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Besucheransturm bei der „Art Brandenburg“

Märkische Kunstmesse Besucheransturm bei der „Art Brandenburg“

5000 Gäste kamen an den Potsdamer Kulturstandort Schiffbauergasse und bei vielen saß die Brieftasche locker – Kunst scheint auch in der Mark eine immer lohnendere Investition zu werden. Ob CDU-Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, die privat durch die Säle schlenderte, sich auch ein Kunstwerk fürs Eigenheim gönnte, ist nicht bekannt.

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Bildhauer Mikos Meininger mit seiner Bronzeskulptur „Mondnah wie wir“.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Sitten wie im alten Rom: Mikos Meininger greift der wohlgeformten Dame beherzt an den Busen, knetet ihn kräftig durch, lässt seine Hände dann über den leicht gewölbten Bauch gleiten, bis sie schließlich zwischen den strammen gespreizten Oberschenkeln der gutgebauten Schönen landen. Und hier grapscht und tatscht der Künstler, was das Zeug hält – in aller Öffentlichkeit. Die „Art Brandenburg“ mit den 113 Ausstellern– ein Sündenpfuhl im zehnten Jahr ihres Bestehens?

Doch Mikos Meininger, der mit seinen lederbehandschuhten Händen den Frauenkörper so ungeniert durchgewalkt hat, klärt auf: „Bronzeskulpturen gehören wie Schuhe gewichst.“ Dadurch bekommen sie eine seidig-glatte Oberfläche.

Meininger, der mit Chris Hinze das Kunsthaus „Sans Titre“ unweit der Französischen Kirche gegründet hat, ist künstlerisch beileibe kein unbeschriebenes Blatt: Seine Skulpturen stehen unter anderem an der Schiffbauergasse; 2016 wird er in der „Kunstsammlung Jena“ ausstellen. Das Besondere an der „Art Brandenburg“ fasst er so zusammen: „Dass keine Galeristen da sind, sondern Künstler.“

So direkt wie hier ist der Kontakt zwischen Künstlern und Kunstliebhabern – den potenziellen Käufern – sonst selten. Und das Besucherinteresse ist groß. „Platzhirsche“ wie Christian Heinze oder Rainer Ehrt sind immer dicht umlagert, wenn sie ihre Werke erklären. Das jeweilige Ausstellungsreich der Künstler ist von weißen Stellwänden begrenzt. Weiter geht der Streifzug, der bisweilen für Sammler auch zum Beutezug wird: Astrid Germo, Ulf Schüler, die Künstlergruppe „Panzerhalle“ aus Groß Glienicke – die Liste ließe sich lang fortsetzen. „Hier kann man seine eigene Fantasie ein bisschen ausleben“, schwärmt Brunhilde Demuth, eine ältere Dame, die mittlerweile fast schon Stammgast ist, über den anregenden Kunst-Kosmos: „Man kann sich selbst dabei etwas denken, während der Künstler sich vielleicht etwas ganz anderes dabei gedacht hat.“

Tatsache ist, dass die Schöpfer der schönen Werke auch ans liebe Geld denken müssen. Aber die Kauflust der Besucher scheint im Vergleich zur letzten Kunstmesse, die vor zwei Jahren stattfand, deutlich angestiegen zu sein. Bei den letzten beiden Messen wurde hauptsächlich am letzten Tag gekauft – dieses Jahr hingegen schon bei der Premiere, so die Beobachtung der beiden Projektleiter Undine und Wulf Holtmann. Ein voller Erfolg waren das Kinderprogramm und die Führungen von Schülern für Schüler, erzählt Claudia Häuser-Mogge, die für Kunstvermittlungen zuständig ist.

Unter die 5000 Besucher der Messe mischte sich diesmal auch Polit-Prominenz: Kulturstaatssekretär Martin Gorholt (SPD) war am Sonntag da. Und Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) kam als Privatbesucherin zur Messe.

Von Ildiko Röd

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