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Kleinmachnow: Stars auf dem roten Teppich

Berlinale in den Neuen Kammerspielen Kleinmachnow: Stars auf dem roten Teppich

Die Berlinale hat am Dienstag Station im beschaulichen Kleinmachnow gemacht – mit dem einzigen deutschen Beitrag im Berlinale-Wettbewerb. Es glitzerte und glammerte gewaltig, als die Protagonisten über den roten Teppich vor den Neuen Kammerspielen flanierten. Für das Traditionskino war es ein großer Abend.

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„24 Wochen“-Hauptdarsteller Bjarne Mädel und Kinopate Axel Prahl vor den Kammerspielen.

Quelle: imago

Kleinmachnow. Roter Teppich für das Team des einzigen deutschen Berlinale-Wettbewerbsfilms „24 Wochen“ in den Neuen Kammerspielen: Innerhalb der Reihe „Berlinale goes Kiez“ feierte das Publikum am Dienstagabend Regisseurin Anne Zohra Berrached, ihre brillanten Hauptdarsteller Julia Jentsch und Bjarne Mädel sowie weitere Teammitglieder auf der Bühne des ausverkauften Traditionskinos. Zuvor erlebten die Besucher ein 100-minütiges, kontroverses Drama zum Tabuthema Spätabtreibung. Die schwangere Star-Kabarettistin Astrid (Julia Jentsch) und ihr Lebensgefährte Markus (Bjarne Mädel) erfahren nach einer Routineuntersuchung, dass ihr Kind mit Down-Syndrom und schwerem Herzfehler geboren werden wird. Das Paar muss nun wählen: Abbruch ja oder nein?

Ein Drama um die Frage: Abtreibung – ja oder nein?

In Deutschland ist es möglich, ein behindertes Kind bis kurz vor der Geburt abzutreiben. 2013 gab es 238 Spätabtreibungen aufgrund der Behinderung des Ungeborenen. Wie würde man bei einer entsprechenden pränatalen Diagnose selbst entscheiden? Das ist die zentrale Frage in „24 Wochen“. Deshalb sieht Julia Jentsch in einigen Szenen frontal in die Kamera, zum Zuschauer. Der Film ging offenkundig zu Herzen: Immer wieder begleiteten Schneuzgeräusche die Vorführung. Ins Lob mischte sich bei der anschließenden Frage-Antwort-Runde harsche Kritik einer Besucherin: „Ich bin ein bisschen geschockt. Das ist ein Werbefilm für einen Spätabbruch“, sagte die dreifache Mutter, die selbst ein Kind mit Down-Syndrom zur Welt gebracht habe.

Hallo in Kleinmachnow

Hallo in Kleinmachnow: Die Neuen Kammerspiele hatten sich stilecht mit dem Berlinale-Bären geschmückt, um die Gäste aus Nah und Fern zu empfangen.

Quelle: Gemeinde Kleinmachnow

Gegen diesen Vorwurf wehrte sich die Regisseurin. „Mehr als 90 Prozent der Frauen treiben ein behindertes Kind ab“, sagte Anne Zohra Berrached. „Das ist die Realität. Die wollte ich zeigen. Davor dürfen wir nicht die Augen verschließen.“ Und Julia Jentsch wünschte sich nach der Drehbuch-Lektüre („ich war fix und fertig“) zunächst ein Ende, in dem sich Astrid für das Ungeborene entscheidet. Doch dann traf die Schauspielerin Frauen, die ähnlich schmerzhafte Situationen wie ihre Filmfigur durchlebten – und abtrieben. Die Realität durchdringt an etlichen Stellen den Film: Klinik- und Fachpersonal seien reale Personen, die echte, situationsbedingte Dialoge sprechen, sagte die Regisseurin.

Kleinmachnows Bürgermeister gab sich die Ehre beim Glammer-Abend

Roter Teppich auch für die Besucher: Zum siebten Mal tourte die Berlinale durch Berliner und Brandenburger Kiezkinos – war erstmals in Kleinmachnow. Aus Zehlendorf kam Sandra Vetter: „Früher habe ich die Berlinale zelebriert. Jetzt habe ich drei Kinder und freue mich, dass die Berlinale zu uns kommt.“ Sie guckte sowohl „24 Wochen“ als auch zuvor den portugiesischen Wettbewerbsbeitrag „Cartas da guerra“. Festivalluft schnuppern wollte Catrin Rückeis: „Für Tickets war ich leider zu spät dran. Deshalb gehe ich heute hier nur was trinken. Die Atmosphäre ist toll.“ Ebenfalls unter den Gästen: Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD).

Kinopate Axel Prahl war verwirrt: Ist die Toilette eine „Bar“?

Zur Kiez-Reihe gehört jeweils ein Kinopate. Diese Funktion übernahm der den Kammerspielen verbundene Axel Prahl. Der „Tatort“-Star kommt gern nach Kleinmachnow, hat 2015 in dem Traditionskino sogar gedreht – eine Szene für Andreas Dresens Romanverfilmung „Timm Thaler“. Ab April steht Prahl für den nächsten Münsteraner „Tatort“ vor der Kamera. Kurz irritiert war er am Dienstag von den Toilettentüren. „Plötzlich stand dort Bar“, erzählte der kurzsichtige 55-Jährige, der die Pünktchen übersehen hatte. Tatsächlich hieß es „Bär“ und „Bärin“ auf den Türen, die Kinochefin Carolin Huder und ihre PR-Frau Valeska Hanel für die Berlinale kurzerhand umgestaltet hatten.

Von Ricarda Nowak

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