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Prominenz engagiert sich für Kleinmachnow

Axel Prahl ist Stuhlpate Prominenz engagiert sich für Kleinmachnow

Seit mehr als 70 Jahren sind die Kammerspiele geschätzte Kulturstätte in der Teltower Region. Die in die Jahre gekommenen Sitzmöbel benötigen dringend eine Frischzellenkur. Für die Aufpolsterung suchen die Kulturgenossen, die die Kammerspiele betreiben, private Unterstützung. 230 Paten gibt es bereits – auch Prominenz ist darunter.

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Schauspieler Axel Prahl und seine Ehefrau sind Stuhlpaten in den kammerspielen Kleinmachnow geworden.

Quelle: Christel Köster

Kleinmachnow. Die Neuen Kammerspiele in Kleinmachnow sind längst kein Geheimtipp mehr. Die Spielstätte zieht mit ihrem besonderen Ambiente und dem ambitionierten Programm immer mehr Gäste und prominente Künstler von außerhalb an. Aber nicht nur das. Die Kammerspiele punkten auch mit ihrer charmanten Stuhlpaten-Aktion.

Neuester und wohl prominentester Stuhlpate ist jetzt Schauspieler und Sänger Axel Prahl („Halbe Treppe“, „Tatort“ aus Münster mit Jan Josef Liefers). Er hat mit seiner Frau Silja die Patenschaft für zwei Kinosessel übernommen. Prahl war im Oktober zu Gast in den Kammerspielen und plauderte nach der Vorführung über die Entstehung des Films „Kafkas Der Bau“, in dem er die Hauptrolle spielt. Überzeugt vom Konzept der Kammerspiele machten er und seine Frau spontan zweimal 99,99 Euro locker. Für den speziellen Text, der in die kleinen acht mal vier Zentimeter großen messingfarbenen Schildchen eingraviert wird, wollen sich die beiden noch etwas Zeit lassen. „Wir freuen uns natürlich sehr über diese Patenschaft“, sagt Carolin Huder, Geschäftsführerin und Vorstand der Kulturgenossen, die die Kammerspiele betreiben.

Durch die Aktion wurden bis jetzt 230 Paten gefunden. 275 Kinoplätze gibt es. Wer sich für eine Stuhlpatenschaft interessiert, hat jetzt noch die Wahl unter den letzten 45 Plätzen in den Reihen 1 bis 4. Mit den Patenschaftseinnahmen (eingetragene Kulturgenossen zahlen nur 77, 77 Euro) sollen die Reihen wieder alle klassisch rot aufgepolstert werden. „Das Geld ist dafür zweckgebunden“, versichert Huder. An Hand des Saalplanes kann sich jeder einen Stuhl auswählen. Die Kulturgenossen übernehmen dann Bestellung und Finanzierung des aus Kunststoff bestehenden Schildchens, das an der Rücklehne des Sessels angebracht wird. Es wird mit einem selbst gewählten Spruch oder/und dem Namen des Spenders beschriftet. Allerdings hat niemand ein Anrecht auf „seinen” Stuhl, wenn er zu einer Veranstaltung in den alten Kinosaal kommt.

Meistens ist der  Saal richtig voll

Meistens ist der Saal richtig voll. Am 9. Oktober liest dort übrigens Wladimir Kaminer aus seinem neuen Buch.

Quelle: Privat

Inzwischen lohnt sich schon ein Leserundgang durch die Stuhlreihen, denn die Paten beweisen Kreativität, was ihre Sprüche angeht. Da gibt’s den „Knutschsessel” und „Schneckis Lieblingsplatz“. Ein anderer schrieb sich mit „Sitzen und träumen von Helden und Räumen“ ein, oder in Erinnerung an alte ZDF-„Disco“-Zeiten mit „Licht aus – Spot an“. Huder findet auch „Sehr gute Aussichten hier“ schön. Die am weitesten entfernt lebenden Paten sind Schüler und Lehrer einer Schule in Toronto (Kanada). Deren Leiter weilte einmal zu einem Konzert in den Kammerspielen und übernahm stellvertretend für die Schule die Patenschaft. Die hiesige Waldorfschule hat gleich fünf Patenschaften übernommen. Und auch die Bürgermeister von Teltow, Kleinmachnow und von dessen Partnerstadt Schopfheim ließen sich nicht lumpen. Paten sind zudem Politiker von der FDP, Inhaber von Geschäften und Firmen der Gemeinde und der Region.

Die zu Ende gehende Saison bezeichnet Huder als „ganz gut“. Man sei mit der Vielfalt der Angebote etabliert und habe viele Stammgäste. Da der „Haushalt sehr straff ist“, könne man allerdings nicht so viele Leute beschäftigen, wie nötig wären. Aber das sei ja überall so. Die Gemeinde schoss in diesem Jahr 75 000 Euro zu.

Die Kammerspiele sind seit mehr als 70 Jahren wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens in der Region. Um die geschichtsträchtige Spielstätte zu bewahren und zu erneuern, wurde im August 2012 die Kulturgenossenschaft Neue Kammerspiele eG gegründet. Seit Oktober 2013 steht die Genossenschaft unter der Geschäftsführung Carolin Huders. Die Kleinmachnower war die erste Kulturgenossenschaft Brandenburgs. Bisher konnten rund 170 Mitglieder gewonnen werden.

Stuhlpatenschaft in Kammerspielen

Um die 275 denkmalgeschützten Kinosessel für das Sitzvergnügen der Zuschauer aufzuarbeiten, setzen die Kleinmachnower Kulturgenossen auf die private Unterstützung.

Eine Patenschaft kostet 99,99 Euro pro Stuhl. Man kann auch mehrere Patenschaften übernehmen. Mitglieder der Genossenschaft zahlen nur 77,77 Euro.

Der Stuhl bekommt ein Schildchen mit einem Text, den der Pate selbst bestimmt.

Das Prozedere ist einfach: Im Internet gibt’s den Antrag, auf dem man Name, Telefon, Adresse, E-Mail, Wunschsitzplatz (falls möglich), Reihe ausfüllt. Den Antrag kann man an der Kinokasse abgeben oder senden an: Neue Kammerspiele, Karl-Marx-Straße 18, 14532 Kleinmachnow. Mitglied der Genossenschaft kann man für einen Anteil von 250 Euro werden.

Kontakt: Telefon (033203) 8 48 04; www.neuekammerspiele.de

Von Claudia Krause

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