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Wahlbarometer: SPD hält CDU auf Abstand

Brandenburger wollen Status Quo Wahlbarometer: SPD hält CDU auf Abstand

Der Brandenburger ist mit dem Status Quo im Großen und Ganzen zufrieden. Nach einer von der MAZ beim Meinungsforschungs-Institut Forsa in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage würden 34 Prozent die SPD wählen, die CDU bleibt weit dahinter.

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Die SPD hat kurz vor der Landtagswahl die Nase vorn.

Quelle: dpa

Potsdam. Drei Wochen vor der Landtagswahl am 14. September verspüren die Brandenburger wenig Lust auf politische Veränderungen: Wenn am Sonntag gewählt werden würde, landet die SPD mit 34 Prozent Zustimmung unangefochten auf Platz 1. Die CDU bleibt mit 23 Prozent weit dahinter, die Linken könnten mit 22 Prozent rechnen. Die Grünen müssen mit sechs Prozent noch um den Wiedereinzug ins Parlament zittern. Die FDP scheint mit einem Umfragewert von drei Prozent schon jetzt definitiv draußen, die Alternative für Deutschland (AfD) kann mit sechs Prozent mit dem Einzug in das Landesparlament rechnen.

Das sind Ergebnisse des von der MAZ beim Meinungsforschungs-Institut Forsa in Auftrag gegebenen repräsentativen Wahlbarometers für Brandenburg. Befragt wurden in der zurückliegenden Woche 1002 Wahlberechtigte im Land.

Sozialdemokraten und Christdemokraten erreichen damit im August exakt die Zustimmungswerte, die sie bereits Anfang Januar im Brandenburg-Barometer der MAZ erzielt hatten. Die Linken verschlechterten sich hingegen um drei Prozentpunkte, die Liberalen nochmals um einen Prozentpunkt. Die einzigen Gewinner dieser Umfrage – allerdings auf geringem Niveau – sind die Grünen (plus ein Prozentpunkt) und die AfD mit einem Zuwachs von zwei Prozentpunkten.

Damit zeichnet sich in Potsdam eine Fortsetzung der rot-roten Koalition ab. Dieses politische Bündnis stößt wie bereits im Januar mit 45 Prozent auf die größte Zustimmung bei den Brandenburgern. Nur 17 Prozent (Januar: 21 Prozent) wünschen sich eine Große Koalition aus SPD und CDU.

Alle Umfrage-Ergebnisse auf einen Blick:

Wen würden Sie wählen? Die Forsa hat im Auftrag der MAZ drei Wochen vor der Landtagswahl 1002 wahlberechtigten Brandenburgern die Sonntagsfrage gestellt. Alle Ergebnisse des MAZ-Wahlbarometers gibt es in dieser Bildergalerie

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Erfreulich: Für 92 Prozent der Brandenburger kommt es überhaupt nicht infrage, einer rechtsextremistischen Partei ihre Stimme zu geben. Und: 74 Prozent der Märker geben an, am 14. September wählen gehen zu wollen. Bei der letzten Landtagswahl 2009 – gleichzeitig mit einer Bundestagswahl – lag die Wahlbeteiligung bei 67 Prozent. Bei der alleinigen Landtagswahl 2004 hatten sich lediglich 56,4 Prozent der Wahlberechtigten beteiligt.

Das Meinungsforschungsinsititut Forsa hat im Auftrag der MAZ 1002 Brandenburgern Wahlplakate mit den Spitzenkandidaten von SPD, CDU, Linkspartei, Grüne, Piratenpartei, FDP, AfD und Freie Wähler gezeigt und gefragt: "Kennen Sie diesen Kandidaten" und "Sehen Sie das Land Brandenburg bei diesem Kandidaten in guten Händen?". Hier die Ergebnisse.

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MAZ Special

Vergleichen Sie Ihre Standpunkte mit denen der Direktkandidaten in Ihrem Wahlkreis.

An Pleiten, Pech und Pannen am Großflughafen Berlin-Brandenburg (BER) haben sich die Brandenburger offenbar gewöhnt. Obwohl das Land im BER-Aufsichtsrat mit SPD-Staatssekretär Rainer Bretschneider und den beiden Linken-Ministern Ralf Christoffers und Christian Görke mitentscheidet, hat das Debakel am Airport bei einer großen Mehrheit von 72 Prozent der Befragten keinen Einfluss auf die Wahlentscheidung im September.

Von Thoralf Cleven

Kommentar: Status Quo

Igor Göldner zu den Ergebnissen des Wahlbarometers

Auch diesmal gilt die Regel: Wer Umfragen gewinnt, muss noch lange nicht auch bei der Wahl vorn liegen. Zumal in Brandenburg noch drei Wochen Zeit sind. Allerdings setzt sich ein Trend fort: Der Märker findet wenig Gefallen, das politische Kräfteverhältnis ständig in Frage zu stellen. Mit dem Status quo ist er im Großen und Ganzen zufrieden, wie die neue Forsa-Umfrage zeigt. Erstaunlich dabei ist, wie wenig der SPD im Land der Rückzug von Matthias Platzeck vor einem Jahr geschadet hat. Nachfolger Dietmar Woidke verbucht ungebrochen Traumzahlen, die selbst die eigene Partei von ihm nicht erwarten konnte. Zugleich schwächelt die direkte Konkurrenz. Lieferte sich im Wahlkampf 2009 noch die Linke ein enges Rennen mit der SPD, liegt diese fast uneinholbar vorn. Die Linke verliert stetig an Zustimmung, seit sie regiert. Überraschend ist auch, wie deutlich die nach ihrem Bundestagswahlerfolg mit riesigen Erwartungen gestartete CDU den Anschluss verloren hat. Der Wähler unterscheidet offenbar genau, dass der Potsdamer Landtag und nicht Angela Merkel zur Wahl steht. Die CDU präsentiert sich zwar in sich geschlossen, doch führt das Gesamtkonzept nicht zu den erhofften Stimmengewinnen. Ernsthaft gefährlich kann der SPD nur noch jener Wähler werden, der glaubt, er müsse nicht zur Wahl gehen, weil die schon gelaufen sei.

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MAZ Wahlbarometer

In Brandenburg zeichnet sich eine Fortsetzung der rot-roten Koalition ab. 5 Prozent der Bürger wollen nach der aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der MAZ ein Bündnis von SPD und Linken, nur 17 Prozent wünschen sich eine Große Koalition.

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