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Kunstausstellung „Made in Potsdam“ Es lebt und pulsiert

Seit fünf Jahren präsentiert das Festival „Made in Potsdam“ in der Schiffbauergasse aktuelle und junge Kunst. Dass Jugend nicht unbedingt eine Frage des Alters ist, beweist die begleitende Ausstellung in der Kunstraum-Galerie des Waschhauses, die erstmals zu „Made in Potsdam“ Arbeiten von Künstlern vorstellt, die bereits seit vielen Jahrzehnten in Potsdam aktiv sind.

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Peter Rohn, Barbara Raetsch, Mike Geßner, Alfred Schmidt, Alice Bahra und Peter Panzner (v.l.n.r.) mit dem Wasserspiel von Christian Roehl. Im Hintergrund Kranbilder von Barbara Raetsch.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Die Kunstausstellung zum fünften Festival „Made in Potsdam“ erweist sich als überraschend stimmige Zeitreise mit junger und jung gebliebener Kunst. Erstmals ist die Kunstschau zum Jahresauftakt in der Kunstraum-Galerie des Waschhauses Künstlern vorbehalten, die das Leben dieser Stadt bereits seit Jahrzehnten reflektieren und prägen.

Ein Anlass für die von Kurator Mike Geßner getroffene Auswahl war die Heimkehr der Anfang der 1970er Jahre gestalteten Metallskultpur „Flugschiff“ von Peter Rohn und Christian Roehl, die nach ihrer Demontage vom später abgerissenen „Haus des Reisens“ am Platz der Einheit 2009 im Sommer des vergangenen Jahres mit einem neuen Platz in der Schiffbauergasse wieder in die Stadt kam.

Eine fast wandfüllende Fotografie zeigt die Künstler 1972 bei einer Probeinstallation in der Stahnsdorfer Metallwerkstatt von Roehl. Ein Flur ist den Entwurfsskizzen von Peter Rohn (geb. 1934) für das „Flugschiff“ gewidmet.

Der Weg führt weiter in ein Abteil mit „Kränen“ von Barbara Raetsch (Jg. 1936), 2014/15 entstandenen Gemälden von der Großbaustelle am Alten Markt, auf denen die neue Stadtmitte mit feurigem Rot-Orange vor dunklem Hintergrund brodelt und wächst. Inmitten der Bilder stehen die geschwungenen Rohrfächer eines 1994 angefertigten Wasserspiels von Christian Roehl (1940-2013), die im November 2015 beim Umbau der Gartenstadt Drewitz demontiert wurden.

Einen Blick weit zurück öffnen die Radierungen von Alfred Schmidt (geb. 1942). Als Farbgestalter bei der Rekonstruktion der heutigen Brandenburger Straße in den 1970er Jahre entdeckte er sein Faible für die damals morbide Innenstadt rings um die Gutenbergstraße. Seine in den 1980er Jahren entstandenen Radierungen zeigen Abrisshäuser, Hinterhöfe und Dachlandschaften im Dämmerlicht.

Wie ein Pendant dazu sind die verspielt abstrakten Radierungen von Peter Panzner (geb. 1944), die eine Wand im Nachbarraum füllen. Vor zwei Jahren begann er damit, die Druckplatten von 20 Jahre alten Landschaftsmotiven zu überätzen. Das „Gehöft in Italien“ wurde so zu einem geheimnisvoll-elegischen Werk mit dem Titel „Verlassen“, eine „Küstenlandschaft“ verwandelte sich zu einem Stelldichein rätselhaft dahinschwebender Schattenwesen mit einem „Mondtier“ in ihrer Mitte.

Kunstfestival „Made in Potsdam“

Die Kunstausstellung zum Festival „Made in Potsdam“ in der Kunstraum-Galerie des Waschhauses wird am Donnerstag um 20.30 Uhr eröffnet.

Zu sehen sind die Arbeiten der Potsdamer Künstler Alice Bahra, Christa Panzner, Peter Panzner, Barbara Raetsch, Christian Roehl, Peter Rohn und Alfred Schmidt bis zum 14. Februar, immer mittwochs bis sonntags zwischen 13 und 18 Uhr.

Das Festival „Made in Potsdam“ wird am Donnerstag um 19 Uhr eröffnet mit der Uraufführung von „Mein Touristenführer“, der neuesten Produktion des Potsdamer Künstlerkollektivs Kombinat mit Musik, Tanz, Gesang, Licht und drei Segways.

Bis zum 30. Januar stehen weitere Tanz- und Musikproduktionen auf dem Programm, darunter mehrere Deutschland-Premieren.

Platziert sind die Radierungen als dezente Begleitung von großformatigen, umwerfend fröhlichen Seerosen- und Mohnblumenbildern Christa Panzners (geb. 1948) in Neonpink auf Türkis und Grün.

Alice Bahra (geb. 1945) hat unter dem Dach ein eigenes Abteil für ihre Installationen „Umgebung“, ein mitten im Wogen erstarrtes Feld mit Hunderten unterschiedlich geformten Steinen aus hellem Porzellan, und „Balance“, eine großflächige Montage mit mehr als 200 Papierfähnchen, die bei jedem Lufthauch mit leisem Zittern und Wiegen zum Leben erwacht.

Von Volker Oelschläger

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