwa bei Demenzerkrankungen auftreten.

Der MDK-Gutachter schickt seinen Bericht an die Pflegekasse, die ihre Entscheidung auf der Basis der Gutachterempfehlung fällt. Grundsätzlich gilt, dass die Pflegekasse innerhalb von 25 Arbeitstagen nach Eingang des Antrags entschieden haben muss.

Von Ute Sommer

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