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Um 40 Jahre gealtert

Elstaler Schüler testen Alterssimulationsanzug Um 40 Jahre gealtert

Mit geröteten Wangen und schwerfälligen Schritten kämpft sich die 14-jährige Friederike die Treppen hoch. Im Rahmen des Unterrichtsfachs Lebensgestaltung-Ethik-Religion, kurz LER, testeten die Elstaler Oberschüler gestern gemeinsam mit Peter Schneider vom Wustermarker Seniorenbeirat einen Alterssimulationsanzug und kamen so richtig ins Schwitzen.

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Oma und Enkel: Jonathan stützt Mitschülerin Friederike.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Elstal. Mit geröteten Wangen und schwerfälligen Schritten kämpft sich die 14-jährige Friederike die Treppen hoch. „Puh ist das anstrengend. Jetzt kann ich meine Oma verstehen.“ Dankbar lässt sie sich von Klassenkamerad Jonathan unterhaken und schwankt gleich nur noch halb so doll.

Im Rahmen des Unterrichtsfachs Lebensgestaltung-Ethik-Religion, kurz LER, war gestern der Vorsitzende des Wustermarker Seniorenbeirats, Peter Schneider, zu Gast in der Heinz-Sielmann-Oberschule in Elstal. Um den Jugendlichen zu zeigen, wie es sich anfühlt älter zu werden, hatte er einen Alterssimulationsanzug im Gepäck. „Der Abstand zwischen alt und jung wird nun mal immer größer. Mit dieser Aktion im Rahmen des havelländischen Demografieprojektes möchten wir die Altersakzeptanz bei den Jugendlichen fördern.“

In nur wenigen Minuten alterten die Schüler so gefühlt um 40 Jahre. Handschuhe, beengende Schärpen um Ellenbogen und Kniegelenke, Gewichte an Armen und Füßen, eine Halskrause und eine etwa 12 Kilo schwere Weste schränkten sie nicht nur in ihrer Bewegungsfreiheit ein, sie bringen die Jugendlichen auch ganz schön ins Schwitzen. „Das Schlimmste ist die Weste. Lange kann man das nicht durchhalten“, so der 15-jährige Jonathan, der zu allem Überfluss auch noch eine improvisierte Einkaufstüte die schier endlosen Treppen hochträgt. Unter lauten Ächzen und mit wackligen Beinen nimmt er die letzte Stufe. Seine Mitschüler zu verstehen fällt ihm schwer. Große Ohrenschützer lassen Geräusche dumpf erklingen, eine Skibrille trübt den Blick. „Das Alter erwartet jeden, dass sollen sich die Schüler bewusst machen. Deswegen behandeln wir das Älterwerden auch im Unterricht. “, so Lehrer Rafal Czaplicki. „Alt werden bedeutet nicht, dass man an der Gesellschaft nicht mehr teilnehmen kann oder soll, leider kommt das heute allerdings immer häufiger vor. Man muss sich Gedanken über Strukturen machen, die ältere Leute vor der Isolation bewahren.“

Auch mit dem zweiten Experiment zieht Peter Schneider die Schüler in seinen Bann. Handschuhe, die mit minimalen Stromimpulsen dafür sorgen, dass das Eingießen von Getränken und sogar das Schreiben schwer fällt, werden übergestreift. „Das ist doch Mist. Wird das wirklich so?“, fragt einer der Schüler mit großen Augen. Erleichtert streift er die Handschuhe wieder ab.

Von Laura Sander

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