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Bekenntnis nur zu besonderen Anlässen

Garnisonkirchen-Stiftung nimmt Anti-Nazi-Plakat wieder ab Bekenntnis nur zu besonderen Anlässen

Mit einem Plakat „Gegen alte und neue Nazis!“ hatten die Stiftung und die Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam nach dem Eklat um das wegen eines Nazi-Zitats abgesagte Garnisonkirchen-Benefiz Farbe bekannt. Doch nun ist das Banner wieder weg. Laut Sprecherin Friederike Schuppan war nicht beabsichtigt, es über längere Zeit zu zeigen.

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Nach dem Auktions-Eklat präsentierte die Garnisonkirchenstiftung ein Plakat gegen Nazis. Quelle: SGKP

Potsdam. Die Stiftung Garnisonkirche hat das Plakat „Gegen alte und neue Nazis! Garnisonkirche Potsdam“ wieder abgenommen. Gezeigt wurde es erstmals Ende November am Eingang der Nagelkreuzkapelle im Zusammenhang mit einer kurzfristig abgesagten Benefizauktion.

Das mit der Versteigerung beauftragte Auktionshaus Eichelkraut hatte auf seiner Website mit dem Spruch „Suum cuique – Jedem das Seine, aber Potsdam seine Kirche“ geworben.


Die Stiftung und die Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche distanzierten sich in ihrer Absage klar von dem Werbespruch, der historisch belastet und vom Auktionshaus ohne Abstimmung oder Ankündigung verwendet worden sei.

Begleitend zur Absage teilten Stiftung und Fördergesellschaft mit: „Am Baufeld der Garnisonkirche wurde unterdessen ein vor längerer Zeit erstelltes Banner aufgehängt, auf dem die Grundhaltung der Stiftung und Fördergesellschaft zu lesen ist: ,Gegen alte und neue Nazis – Garnisonkirche Potsdam’“.

Das Banner hing vier Tage, wie Friederike Schuppan auf MAZ-Anfrage mitteilte – vom Vormittag des 27. November, an dem die zum 28. November geplante Auktion abgesagt wurde, bis zum Vormittag des 1. Dezember.

Für eine dauerhafte Präsentation hingegen sei das Plakat „nicht gedacht und geeignet“, so die Sprecherin: „Wir haben es für Anlässe angefertigt, bei denen wir aus unserer Sicht mit einer sprachlich verknappten, plakativen Aussage ,Flagge zeigen’ wollen und müssen. Wir werden es auch in Zukunft dafür nutzen.“

Wiederaufbaupläne und der „Tag von Potsdam“

Der geplante Wiederaufbau der 1945 schwer beschädigten und 1968 gesprengten Garnisonkirche ist politisch umstritten.

Kritiker verweisen nicht zuletzt auf den 21. März 1933 als „Tag von Potsdam“ mit der Eröffnung des Reichstags und dem symbolisch aufgeladenen Händedruck Hitlers und Hindenburgs vor der Kulisse der Garnisonkirche.

Befürworter des Wiederaufbaus halten dem das Konzept eines internationalen Versöhnungszentrums in der wieder aufgebauten Kirche entgegen.

Allerdings ist fraglich, in welchem Umfang überhaupt gebaut wird. Noch ist nicht einmal der Kirchturm finanziert, dessen Baugenehmigung 2019 abläuft.

Der Grundsatz „Suum cuique“ findet sich erstmals in dem Werk „Politeia“ (Der Staat) des antiken Philosophen Platon. In zynischer Weise war „Jedem das Seine“ in das Tor des KZ Buchenwald eingearbeitet. Deshalb wird es mit dem NS-Terrorregime in Verbindung gebracht.

Von Volker Oelschläger

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