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Cate Roennert lässt den Sommer nie enden

Handgemachte Musik aus dem Havelland Cate Roennert lässt den Sommer nie enden

Die gebürtige Havelländerin Caterina Rönnert veröffentlicht ihr erstes Album. Für die Aufnahmen von „Komm morgen einfach wieder“ hat sie acht Musiker zusammengetrommelt, die meisten davon aus der Region. Entstanden ist ein Album mit handgemachter Musik, die den Sommer nicht enden lässt.

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Cate Roennert, Musikerin und Havelländerin aus Leidenschaft.

Quelle: Martin Keune

Havelland. Eine junge Frau steht an der Raststätte - allein - man hat sie einfach vergessen. Wirklich traurig ist sie darüber nicht. Sie nimmt das Leben wie es kommt, steigt einfach in ein anderes Auto, lässt sich mitnehmen gen Süden bis nach Italien. Dort findet sie, wonach sie gesucht hat: Amore. Zugegeben, das Ganze klingt etwas kitschig, eine Geschichte, wie sie im Film oder einem Lied erzählt wird. Die gebürtige Havelländerin Caterina Rönnert hat sich von der romantischen Komödie „Brot und Tulpen“ inspirieren lassen und das Ganze in ihrem Lied „In Italia“ verpackt. Ein leichtes Stück Musik, das die Sehnsucht nach Sonne, Meer und Abenteuer weckt. Es ist eines von zwölf Liedern des ersten Albums, das die Havelländerin jetzt unter ihrem Künstlernamen Cate Roennert veröffentlicht.

Made in Havelland

Man könnte es als Wink des Schicksals interpretieren, dass die 32-Jährige heute im Havelland und nicht in Bella Italia zu Hause ist. Denn eigentlich hätte sie sich ein Leben zwischen Roma und Milano gut vorstellen können. Zwei Jahre verbrachte sie nach dem Studium in Vicenza, Genua und Rom. Hätte sie sich damals von einem feschen Italiener den Kopf verdrehen lassen, wäre das Havelland um eine musikalische Perle ärmer. Das, was sie suchte, fand Caterina Rönnert aber in ihrer Heimat und die darf sich nun über handgemachte Musik made in Havelland freuen.

Ihr Album „Komm morgen einfach wieder“ ist voll mit Liedern, die den Sommer niemals enden lassen. Sie klingen wie eine frische Brise, voll Leichtigkeit und Lebensfreude. Auf deutsch, englisch und italienisch spielt Roennert mit ihrer Stimme, flirtet mit dem Akkordeon oder seufzt mit der Posaune. Zehn Musiker – viele davon aus der Region – die zuvor noch nie miteinander gearbeitet hatten, verleihen dem Album eine überraschende musikalische Vielfalt. Nur mit ihrem Bruder Florian Rönnert stand die Sängerin schon oft auf der Bühne. Er schenkte dem Titel „Treulos“ – seine Stimme, wirkte als Backgroundsänger mit und leistete seelische und organisatorische Unterstützung.

Die Worte, die Florian Rönnert mit verführerischem Bariton singt, sind gut einhundert Jahre alt - „Treulos bin ich gewesen und hab dich einst doch geliebt.“ Aufgeschrieben hat sie die Schriftstellerin Franziska zu Reventlow, Cate Roennert hat ihnen eine Melodie eingehaucht. Es ist neben ihren eigenen Texten eines von sechs Gedichten, die sie für das Album vertont hat. „Diese Zeilen haben bis heute an Aktualität nicht verloren“, sagt die Sängerin, die der Sprache aus vergangenen Jahrhunderten mit Musik eine neue Dimension schenkt. Das Klagen der E-Gitarre ergänzt Reventlows Bekenntnisse auf wunderbare Art, und auch die Gedichte der ebenfalls im Havelland lebenden Autorin Antje Otten bekommen eine neue Tiefe Dank Posaune, Violine, Gitarre und Cate Roennerts Gesang.

Acht Musiker unterstützten Caterina Rönnert (3

Acht Musiker unterstützten Caterina Rönnert (3. v. r.) bei der Arbeit an „Komm morgen einfach wieder“

Quelle: Privat

Die Arbeit am ersten eigenen Album war für die junge Frau ein Aha-Erlebnis, dass ihr noch einmal bewusst machte „was für tolle Musiker in der Region leben“. Dazu gehören Gabriele Knobloch (Geige), Thomas Kübler (Klavier), Alf Schulze (Schlagzeug, Percussion), Ulrich Heidl (Akkordeon) und Bassti Knobloch (Bass). Mit Frank Engelmann, Gitarrist der Gruppe Sixx, konnte sie zudem einen erfahrenen Musiker aus der Hauptstadt für ihr Projekt gewinnen. Kathi Förster und Julia Hecht, zwei Freundinnen aus dem Jugendjazzchor, mischten als Backgroundchor mit, Posaunist Markus Hensel aus Magdeburg verlieh dem Titel „Sternenstaub“ atmosphärische Tiefe.

Zwischen Kaminfeuer und Mischpult

Den letzten Schliff gab dem Werk Mohi Buschendorf. Er mischte das gesamte Album ab und zupfte zudem den Kontrabass. „Jeder einzelne war eine Bereicherung gewesen, denn alle haben sich während der Aufnahmen mit Ideen in die Arrangements eingebracht“, schwärmt Rönnert. Die Musik sollte leben, lebendig werden im Entstehungsprozess. Dafür hatten sich alle im Waldhausstudio bei Tangerhütte einquartiert, wo zwischen Kaminfeuer und Mischpult mitten im Winter ein Sommeralbum entstand.

Es müssen tolle Tage gewesen sein, das hört man den Aufnahmen an. Die Lieder machen gute Laune ohne banal zu sein. Im Gegenteil, die Texte haben eine Tiefe, die sich erst beim genauen Hören ganz erschließt: „Ich halte mich ja so mühsam in mir ein und lebe nur und komme nur zu Freude, wenn ich, aus mir ausbrechend, mich vergeude.“ Eine Vergeudung ist dieses Album in keinem Fall. Cate Roennert hat wahre Wortschätze ausgegraben und schenkt ihrer Heimat ein Werk, dass es verdient hat, weit über die Grenzen des Havellandes hinaus Beachtung zu finden. „Komm morgen einfach wieder“ – wer könnte da widerstehen.

Von der Musikschule zum eigenen Album

Bereits im zarten Alter von fünf Jahren entdeckte Caterina Rönnert in der Rathenower Musikschule ihre Leidenschaft zur Musik. Bis zum Ende ihrer Schulzeit nahm sie hier Klavier- und Gesangsunterricht.

Während des Studiums sang sie im Landesjazzchor „Young Voices Brandenburg“ sowie im Jugendjazzorchester Sachsen-Anhalt. Während ihrer Italienaufenthalte setzte sie ihre Ausbildung dort fort.

2010 spielte sie eine Hauptrolle in einer Musicalproduktion im Theater an der Angel in Magdeburg.

Die CD „Komm morgen einfach wieder“ gibt es beim Memento Verein im Torhaus, in der Buchhandlung Tieke in der Berliner Straße sowie in den Filialen der Bäckerei Möhring in der Mittelstraße in Rathenow und in Hohennauen zu kaufen. Mehr auf www.cateroennert.de.

Von Christin Schmidt

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