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Schicke Mode – Hauptsache billig?

Wo Jugendliche aus der Region am liebsten einkaufen Schicke Mode – Hauptsache billig?

Laut einer Studie von Statista geben Jugendliche am meisten Geld für das Weggehen mit Freunden aus. Kino, Disco und Co stehen ganz hoch im Kurs. Befragt wurden rund 1500 Jugendliche zwischen 13 und 20 Jahren. Genauso wichtig wie das Partyleben ist den Befragten viel Geld für Kleidung auszugeben. Mode ist jedoch nicht gleich Mode.

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Nach einem Großeinkauf können schon mal einige Tüten voller Klamotten zusammenkommen.

Quelle: Juliane Weser

Oberhavel/Havelland. Laut einer Studie von Statista geben Jugendliche am meisten Geld für das Weggehen mit Freunden aus. Kino, Disco und Co stehen ganz hoch im Kurs. Befragt wurden rund 1500 Jugendliche zwischen 13 und 20 Jahren. 59,4 Prozent geben ihr Taschengeld für das Nachtleben aus. Genauso wichtig wie das Partyleben ist den Befragten viel Geld für Kleidung auszugeben. 57,9 Prozent gaben an, ihr Geld in Mode zu investieren.

Mode ist nicht gleich Mode

Mode ist jedoch nicht gleich Mode. Es gibt die Billigketten, die immer wieder Schlagzeilen machen. Vorwürfe, wie Kinderarbeit, schlechte Arbeitsbedingungen für Näher und Färber, sowie zu hohe Schadstoffbelastung in der Kleidung, müssen sich die Firmen gefallen lassen.

Wir haben uns in der Region umgehört und gefragt, wo kauft ihr am liebsten ein? Ist es euch egal, wie die Sachen produziert werden? Hauptsache billig? Die Meinungen gehen darüber gehen auseinander.

Julia Graumann (17), Elstal

Julia Graumann (17), Elstal: „Ich gehe nicht gerne in billige Läden wie Kik, da ich gehört habe, dass die Kleidung meist von Kinderarbeit hergestellt wird und das möchte ich nicht unterstützen.“

Quelle: Juliane Weser

Trag- und bezahlbare Kleidung

Tobias Stibbe (15) aus Elstal: „Ich finde, dass zum Beispiel H&M tragbare und auch für viele Leute bezahlbare Kleidung herstellt. Sie ist gut von der Qualität und vom Preis.“ Bei Kik oder Primark habe er noch nie etwas eingekauft, und er will es auch nicht, so der Schüler. „Natürlich sind solche Läden, wo es die Sachen im Überfluss gibt, gut für die Leute, die nicht so viel Geld verdienen. Ich persönlich bevorzuge teurere Läden, bei denen ich weiß, wo und wie die Kleidung hergestellt wird.“

Jessica Curt (15), Dallgow-Döberitz

Jessica Curt (15), Dallgow-Döberitz: „Ich finde billige Läden um einiges besser als teure Läden, da sie meistens viel weniger Geld ausgeben muss, obwohl es fast die gleiche Qualität ist.“

Quelle: Juliane Weser

Jessica Curt aus Dallgow-Döberitz kauft dafür lieber bei den günstigeren Läden ein. Sie findet, dass es dort mehr Auswahl gibt und der günstige Preis überzeugt sie: „Ich finde die Qualität gut. Ich hab auch schon etwas von den Skandalen und der Kinderarbeit gehört. Aber ich glaube, es ist nicht auszuschließen, dass das auch bei Markenherstellern passiert.“ Fabian Robel (15) aus Hennigsdorf geht am liebsten bei Takko oder New Yorker einkaufen. „Mir gefallen Stil und Qualität“, sagt er. „Ich habe nichts gegen Billigketten. Ich mache mir schon so meine Gedanken über Schadstoffe in den Sachen, aber es ist einfach günstig, also bleibe ich dabei.“

26-Euro-Jeans schnitt am besten ab

Die Stiftung Warentest untersuchte 2011 Männerjeans von 15 Herstellern. Am besten schnitt die 26 Euro-Jeans von Zara ab. Die Stiftung sagt: „Einfach verarbeitet, trotzdem robust und strapazierfähig. Die Jeans von Zara ist nicht schadstoffbelastet.“ Mit „gut“ konnten ebenfalls die Marken Boss Orange, Lee, H&M, 7 for all mankind, Salsa, For friends, Levi´s 501 und Wrangler überzeugen. Die Note „befriedigend“ bekamen Kuyichi, Kik, Nudie, Jack & Jones, Diesel und G-Star-Raw. Die schlechte Benotung resultiert aus schlechtem Material, das schnell durchscheuert, unsauber verarbeitet ist, nach dem Waschen lösten sich die Nähte, oder die Beine verdrehten sich, wie bei Kik.

Pascal Haustein (15), Hennigsdorf

Pascal Haustein (15), Hennigsdorf: „Bei Kik habe ich nie eingekauft. Da gefällt mir nichts. Bei Primark war ich schon sehr oft. Falls Schadstoffe enthalten sind, werden sie so rausgewaschen.“

Quelle: Juliane Weser

Jeans werden sehr aufwendig produziert und mit Chemikalien bearbeitet. Beim Test von Stiftung Warentest wurden im Labor kaum Schadstoffe gefunden: „Lediglich in den Modellen von Lee, H&M, und Levi´s, registrierten die Messgeräte geringe, für den Träger harmlose Spuren, von Schwermetallen oder Formaldehyd.“ Die Stiftung konstatierte: „Die Jeans sind oft besser als ihre Produktionsbedingungen. Viele Firmen gewährten uns keinen Einblick in ihre Produktion.“

Greenpeace kritisiert Verhalten der Modeindustrie

Seit der Untersuchung von Stiftung Warentest hat sich einiges getan. Greenpeace kritisiert sein Jahren das Verhalten der Modeindustrie immer billiger produzieren zu wollen und das auf Kosten unserer Umwelt. Auf Druck von Greenpeace haben sich nun 30 weltbekannte Firmen dazu verpflichtet, „sauber zu produzieren“. Dazu gehören: „Adidas, United Colors of Benetton, Burberry, C&A, Esprit, G-Star Raw, H&M, Inditex, Levi´s, Limitedbrands, Mango, Marks & Spencer, Primark, Puma, Fast Retailing und Valentino. Ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Lisa-Marie Krüger (16), Hennigsdorf

Lisa-Marie Krüger (16), Hennigsdorf: „Ich habe früher bei Primark eingekauft. Aber beim Waschen gehen die Nähte auf, die Farbe geht schnell heraus. Jetzt gehe ich zu H&M oder Zara.“

Quelle: Juliane Weser

Wer jetzt bei den Firmen einkauft, die sich gegenüber Greenpeace verpflichtet hat, dem werden die vielen Zusatzinfos an der Kleidung auffallen. Bei H&M klafft zum üblichen Preisschild ein grünes Schild: „H&M Conscious – 100% Organic Cotton“. C&A wirbt seit Jahren mit vielen Bio-Baumwollprodukten.

Jedoch fehlt noch einiges bis sich eben auch die Arbeitsbedingungen für die Näher und Färber an den weit entfernten Produktionsstätten ändern. Beim Einkaufen sind wir eben doch alles selbst gefragt, an unsere Umwelt zu denken. Und das ist auch richtig so, denn wir haben nur diese eine Erde.

Von Juliane Weser

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