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Generationentreffen der Hip-Hop-Szene

Breakdance-Battle auf dem Potsdamer Bassinplatz Generationentreffen der Hip-Hop-Szene

Der Potsdamer Bassinplatz wird am Freitag zum Austragungsort der dritten „PDM concrete-Battle“. Vor dem Wettbewerb erfahrener Breakdancer, die ab 18 Uhr im Ko-System gegeneinander antreten, gibt es ab 16 Uhr eine Breakdance-Battle für den Nachwuchs – darunter auch eine Gruppe von Flüchtlingskindern, die seit dem Frühjahr in Potsdam-West trainiert.

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Robert Segner (l.) und Saman Hamdi sind Organisatoren der bevorstehenden „PDM concrete Battle“ auf dem Bassinplatz.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Einige Dutzend Breakdancer werden am Freitagnachmittag zur „PDM concrete-Battle“ auf dem Potsdamer Bassinplatz gegeneinander antreten. Um 16 Uhr gehört der Asphalt zunächst dem Nachwuchs. Ab 18 Uhr tanzen die Älteren im Ko-System. Organisiert wurde der Wettbewerb von Robert Segner und Saman Hamdi (beide 29), die fast zur gleichen Zeit um das Jahr 2000 herum in die Hip-Hop-Szene fanden.

Saman Hamdi hatte an der Schule in Göttingen eine Gruppe von Breakdancern, in die es allerdings kein Hineinkommen gab. Als in einem Kulturzentrum ein Kurs gegeben wurde, trainierte er „drei Tage durch, obwohl ich schon am zweiten Tagen nicht mehr laufen konnte“. Danach übte er mit Freunden weiter, „komplett autodidaktisch“. Mittlerweile kennt er die Szene aus unterschiedlichsten Perspektiven. Vor einem Jahr kam Hamdi als Dozent an die Universität Potsdam. Für seine Doktorarbeit forscht der Soziologe „zum Potenzial der Hip-Hop-Kultur für Sozial- und Bildungsprojekte“.

Robert Segners hatte seinen ersten Szenekontakt auf einer Klassenfahrt, als der trainierte Judoka sich zu zwei Breakdancern gesellte und einen Überschlag mit abschließendem Kopfstand improvisierte. „Man schleppt sich so hin und plötzlich springt der Funke über.“ Wieder in Potsdam, besuchte er Kurse im Oxymoron-Studio des Waschhauses, trainierte in Berliner und Potsdamer Jugendclubs und gehörte zu den Mitgründern der Oxymoron-Dance-Company. „Ich habe sieben Tage die Woche beim Breaken verbracht.“

Nach dem Abitur am Babelsberger Espengrund-Gymnasium studierte der Potsdamer an der Fachhochschule Kulturarbeit. Als er sein Studium 2013 mit der Diplomarbeit zum Thema „Lebenskunst in Theorie und Praxis – Anregung zu einer selbstreflektierten Gestaltung des Lebens“ beendete, hatte Segner die Jugendkultur dieser Stadt längst um einige nachhaltige Akzente bereichert.

2008 richtete er mit Kommilitonen als Projektarbeit das generationenübergreifende Festival „Drewitz tanzt“ aus, bei dem sich hunderte Potsdamer zur gemeinsamen Polka und zum Line Dance auf dem Ernst-Busch-Platz trafen. Für die Jugendtheatergruppe Mad Mix des Offenen Kunstvereins organisierte Segner den Jugendaustausch mit russischen Städten.

Aufgewachsen in Potsdam-West, kam Segner 2010 über eine Wohnung in der Kastanienallee in den Kiez zurück und entdeckte die „Platte“ genannte Betonfläche an der Haeckelstraße noch einmal neu: „Wir haben als Kinder dort abgehangen. Und sie sah noch immer nach Bronx aus.“ Er sprach mit Ulrike Schlue vom Offenen Kunstverein und mit Daniel Zeller vom Stadtteilnetzwerk und organisierte das erste Plattenspieler-Festival, das inklusive Breakdancewettbewerb im August 2011 ausgerichtet wurde – fast zeitgleich mit der ersten PDM-concrete-Battle auf dem Bassinplatz.

Viermal sollte das Hip-Hop-dominierte Plattenspieler-Festival insgesamt stattfinden. Zu den beliebten Anekdoten gehört der Besuch eines älteren Ehepaars, das eigentlich zur Schlössernacht im nahen Park Sanssouci war und sich – durch die Bässe der Musikanlage neugierig geworden – durch die Kleingartenanlage zur „Platte“ aufmachte.

Das Programm

Eröffnet wird die „PDM concrete-Battle“ auf der Jugendaktionsfläche am Bassinplatz am Freitag um 15 Uhr mit einem offenen Breakdance-Workshop.

Die Zwei gegen Zwei ausgetragene Newcomer-Battle wird um 16 Uhr eröffnet, um 18 Uhr startet der Wettbewerb der Veteranen.

Neben dem Breakdance-Wettbewerb gibt es für zeichnerische Talente eine Sketch-Battle, zum Begleitprogramm gehören eine Slackline, ein Spielemobil und DJs.

Um 22 Uhr wechselt die Veranstaltung mit der „Beat-Street-Party“ zum T-Werk in der Schiffbauergasse.

Die lange trostlose Betonfläche in Potsdam-West ist als kultureller Treff längst zu einem Selbstläufer geworden. Zu den Attraktionen zählt ein mit Förderung von Stadt und Land gebauter Parkour-Pfad. Unter den regelmäßigen Nutzern des Asphalts ist Saman Hamdi, der dort seit dem Frühjahr gemeinsam mit Bernd Schöneberg, einem weiteren Organisator des anstehenden Hip-Hop-Treffens, nach dem Vorbild der Magdeburger Crew Flowjob eine Gruppe von Flüchtlingskindern zwischen fünf und zehn Jahren aus Syrien, Serbien und Somalia im Breakdance trainiert. Die Kids werden am Freitag ab 16 Uhr dabei sein, sagt Hamdi: „Es ist ihre erste große Battle.“

Von Volker Oelschläger

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