Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Haarscharfe Friseurnamen

Kreative Köpfe in der Prignitz und dem Ruppiner Land Haarscharfe Friseurnamen

Viele Friseure in der Prignitz und dem Ruppiner Land haben ihren Salons kreative Namen wie „Crazy Cut“, „Windschnittig“ oder „Haarscharf“ gegeben. Hinter diesen Namen stecken teils besondere Geschichten. Die MAZ hat sich unter den Friseuren in der Region umgehört, um herauszufinden, wie die Inhaber auf die Namen gekommen sind.

Voriger Artikel
Spezialisten und Überflieger in Kleinmachnow
Nächster Artikel
Potsdamer Kid vergibt „Gläsernen Bären“

Friseurin Claudia Hanke arbeitet im Neuruppiner Salon „Kamm In“.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Von Kaiserschnitt bis Kopfgeldjäger, über Haarscharf und Windschnittig ist alles dabei. Die Friseurlandschaft hat, was die Namen der Salons angeht, einiges zu bieten. Auch die Friseurmeister im Ruppiner Land und der Prignitz waren bei der Namenswahl zum Teil äußerst kreativ. Juliane Mehls vom Salon „Windschnittig“ in Wusterhausen etwa hat ihre Kunden mit entscheiden lassen, wie der Laden heißen soll. Monja Porschs „Glückssträhne“ in Fehrbellin geht auf die zündende Idee ihres Sohnes zurück und Juliane Ulbich wollte sich mit „Haarzeit“ in Kyritz ganz einfach von den gewöhnlichen Namen abheben.

Als sich Monja Porsch vor acht Jahren in der Gründungsphase ihres Friseursalons in Fehrbellin befand, war sie lange auf der Suche nach dem richtigen Namen. „Haircut oder Monjas Haarstudio fielen von vornherein weg“, erzählt Porsch. Es sollte ein schöner Name werden und am besten ein deutscher, damit ihn auch jeder versteht. Porschs damals neunjähriger Sohn hatte während einer Autofahrt die ausschlaggebende Idee, den Laden „Glückssträhne“ zu nennen. „Der Name Glückssträhne war auch im übertragenen Sinne ein Glücksfall, denn wir sind immer noch glücklich damit und der Laden lief von Anfang an sehr gut“, sagt die 47-Jährige. Anfangs gingen einige Kunden zwar fälschlicherweise davon aus, dass es sich um einen Lotterieladen handelt, aber dieser Irrtrum kursiere mittlerweile nicht mehr. Hinter „Glückssträhne“ verberge sich einfach ein positiver Gedanke, so die Inhaberin. „Außerdem war mein Sohn ganz stolz darauf, etwas eingebracht zu haben.“

Friseur „Speichair“ in Perleberg

Friseur „Speichair“ in Perleberg.

Quelle: Bernd Atzenroth

Ein Wortspiel erlaubte sich auch Yvonne Baade, Geschäftsführerin der sieben „Kamm-In“-Filialen im Norden Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommern. Im Kreis Ostprignitz-Ruppin gibt es sie in Rheinsberg, Neuruppin und Wittstock . Die anderen vier befinden sich in Zehdenick (Oberhavel), Eberswalde (Barnim) und Neustrelitz. „Nachdem wir uns von dem Vorbesitzer Hairexpress getrennt haben, musste schnell ein neuer Name her“, sagt Baade. Den Namen „Kamm in“ hatte sie an einem Salon in Thüringen gesehen und war sofort begeistert. Das Wortspiel, abgeleitet vom Englischen „Come in“ für „Komm herein“, sei zugleich eine Einladung, die Friseurstube zu betreten. Dass die vielen älteren Kunden den Wortwitz überhaupt verstehen, bezweifelt die Friseurmeisterin aber. „Die meisten kommen sowieso wegen der niedrigen Preise und der guten Leistung zu uns und nicht, weil sie den Namen sehen“, sagt sie.

Salon „Haarmonie“ in Pritzwalk

Salon „Haarmonie“ in Pritzwalk

Quelle: Bernd Atzenroth

Verständnisprobleme sollte es bei „Haargenau“ in Wittstock nicht geben. Inhaberin Sandy Mittelstaedt hatte den Namen in einem Lehrbuch aus dem Meisterkurs gesehen und sich davon inspirieren lassen. Den Salon gibt es seit knapp drei Jahren. „So richtig achtet aber keiner auf den Namen“, sagt sie. Zumindest wird sie von den Kunden nicht darauf angesprochen.

Windschnittige Frisuren

Ähnlich verhält sich das auch bei Juliane Ulbich, die vor acht Jahren den Friseurladen „Haarzeit“ in Kyritz eröffnet hat. Auf diese Idee kam sie, ohne groß darüber nachzudenken. „Es sollte einfach nur etwas Besonderes sein und nichts Konservatives“, so Ulbich.

Die verrücktesten Friseurnamen Deutschlands

Barbierblog nennt sich die Zusammenstellung der verrücktesten Friseurnamen Deutschlands. Die Internetseite ist mit mehr als 400 Friseurnamen die größte Seite kreativer Salonnamen im Netz. Die Autoren sammeln dort Fotos und Geschichten rund um Salonbesitzer und ihre Ideen.

Mit der Suchfunktion lassen sich auch einzelne Städte durchsuchen. Für Neuruppin erscheint der Salon „Kamm In“, Wittstock kann mit „Haarscharf“ und „Fönix“ aufwarten. Für alle anderen großen Städte in der Region sind noch keine Ergebnisse hinterlegt.

Das Wort „Haar“ in den Namen zu integrieren, scheint unter den Friseuren am beliebtesten zu sein. Auch „Cut“, „Kamm“, „Schnitt“, „Hair“ und „Locke“ werden oft verwendet. Ein Blick auf die Landkarte bestätigt diesen Eindruck: Haarzauber und Haarzeit gibt es zum Beispiel in Kyritz, Haarscharf in Neuruppin, Haarmonie in Wusterhausen und Haargenau in Wittstock.

In Neustadt (Dosse) hat sich Lydia Gerike mit ihrer „Lockenschmiede“ niedergelassen und in Wittenberge dreht sich bei Dajana Reihwald alles um die „Kopfsache“.

Als Juliane Mehls vor vier Jahren den Salon Dürkop in Wusterhausen von ihrer damaligen Chefin übernommen hat, war eines klar: der alte Name muss weg. Mehls wollte die Entscheidung über einen neuen Namen aber nicht alleine treffen und bezog ihre Kunden, die sie schon lange vor der Selbstständigkeit kannten, aktiv mit ein. „Salon Jule kam nicht in Frage“, so Mehls. Das hätte nicht zu ihr gepasst. „Windschnittig“ hingegen passe wie die Faust aufs Auge: „Manche Kunden kommen seitdem und sagen: ,Jule, zaubere mir mal eine windschnittige Frisur’ – die meisten finden den Namen drollig“, sagt sie. Noch hat die Friseurin diesen Namen nirgendwo anders in Deutschland entdeckt. Daher will sie ihn sich patentieren lassen, sobald sie Zeit dazu hat.

Von Luise Fröhlich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lifestyle & Trends
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg