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Immer wieder Giftköder-Alarm in Brandenburg

Tierbesitzer in heller Aufregung Immer wieder Giftköder-Alarm in Brandenburg

Giftköder mit der Post? Über Facebook verbreitet sich zurzeit die Meldung, dass mehrere Haushalte Futterproben eines namhaften Tierfachhandels erhalten haben. Die Aufregung ist groß – auch, wenn bisher keine vergifteten Proben offiziell bestätigt wurden. Doch es wäre nicht das erste Mal, dass Tierhasser mit Attacken auf Tiere auffallen.

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Die MAZ musste in den vergangenen Jahren leider immer wieder über Giftköder in ganz Brandenburg berichten.

Quelle: MAZonline

Potsdam. Die Nachricht verbreitete sich via Facebook schnell und dürfte insbesondere Hundebesitzer verunsichert haben: Angeblich sind bundesweit Postwurfsendungen mit Tierfutterproben an Haushalte verschickt worden. Die Proben könnten für Tiere gesundheitsschädigend sein. Besonders perfide: Als Absender ist die Fachmarktkette Fressnapf angeben. Doch das Unternehmen selbst hat die Sendungen nie verschickt und warnt vor der Verwendung, bevor der Fall nicht aufgeklärt ist.

Also alles bloße Hysterie? Ein so genannter Hoax – ein schlechter Scherz, der bei Tierbesitzern und Liebhabern für Verunsicherung sorgt? Noch steht nicht fest, wer der Absender der (giftigen?) Futterpröbchen ist. Eines steht aber fest: Das Gift kommt selten mit der Post, aber Hunde- oder Katzenhasser, die tödliche Giftköder auslegen, treiben auch in Brandenburg ihr Unwesen. Es handelt sich keinesfalls um Einzelfälle. Über soziale Netzwerke wie Facebook verbreiten sich die Warnungen vor Giftködern rasend schnell. So hat die Tierrettung Potsdam auch im aktuellen „Fressnapf-Fall“ vor möglichen Giftködern gewarnt. Nicht das erste Mal, dass der Verein einen solchen Aufruf postet.

Immer wieder Giftköder ausgelegt

Im Spätsommer 2013 warnte die Tierrettung vor ausgelegten Giftködern im Großraum Potsdam. Auf einer Karte waren viele der Giftköder-Funde eingezeichnet. Bei den Tierbesitzern ging die Angst um – vor allem, als erste tote Vierbeiner zu beklagen waren. Die Polizei und die Stadt Potsdam wollten damals nicht von vorsätzlichen Vergiftungen sprechen. Die Polizei sprach von „Panikmache“ und einer „Luftnummer“. Doch die Gefahr ist auch in Brandenburg real, wie die vielen Fälle – folgend nur eine Auswahl – in jüngerer Vergangenheit zeigen:

Juni 2015:
Anwohner finden im Potsdamer Wohngebiet Schlaatz mit Rasierklingen versehene Wurststücke

Februar 2015: Warnung vor Giftködern in Ludwigsfelde Hundebesitzer haben Angst um ihre Tiere

November 2014:
In Großbeeren (Teltow-Fläming) werden mit Rattengift versetzten Würstchen und Fleischbällchen ausgelegt

November 2014:
Französische Bulldogge bei Schildow (Oberhavel) vergiftet

Mai 2014:
Hundehasser treiben in Zossen (Teltow-Fläming) und Dabendorf ihr Unwesen

Februar 2014:
Vergiftete Fleischbällchen in Großbeeren (Teltow-Fläming)

November 2013: Lecker, aber tödlich: Hundehasser legen in Velten (Oberhavel) Giftköder aus

August 2013:
Mischling „Socke“ verblutet in Potsdam innerlich und stirbt qualvoll an Rattengift

Juli 2011: In Rangsdorf (Teltow-Fläming) verenden einige Hunde auf qualvolle Weise.

Oktober 2006: Giftköder in Form von Trockenfutter oder Brot in Schwante (Oberhavel).

November 2001: Anschläge mit Rattengift in einer Gartengebiet am Wulfersteigin in Rathenow (Havelland)

WAS TUN IM ERNSTFALL?

Verschlucken Hunde Rattengift , ist das ein akuter tiermedizinischen Notfall.

Je nach Dosis des Giftes zeigen sich die Beschwerden meist erst nach mehreren Stunden.

Das Gift wirkt schleichend , denn vergiftete Ratten sollen lange genug leben, dass auch andere Ratten Gift fressen. Eine tote Ratte schreckt andere Ratten ab.

Das Gift macht Adern und Organe stark blutdurchlässig ; das Tier verblutet nach innen. Vitamin K kehrt den Prozess um.

Mögliche Symptome sind Erbrechen, Unruhe, Durchfall, blasses Zahnfleisch, unregelmäßiger Herzschlag, Muskelzucken und Atembeschwerden.

Ohne lebensrettende Maßnahmen durch den Tierarzt droht dem Hund der Tod, oder er trägt schwere Schäden davon. Zeigen sich erste Symptome einer Vergiftung, sollte sofort eine Probe des Köders gesichert und dem Tierarzt übergeben werden.

Ist bereits bekannt , dass in der Gegend Giftköder verteilt wurden, muss der Tierarzt auch dazu unbedingt informiert werden.

Wurde der Hund beim Verzehr des Köders beobachtet , darf auf keinen Fall selber Erbrechen provoziert werden. Das Tier darf keine Maulschlinge angelegt bekommen.

Besteht der Verdacht auf eine Vergiftung , MUSS der Hund zum Tierarzt, denn nur der kann das Tier kontrolliert erbrechen lassen.

Bewusstlose Tiere sind sofort in die stabile Seitenlage zu bringen. Ist der Hund wach, muss man ihn und sich selbst beruhigen.

Die Fahrt zum Tierarzt sollte so schnell wie möglich erfolgen. Ist der Tierhalter zu aufgeregt, um Auto zu fahren, sollten Bekannte und Freunde helfen.

Es ist ratsam , vorher mit dem Tierarzt zu telefonieren, um sicherzustellen, dass die Praxis auf ist.

Viele Hunde verschlingen unterwegs Gefundenes in Sekundenschnelle.

Nicht nur beim Spaziergang , sondern in der Wohnung, dem Garten oder der Garage, lauern allerlei chemische Gefahren.

Die Vergiftung eines Tieres ist Tierquälerei und strafbar.

Ein Tierquäler ist jemand, der „ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt“. Dies wird mit bis zu drei Jahren Haft bestraft.

Die Stadt sieht das Vergiften als Ordnungswidrigkeit, die bis zu 25 000 Euro kostet.

Von MAZonline

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