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Die Steckelsdorfer Kita hat eine Hausmeisterin

Internationaler Frauentag Die Steckelsdorfer Kita hat eine Hausmeisterin

Der Traum von vielen handwerklich tätigen Männern ist es, einmal Hausmeister zu sein. Eine dieser begehrten Stellen hat ihnen im Westhavelland eine Frau weggeschnappt. Denise Woynoski (47) ist seit fast fünf Jahren als Hausmeisterin der Kita „Seesternchen“ im Rathenower Ortsteil Steckelsdorf tätig. Sie sagt: „Für mich ist das ganz normal.“

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Wenn Hausmeisterin Denise Woynoski Dinge repariert oder kontrolliert, schauen ihr fast immer ein paar Kinder zu.

Quelle: Bernd Geske

Steckelsdorf. Hausmeister zu sein ist von vielen handwerklich tätigen Männern ein Traum. Die meisten von ihnen werden dieses Ziel wohl nie erreichen, weil es so viele Hausmeister-Planstellen in der Wirklichkeit gar nicht gibt. Im Westhavelland allerdings hat den Herren der Schöpfung wenigstens eine Frau so einen Job weggeschnappt. Die Kita „Seesternchen“ im Rathenower Ortsteil Steckelsdorf, deren Träger die Arbeiterwohlfahrt (Awo) ist, hat schon längere Zeit eine Hausmeisterin. Im nächsten August werden es fünf Jahre, dass Denise Woynowski (47) diese Aufgabe übernahm. Sie ist über einen Mini-Job angestellt, in der Fachsprache geringfügige Beschäftigung genannt. Zehn Stunde die Woche, zwei Stunden pro Tag.

Sie repariert alle Dinge, für die keine Fachfirma gerufen werden muss

Die Hausmeisterin hat den Außenbereich der Kita zu pflegen. Sie muss regelmäßig alle Spielgeräte überprüfen, für manche wird das täglich, für andere wöchentlich, monatlich oder jährlich verlangt. Denise Woynoski repariert natürlich auch alle Dinge, für die keine Fachfirma gerufen werden muss. Gegenwärtig steht für sie auch noch der Winterdienst auf dem Plan. Sie streut bei Glätte, bekämpft das Eis und wenn es mal schneien sollte, fegt oder schippt sie Schnee. Da um sechs Uhr die Kita öffnet, fängt sie schon um fünf Uhr mit dem Winterdienst an, wenn die Wetterlage es verlangt.

Woher hat die Frau all die handwerklichen und technischen Kenntnisse und Fähigkeiten, die gemeinhin meist eher Männern zugetraut werden? Als Berufe gelernt hatte sie zunächst Feinmechanikerin und etwas später Bürokauffrau. „Ich wohne in einem Einfamilienhaus“, erklärt Denise Woynoski, „und mache dort schon seit langer Zeit alles selbst.“ Elektrik ohne Meisteranforderung, Metallarbeiten, Mauern, etwas mit Holz – für sie sei das alles kein Problem. Sie habe sich belesen, gar manches ausprobiert und fast immer ging’s.

8. März, der Internationale Frauentag

Der Internationale Frauentag wird weltweit am 8. März begangen.

Er entstand in der Zeit um den Ersten Weltkrieg herum im Kampf um die Gleichberechtigung der Frauen und um das Wahlrecht für Frauen.

Clara Zetkin schlug im August 1910 in Kopenhagen die Einführung eines internationalen Frauentages vor.

Der erste Frauentag wurde am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz gefeiert.

„Also ich könnte das nicht“, gibt Kita-Leiterin Martina Heinitz sofort zu. „Wie sie mit der Bohrmaschine oder mit dem Rasenmäher umgeht, da sitzt jeder Griff.“ Sie hatte Denise Woynoski 2011 angesprochen, ob sie wohl als Hausmeisterin in die Kita kommen würde. Da hatte ein Mann die Stelle gerade aufgegeben. Das Angebot fiel der Kita-Leiterin gar nicht schwer, hatte doch die nun angefragte Frau einige Jahre zuvor den Job schon einmal gehabt, aus gesundheitlichen Gründen aber schweren Herzens aufhören müssen. Erkennt die Chefin einen Unterschied von ihrer Frau Haumeisterin zu den Männern, die diesen Job schon hatten? „Ich sehe keinen Unterschied zu den Männern“, stellt Martina Heinitz fest und murmelt: „... manchmal hatten die sogar weniger Ahnung als sie.“

Schön ist es, wenn ein paar Kinder bei der Arbeit zugucken

Irgendwelche Lieblingstätigkeiten hat Denise Woynoski nicht. „Ich mache alle sehr gerne“, sagt sie, „am liebsten bin ich draußen.“ Schön sei es, wenn ihr ein paar Kinder bei der Arbeit zugucken und sie etwas fragen. Die meisten Fälle können sie mit dem Inventar ihrer beiden Werkzeugkoffer lösen. Manchmal seien handwerkliche Spezialfragen für sie auch nicht so leicht zu lösen, gibt sie zu, dann müsse sie halt ein bisschen tüfteln. Aber unter den Eltern gebe es viele Fachkräfte, die seien natürlich stets bereit, ihr mit Rat und gegebenenfalls Tat zur Seite zu stehen.

Denise Woynoski kennt die Kita schon lange. Sie ist Steckelsdorferin und wohnt nur ein paar Schritte entfernt. Ihre beiden Kinder waren in dieser Kita und ein Enkelkind ist jetzt gerade dort. An normalen Tagen würde niemand auf solche Gedanken kommen – aber am Internationalen Frauentag darf man sie ja mal fragen, ob sie findet, dass eine Hausmeisterin etwas Besonderes ist. „Für mich ist das normal“, stellt sie fest und ergänzt: „Ich finde schon, dass Frauen sich nicht immer auf die Männer verlassen und ruhig auch selbst mal zupacken sollten.“ Wie sagen die Kita-Kinder eigentlich zu ihr: Frau Hausmeisterin? Weit gefehlt. Die sagen einfach: „Denise.“

Von Bernd Geske

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