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Brandenburg/Havel: Heiraten immer beliebter

Bund fürs Leben Brandenburg/Havel: Heiraten immer beliebter

Lange sah es so aus, dass junge Menschen keinen Wert mehr darauf legen, verheiratet zu sein. Doch das Bild ändert sich inzwischen wieder: In Brandenburg an der Havel hat die Zahl der Eheschließungen zum Ende des dritten Quartals im Vergleich zu den letzten beiden Jahren zugenommen. 234 Paare gaben sich hier in diesem Jahr bisher das Ja-Wort.

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Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg an der Havel. Lange sah es so aus, dass junge Menschen keinen Wert mehr darauf legen, verheiratet zu sein. Doch das Bild ändert sich inzwischen wieder: In Brandenburg an der Havel hat die Zahl der Eheschließungen zum Ende des dritten Quartals im Vergleich zu den letzten beiden Jahren zugenommen. Gab es bis 30. September im letzten Jahr 215 Paare, die sich das Ja-Wort gaben, waren es in diesem Jahr schon 234. Die Standesbeamtin Michaela Hoffmann dachte eigentlich, dass sich die Zahl wie in den letzten Jahren verringert. „Erklären kann ich mir den Anstieg aber nicht, freue aber natürlich darüber“, sagt sie.

Zum Ende des Jahres spontan heiraten

Für die letzten drei Monate in diesem Jahr sind bereits 23 Termine reserviert, doch Michaela Hoffmann weiß aus Erfahrung, dass da noch einige hinzukommen werden. „Viele entscheiden sich zum Ende des Jahres noch spontan zu heiraten, auch wegen dem Steuervorteil.“

Die meisten Paare wollen ihre Hochzeit jedoch im Sommer feiern: „Für junge Menschen ist der Sommer die beliebteste Jahreszeit,“ weiß Hoffmann aus Erfahrung. In diesem Jahr war der Juli mit 47 Eheschließungen der gefragteste Monat, dicht gefolgt von Mai mit 42 und August mit 39. Wer sich gerne in diesen Monaten heiraten möchte, sollte am besten jetzt schon mit den Planungen beginnen und sich einen Termin reservieren, denn die Wochenenden sind heiß begehrt. Jetzt schon hat die Standesbeamtin viele Reservierungen für das kommende Jahr, meistens an Samstagen. Sieben Trauungen führt sie am Tag durch, im Stundenrhythmus. „Sonst würden wir es nicht schaffen“, sagt Hoffmann, fünf Mitarbeiter arbeiten dann immer abwechselnd auf Hochtouren.

Andere Länder, andere Sitten

Im Durchschnitt sind heiratswillige Pärchen 25 bis 30 Jahre alt. Doch an einen besonders interessanten Fall kann sich Michaela Hoffmann noch gut erinnern: Ein Paar hatte sich mit über 80 Jahren noch einmal trauen lassen. „Die beiden waren schon einmal verheiratet, ließen sich scheiden, aber trennten sich nie richtig“, erzählt sie. Auch interessant war für Hoffmann eine Braut in schwarzem Kleid: Im Heimatland des spanischen Mannes ist diese Farbe üblich.

Was Michaela Hoffmann bedauerlicherweise auch im Gedächtnis geblieben ist: In diesem Jahr gab es schon drei Not-Trauungen: „Wenn ein Partner nicht in der Lage ist, ins Standesamt zu fahren, kommen wir zu dem Paar nach Hause oder ins Krankenhaus.“ Es muss dabei eine lebensbedrohliche Krankheit vorliegen, oft haben Paare in solchen Situationen noch den Wunsch, den Bund fürs Leben zu schließen.

Freie Redner sind beliebt

Die Anzahl der kirchlichen Trauungen in der Havelstadt ist inzwischen verschwindend gering, viele heiraten nur noch standesamtlich und feiern danach mit ihren Gästen. „Paare, die ihre Hochzeit nicht längerfristig planen, haben auch im Durchschnitt kleinere Hochzeitsgesellschaften, etwa 30 Leute“, erzählt Hoffmann. In Brandenburg lassen sie sich dann im Altstädtischen Rathaus oder im Trauzimmer am Johanneskirchplatz vermählen. Größere Gesellschaften mit etwa 100 Personen gehen dafür ins Paulikloster. In diesem Jahr haben sich sogar zwei Paare auf Fahrgastschiffen das Ja-Wort gegeben.

Beliebt ist es auch, einen freien Redner zu engagieren, der nach der standesamtlichen Trauung eine sehr persönliche Zeremonie an einem für das Paar besonderen Ort abhält, wie beispielsweise auf einer Blumenwiese, am Rande einer Bergkulisse oder sogar in freien Kirchen. Auch da fragt der Redner das Ja-Wort ab und die Paare stecken sich gegenseitig noch einmal ihre Ringe an. Neben den Ringen sind die Frisuren- und Kleidertrends sehr traditionell, weiß Hoffmann: Bei den Männern dunkle Anzüge, die Bräute tragen lange, weiße oder eierschalenfarbene Roben, hochgesteckte Haare, und ganz wichtig: Der Schleier.

Von Melanie Höhn

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