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Förderrichtline mit überraschendem Ziel

Neuer Streit um Potsdams Tierheimspenden Förderrichtline mit überraschendem Ziel

Im Streit um gut 130 000 Euro an Spendengeldern für den Tierschutz, die bei der Stadt treuhänderisch verwahrt werden, gibt es eine überraschende Wendung. Denn möglicherweise soll das Geld nicht, wie bisher angenommen, für den Bau oder den Betrieb eines neuen Tierheims, sondern für die Vermeidung von Tierheimaufenthalten verwendet werden.

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Eingang zum künftigen Potsdamer Tierheim. Am Montag wurde der Notarvertrag zum Kauf des Grundstücks unterzeichnet.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Der Streit um die Verwendung von bei der Stadt verwahrten Spendengeldern in Höhe von mehr als 130.000 Euro für den Tierheimneubau flammt wieder auf. Der Ordnungsausschuss diskutiert am heutigen Donnerstag über einen Antrag der Fraktion Die Andere, nach dem sämtliche Spender des treuhänderisch verwalteten Geldes zur Verwendung befragt werden. Laut Antrag könnten die Spender entscheiden zwischen der Auszahlung an den Tierschutzverein und damit einer Verwendung für den geplanten Tierheimneubau oder aber einer Auszahlung an den Träger, der künftig die Fundtierbetreuung in der Stadt Potsdam übernimmt.

Andere Varianten für den Einsatz der Spenden sollen nach Angaben von Teilnehmern des nicht öffentlich tagenden Tierheimbeirates in dessen jüngster Sitzung angekündigt worden sein. Ordnungsdezernentin Elona Müller-Preinesberger (parteilos) soll dort zwei Möglichkeiten im Zusammenhang mit einer eigens geplanten Förderrichtlinie genannt haben. Entweder solle das Geld demnach dem Tierschutz mit dem Ziel einer Vermeidung von Tierheimaufenthalten zugute kommen. Oder aber das Geld solle bei der Stadt bleiben, bis in Potsdam wieder ein Tierheim existiert.

Im Rathaus war trotz einer am Montag gestellten Anfrage nicht zu erfahren, ob diese Punkte korrekt wiedergegeben sind, was mit Tierschutz zur „Vermeidung von Tierheimaufenthalten“ gemeint ist und wann der Entwurf für die Förderrichtlinie vorliegen soll.

Der Tierschutzverein für Potsdam und Umgebung (TSV), der am Montag den Notarvertrag zum Kauf eines Grundstücks auf dem Sago-Gelände an der Michendorfer Chaussee unterzeichnete, reagierte auf Anfrage irritiert: Die Stadt selbst habe bisher die Position vertreten, dass die Spenden so lange zurück gehalten werden, bis ein neues Tierheim für Potsdam gebaut wird, sagte TSV-Sprecher Günter Hein. Deshalb sei der Verein davon ausgegangen, dass die Spenden freigegeben würden, wenn der Weg für das neue Tierheim frei ist.

Wie berichtet, soll die Kaufsumme für das Grundstück in Höhe von 241.000 Euro nach Angaben des TSV komplett finanziert sein. Erhebliche Mittel würden hingegen für den Ausbau des Tierheims benötigt, das voraussichtlich im Herbst 2016 eröffnet werden soll. Mit einer Spendenkampagne will der TSV um finanzielle und materielle Unterstützung werben.

Die Landeshauptstadt ist seit der Schließung des alten Standortes an der Forststraße Ende 2007 ohne eigenes Tierheim. Fund- und Verwahrtiere werden derzeit in Zossen beherbergt.

Von Volker Oelschläger

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