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1,7 Millionen Euro fürs Stadtmarketing

Potsdam fördert mit der Gießkanne 1,7 Millionen Euro fürs Stadtmarketing

Der Auftrag über fast 950 000 Euro jährlich für das Tourismusmarketing ist nur eine Position auf der Liste der Ausgaben Potsdams für das Marketing. Auf Anfrage der CDU gab das Rathaus erstmals einen umfassenden Überblick über Zuständigkeiten und Kosten. Ausgespart bleiben die Ausgaben der städtischen Unternehmen.

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Das 24-Stunden-Festival „Stadt für eine Nacht“ in der Schiffbauergasse wird mit 140 000 Euro gefördert.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Die Landeshauptstadt gibt pro Jahr mehr als 1,7 Millionen Euro für Marketingaktivitäten aus. Das hat die Verwaltung auf Anfrage von CDU-Fraktionschef Matthias Finken bekannt gegeben. Mit der von Marketing-Chefin Sigrid Sommer vorgelegten Antwort gibt es erstmals eine Übersicht über alle mit dem Marketing befassten Bereiche im Rathaus und ihre jeweiligen Budgets.

Die größte Position geht mit weit mehr als 1,3 Millionen Euro über den Tisch des Fachbereichs für Wirtschaft, Kommunikation und Beteiligung. Maximal 950 000 Euro pro Jahr werden allein für das touristische Marketing an die Potsdam Marketing und Service GmbH (PMS) gezahlt, eine Tochter der städtischen Bauholding Pro Potsdam. Die Ausgaben des Bereichs Wirtschaftsförderung für das Standortmarketing belaufen sich „ohne Personalkosten“, wie es heißt, auf 150 000 Euro pro Jahr.

Die Ausgaben des von Sigrid Somer geleiteten Bereichs Marketing für Stadtmarketingaktivitäten liegen ohne Personalkosten bei 240 000 Euro pro Jahr. In diesem Budget enthalten sind unter anderem die Aufwendungen für das Standortmanagement Bildungsforum/Potsdamer Mitte.

Weitere rund 350 000 Euro werden über den Fachbereich Kultur und Museum ausgegeben. Davon fließen 250 000 Euro allein in das Marketing des Kultur- und Erlebnisareals Schiffbauergasse. 50 000 Euro pro Jahr werden jährlich für Marketingmaßnahmen des Potsdam-Museums veranschlagt, die Werbekosten des Naturkundemuseums liegen den Angaben zufolge bei 12 000 Euro. Weitere 68 000 Euro für Kultursteuerung und Kulturmarketing in den Jahren 2015 und 2016 finden sich der Antwort zufolge im Etat des Fachbereichs Kultur und Museum.

Nicht berücksichtigt sind bei der Finanzübersicht die Aktivitäten der städtischen Gesellschaften. Deren Marketingaufgaben bestehen laut Sommer zunächst darin, die Unternehmen „optimal am Markt zu positionieren, deren spezifischen Produkte zu vermarkten und eine möglichst hohe Auslastung zu erzielen“. Mit diesen Aktivitäten leisteten sie „auch einen Beitrag im Sinne der Imagewerbung für die Landeshauptstadt“. Namhaft ist das Stadtwerkefest im Lustgarten. Weitere von Sommer genannte Unternehmen sind die Musikfestspiele Sanssouci mit dem Nikolaisaal, das Bergmann-Klinikum, die Pro Potsdam und das Hans-Otto-Theater.

Tourismusvermarktung – eine heikle Baustelle

Die touristische Vermarktung, für die aktuell mit bis zu 950 000 Euro jährlich ein bedeutender Anteil aus dem Gesamtetat für das Stadtmarketing fließt, war für Potsdams Rathaus schon immer eine heikle Baustelle.

Eine erster Versuch mit der 1997 gegründeten Potsdam Tourismus Marketing (PTM) wurde nach zwei Jahren und Millionenverlusten aufgegeben. Auch die ersatzweise gegründete Potsdam Tourismus (PT) war ein Verlustbringer. In ruhiges Fahrwasser kam die Stadt erst 2004 mit der Tourismus Marketing Brandenburg (TMB) als Partner.

Die seit August 2015 für die Stadt tätige Potsdam Marketing und Service, eine Tochter der städtischen Pro-Potsdam-Bauholding, sprang ein, weil die Neuausschreibung des Auftrages gescheitert war. Nach elf Jahren Zusammenarbeit mit der TMB hatte die Stadt europaweit neue Partner gesucht.

Die Suche blieb bis zum Zieltermin Ende 2014 ergebnislos, ersatzweise sollte die gemeinsam mit der TMB geführte Potsdam Tourismus Service (PTS) noch ein Jahr länger laufen. Allerdings für nun fast 950 000 statt bisher gezahlter 600 000 Euro pro Jahr.

Nicht nur die überrumpelten Stadtverordneten murrten. Eine am europaweiten Ausschreibungsverfahren beteiligte Gesellschaft legte Beschwerde vor der Vergabekammer des Landes ein und bekam Recht.

Überschneidungen von Zuständigkeiten gibt es laut Sommer nicht: „Die Bereiche der Landeshauptstadt arbeiten intensiv zusammen und stimmen sich mit ihren spezifischen Partnern und den jeweiligen Akteuren ab.“ Es gebe Marketingkooperationen zu bestimmten Themen wie Jahreskampagnen, zu bestimmten Arealen wie der Schiffbauergasse und der Potsdamer Mitte, zu bestimmten Veranstaltungen wie „Unterwegs im Licht“, „ Stadt für eine Nacht“, „Weihnachtliches Potsdam“ und bestimmte Projekte wie die Grüne Woche.

Von Volker Oelschläger

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