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Dürrenmatt am Potsdamer Hans-Otto-Theater

Premiere für „Der Besuch der alten Dame“ Dürrenmatt am Potsdamer Hans-Otto-Theater

Nach elf Jahren nimmt das Potsdamer Hans-Otto-Theater wieder Friedrich Dürrenmatts kapitalismuskritische Tragikomödie „Der Besuch der alten Dame“ in den Spielplan auf. Regie führt Niklas Ritter. Die Hauptrolle der Claire Zachanassian ist mit Rita Feldmeier besetzt. Premiere im Neuen Theater ist am Freitag, 5. Februar, um 19.30 Uhr.

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Rita Feldmeier als Claire Zachanassian.

Quelle: HOT/HL BOEHME

Potsdam. „Das spannendste ist wirklich: Was passiert mit Menschen, wenn sie ihr Leben verändern können durch Geld? Zu was für Hyänen werden sie jetzt?“ Für Rita Feldmeier ist das eines der zentralen Motive in Friedrich Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“, die am Freitag im Hans-Otto-Theater (HOT) Premiere hat. Feldmeier spielt Claire Zachanassian, die in der Fremde zu unermesslichem Reichtum kam und nun nach 45 Jahren zurückkehrt in einen Ort namens Güllen, um Rache zu nehmen.

Seit ihrer Uraufführung 1956 im Schauspielhaus Zürich wurde die Tragikomödie weltweit unzählige Male auf die Bühne gebracht. In Potsdam sah man sie zuletzt 2005 in der damaligen „Blechbüchse“ am Alten Markt in einer Koproduktion des HOT mit dem Frankfurter Kleist-Forum. Die Hauptrollen Claire Zachanassian und Alfred Ill, der sie in ihrer Jugend entehrt und damit in die Flucht getrieben hatte, waren mit Christine Schorn und Roland Kuchenbuch besetzt. In der Eröffnungsszene kroch die Dame im kostbaren Pelz aus einem abgestürzten Flugzeug.

Rita Feldmeier, mit 40 Jahren fester Zugehörigkeit die Veteranin im Schauspielensemble des HOT, hat den „Besuch der alten Dame“ bisher vielleicht vier Mal auf der Bühne gesehen – in Rostock, in verschiedenen Städten. „Es ist lange her. Und mir ist nicht viel in Erinnerung geblieben. Außer dem ersten Auftritt von Frau Zachanassian und dass Menschen drum herum stehen.“ Inmitten der laufenden Proben könne sie sich gar nicht mehr erklären, warum das Werk bei ihr bisher so wenig Eindruck hinterließ: „Es können keine guten Inszenierungen gewesen sein.“

Regisseur Niklas Ritter hatte vor Jahren mit Videos eine Zuarbeit für die Inszenierung von Armin Petras geliefert, die 2009 als Koproduktion am Maxim-Gorki-Theater in Berlin und in Dresden auf die Bühne kam. Bei Petras spielte das Stück im trüben Ostdeutschland der 1990er Jahre, Claire Zachanassian, die „Eine Milliarde für Güllen“ versprach, „wenn jemand Alfred Ill tötet“, hatte ihr Geld im Westen gemacht.

Besetzung und Termine

Neben Rita Feldmeier als Claire Zachanassian spielen in „Der Besuch der alten Dame“ Peter Pagel (Alfred Ill), Franziska Melzer (Ills Frau) und JonKaare Koppe (Bürgermeister). Weitere Rollen sind mit Jan Kersjes, Alexander Finkenwirth, Mara Sichrovsky, Florian Schmidtke, Meike Finck und Wolfgang Vogler besetzt.

Regisseur Niklas Ritter brachte am Hans-Otto-Theater „Enron“ von Lucy und „Das Schlangenei“ jeweils als Deutschsprachige Erstaufführung auf die Bühne. Weitere Inszenierungen am HOT: „Von Mäusen und Menschen“, „Fahrenheit 451“ und „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss“.

Premiere für „Der Besuch der alten Dame“ ist am Freitag, 5. Februar, um 19.30 Uhr. Weitere Vorstellungen gibt es am 13., 14., 20., 21. und 24. Februar, sowie am 9., 12., 17. und 20. März.

Ritter bringt keine konkreten Orte, Landschaften und Zeitbezüge: „Den Link kann sich jeder selbst herstellen.“ Das Bühnenbild verzichtet auf Naturalismus: „Es ist eher ein Zustand“, sagt Rita Feldmeier, „ein großer schwarzer Trichter.“ Die Zeit stockt in Güllen, diesem Ort mit dem bezeichnenden Namen. „Das Dorf ist verarmt, die Leute sind alt geworden.“ Unter der Erde treibt die Kloake. Die Offerte der Milliardärin weckt Hoffnung, Gier und Betriebsamkeit, eine Binnenkonjunktur. Alfred Ill aber, der zur Ankunft der alten Dame von den anfangs arglosen Güllenern sogar an die Spitze des Begrüßungskomitees gestellt worden war, erzählt von einem Albtraum, der urplötzlich wahr geworden ist.

Von Volker Oelschläger

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