Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Sprühregen

Navigation:
Potsdam ist bundesweit ziemlich oft „spitze“

Landeshauptstädte im Vergleich Potsdam ist bundesweit ziemlich oft „spitze“

Zu den angenehmsten Terminen von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) zählt sicher die Präsentation des statistischen Vergleichs der 16 Landeshauptstädte. Der Bericht nutzt Datenmaterial aus dem Jahr 2014. Auch am Mittwoch konnte man – symbolisch – das Jubel-Konfetti rausholen. Im deutschlandweiten Vergleich macht Potsdam eine gute Figur.

Voriger Artikel
Jahresauftakt in der Schiffbauergasse
Nächster Artikel
Potsdam ordnet Städtepartnerschaften neu


Quelle: dpa

Potsdam. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs hat am Mittwoch den Bericht zum statistischen Vergleich der Landeshauptstädte 2014 vorgestellt. Potsdam nimmt dabei einmal mehr eine herausragende Rolle ein.

Der Landeshauptstädte-Bericht wird seit 20 Jahren erstellt; zuletzt immer von Statistik-Experte Matthias Förster – keine andere Stadt macht etwas Vergleichbares. Die Statistiken verraten beispielsweise, dass in Potsdam wenige Menschen ein Auto besitzen – nicht mal die Hälfte. Auch im Bereich der Touristen-Übernachtungen gibt es Luft nach oben; hier dümpelt man trotz Steigerung im Mittelfeld herum.

Kein Grund zum Grämen bieten die Bevölkerungszahlen: 167.479 Einwohner wurden Ende 2015 gezählt. Erst am 7. November hatte Jakobs den 166.666 Bürger begrüßt. Der enorme Anstieg hängt auch mit der Zahl der registrierten Flüchtlinge zusammen.

Kitas

Auf dem Siegertreppchen ganz oben steht die Stadt bei der Kinderbetreuung. 69 Prozent aller Unter-Vierzehnjährigen gehen in eine Kita oder einen Hort. Zum Vergleich: In Berlin sind es 34 Prozent, in Hamburg 33 Prozent.

Beschäftigte

Frei nach dem Motto „Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt / wir steigern das Bruttosozialprodukt“ krempeln auch die Potsdamer erfolgreich die Ärmel hoch – zunehmend in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Laut Statistik waren das 39,1 Prozent aller Einwohner. Damit stehen nur München (39,5 Prozent) und Stuttgart (39,2 Prozent) in dieser „Kategorie“besser da. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen ist zudem angestiegen – um 2,4 Prozent von 2013 auf 2014. Nur Kiel, München und Berlin legten noch mehr zu. Spannend: Im Hauptstädte-Vergleich arbeiten bei uns die wenigsten im Verarbeitenden Gewerbe, zu dem etwa das Handwerk zählt – nur 2,3 Prozent. Extrem stark ist der tertiäre Sektor (etwa Verwaltungen, Dienstleistungen). Hier arbeiten 92,4 Prozent der Beschäftigten

Wohnungsbau

„Wer jetzt kein Haus hat/baut sich keines mehr“, schrieb seinerzeit Rainer Maria Rilke mit pessimistischem Unterton. Dem Manne hätte geholfen werden können – wäre er nur später und zudem in der Metropole der Mark geboren worden. Denn in der Boomtown des Wohnungsbaus drehen sich allerorten munter die Kräne. 2014 wurden 1083 Wohnungen gebaut. Damit überholte Potsdam – gemessen an der Ausgangssituation – sogar München und Mainz. Was die Statistik auf den ersten Blick nicht verrät: Sozialwohnungen wurden im Jahr 2014 keine gebaut, weil es dafür keine Förderungen durch das Land gab.

Wie unglaublich vital die Bauplanung ist, zeigt sich an der Zahl der erteilten Baugenehmigungen. 2735 waren es im Jahr 2014 – das bedeutete eine immense Steigerung um rund 242 Prozent im Vergleich zum Vorjahr

Studenten

Brandenburgs Landeshauptstadt ist die Stadt der klugen Köpfe. 24 600 junge Menschen studieren hier an Universitäten, Hochschulen oder Fachhochschulen. Weil sich viele Standorte am Stadtrand befinden, kriegt man im Alltag im Zentrum leider nicht allzu viel davon mit. Doch die Studie zeigt: Hinter Mainz hat die Landeshauptstadt die zweithöchste Zahl an Studierenden gemessen an der Bevölkerung. Sprich: 150 Studiosi kommen auf je tausend Potsdamer. Also ist es sicher nur noch eine Frage der Zeit, bis ein Nobelpreisträger „made in Mark Brandenburg“ gekürt wird!

Ziemlich hoch ist auch das Interesse von jungen Menschen aus dem Ausland an einer Ausbildung in der Mark. 10,5 Prozent aller Potsdamer Studenten stammen nicht aus Deutschland, sondern sind lerneifrige Bildungsmigranten. Im Zuge der Zuwanderung wird diese Zahl aber sicher noch steigen.

Eheschließungen

Der Hollywood-Erfolgsfilm „Die Braut, die sich nicht traut“ wäre in Potsdam kein Renner. Denn im Havel-Idyll beschreiten die Menschen besonders gern den Weg zum Standesamt beziehungsweise zum Traualtar. 939 Eheschließungen gab es 2014 zu feiern. Das war – verglichen mit 2013 – ein sprunghafter Anstieg um rund zwölf Prozent!

Die Potsdamer trauen sich

Die Potsdamer trauen sich.

Quelle: dpa

In allen anderen Landeshauptstädten zeigten sich die Verliebten weniger hochzeitswillig. In Mainz, Kiel oder Düsseldorf war die Zahl der Eheschließungen rückläufig. In der Hansestadt sagten 2014 sogar neun Prozent weniger Menschen „Ja“ als 2013. Über die Gründe des Romantik-Booms an der Havel gibt die Studie allerdings keine Auskunft. Ob verheiratet oder nicht – bei vielen Paaren war der Klapperstorch ein gern gesehener Gast. Potsdam lag auf Platz zwei bei der Zahl der Geburten je tausend Einwohner. Nur Dresden war noch gebärfreudiger

Von Ildiko Röd und Mathieu Krause

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lifestyle & Trends
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg