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Regionale und internationale Silvesterbräuche

Äxte im Stroh und Knüppel ins Kreuz Regionale und internationale Silvesterbräuche

Zum Jahreswechsel zeigen viele Menschen Neigungen, die ihnen sonst fremd sind: Sie lassen es richtig krachen, fassen gute Vorsätze, umarmen wildfremde Menschen, schenken Jahreshoroskopen und fragwürdigen Orakeln Glauben. Die sind von Land zu Land, aber auch von Region zu Region höchst unterschiedlich.

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Quelle: dpa

Potsdam. Das neue Jahr beginnt für die meisten Menschen am 1. Januar. Neben dem klassischen Feuerwerk ist vielerorts auch ungewöhnliches Brauchtum zum Jahreswechsel bekannt.

Im Norden Brandenburgs war es im vergangenen Jahrhundert Brauch, „noch ehe die Abendglocken läuten, alles schneidende Geschirr, zum Beispiel die Messer der Häckselmaschine, Äxte, Beile, sorgfältig in Heu und Stroh zu verpacken, damit die Hexen einem nichts sollten anhaben können.

Und setzt sich die Familie zum Abendessen zusammen, so fehlt auf dem Tische der Hering, der natürlich Rogen haben muß, nicht. Er soll bewirken, daß das Geld nicht knapp wird. Der Abend vergeht unter fröhlichem Geplauder bei Pfannkuchen und Silvesterpunsch”, schrieb E. Weitland aus Lockstädt in den 1920er-Jahren.

Hoch den Becher

Neun bunte Plastikbecher stehen umgestülpt in Reih und Glied. Drei Becher seiner Wahl kann der „Glücksgreifer” hochheben, so ein alter Silvesterbrauch aus Ostpreußen. An Hand der darunter versteckten Symbole wird dann gedeutet, was das neue Jahr für einen bereithält. So stellt beispielsweise der Schlüssel Glück dar, der Ring verheißt baldige Verlobung und der Totenkopf prophezeit Unglück.

Dann, damals wie, nach Mitternacht, als die Prosit-Neujahr-Rufe verklungen waren, ging es an das Bleigießen , denn man wollte die Schicksale des kommenden Jahres voraussehen. „Die jungen Mädchen scheuern auch wohl den Kessel, den sie dabei drehen und beim Hineinblicken das Gesicht des Liebsten zu sehen meinen. Das sollen sie übrigens auch sehen, wenn sie zwischen 12 und 1 in die Glut des Ofens hineinblicken. Wer sich in der Stube umsieht und den Schatten seines Körpers ohne Kopf erblickt, der kann gewiß sein, daß er im künftigen Jahre sterben muß.

Allgemein ist auch das Pantoffelwerfen ; zeigt die Spitze des über den Kopf geworfenen Pantoffels nach der Tür, so verläßt das Mädchen in diesem Jahr das Haus. Es empfiehlt sich, aus der Haustür rückwärts hinauszugehen, da man dann künftige Ereignisse erblicken soll, sobald man übers Dach sieht.”

Schuhorakel

Junge Frauen und Männer setzten sich in den Alpenländern einst rücklings vor die offene Wohnungstür und warfen einen Schuh über die Schulter. Zeigt dessen Spitze nach innen, bleiben sie noch ein Jahr daheim. Zeigt sie nach draußen, finden sie in den kommenden Monaten einen Partner und verlassen das (Eltern-)Haus.

Glückstrauben

In ganz Spanien sind an Silvester um Mitternacht die Glockenschläge einer Turmuhr im Fernsehen und Radio zu hören. Zu jedem Ton essen die Menschen eine Weintraube, was Glück bringen soll. Die zwölf “uvas de la suerte“ (Trauben des Glücks) gibt es abgezählt zu kaufen.

Sprung ins Glück

In Norddeutschland war früher der Brauch weit verbreitet, an Silvester kurz vor Mitternacht auf einen Stuhl zu steigen. Mit dem ersten Glockenschlag des neuen Jahres sprang man dann symbolisch herunter ins Glück.

Rote Unterwäsche

In Italien gilt sie in der Neujahrsnacht als Pflicht, denn dann winken Glück und Erfolg. Kaufhäuser und Dessous-Läden stellen spätestens kurz nach Weihnachten ihr Angebot um: egal ob Spitzenhöschen oder Boxershorts - Hauptsache rot.

Neujahrsschimmel

Im alten Ostpreußen verkleideten sich junge Burschen als Neujahrsschimmel oder Neujahrsbock und neckten Mädchen mit Neujahrsruten. Ähnlich kostümiert gingen der Pelzbock in Brandenburg und der Strohbär in Hessen herum. Sie sammelten Essen und Getränke für eine gemeinsame Silvesterfeier der jungen Leute im Ort.

Knüppel ins Kreuz

In Bulgarien geht es mit Schlägen ins neue Jahr. Hiebe auf den Rücken mit der «Surwatschka», einem geschmückten Ast des Kornelkirschbaums, sollen Gesundheit und Reichtum bringen.

Mit Koffer ums Haus

Am 1. Januar laufen Mexikaner einmal mit einem Koffer ums Haus - dann werden sie im neuen Jahr eine schöne Reise unternehmen. Für ein gutes neues Jahr wird zudem ein Glas Wasser aus der Tür gekippt. Das soll alte Tränen und Sorgen wegschwemmen.

Zocken

In Griechenland spielen die Familien am Silvesterabend Karten und andere Glücksspiele. Es gilt: Wer gewinnt, hat Glück das ganze Jahr hindurch.

Springen

Kinder auf den Philippinen springen um Mitternacht möglichst hoch in die Luft. Das soll für das neue Jahr ihrem Wachstum einen Schub verleihen.

Von MAZonline

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