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Russenhochzeit im Apfelbaum

Theater in Michendorf Russenhochzeit im Apfelbaum

Russen in Michendorf: Mit Tschechows Einakter „Die Hochzeit“ hat sich die Kleine Bühne in die Herzen des Publikums gespielt. Die Stimmung in der Spielstätte „Apfelbaum“ war ausgelassen, bei „Katinka“ klatschten die Zuschauer begeistert mit.

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Jochen und Gabi im Auto.

Quelle: Privat

Michendorf. In der Spielstätte der Kleinen Bühne Michendorf, im Gemeindezentrum „Apfelbaum“, herrschte am Freitag eine Hochstimmung wie weiland auf einem deutsch-sowjetischem Freundschaftstreffen. Jede Menge offenkundig von einer Riesenportion russischer Seele berauschte, in altrussischer Textilware verpackte Damen und Herren sowie ein in russischen Folklorekostümen gewandeter Frauenchor sorgten schon vor dem Einlass zur Premiere von Tschechows Einakter „Die Hochzeit“ für beste Laune unter den Besuchern.

Die so eingestimmten Besucher drängten dann in solcher Zahl in den Saal, dass noch Stühle nachgereicht werden mussten. Offenkundig war der Vorjahreserfolg, mit den beiden Einaktern des gleichen Autors „Der Bär“ und „Der Heiratsantrag“, in guter Erinnerung. Tschechow schrieb alle drei seelenverwandten kurzen Stücke zum Dreiklang der Themen Liebe, Hochzeit und Kabale in den Jahren 1888/89. Sie sind bewusst auf Klamauk angelegt und dienten ihm wohl auch als entspannende Abwechslung von der Gedankenschwere seines Dramatiker-Alltags.

„Never change a winning team“ mögen sich die Akteure um die Regisseurin Christine Hofer und den Bühnenbildner Dirk Sesemann gesagt haben und griffen bei ihrer Inszenierung von „Die Hochzeit“ bei der Ausstattung, der szenischen Struktur und auch mit dem Einbau von Schlagereinlagen und Filmsequenzen auf Bewährtes zurück. Trotzdem begann der Abend nicht nur wegen der kleinen technischen Panne bei der Filmeinspielung etwas holperig. So entwickelte der cineastische Vorspann mit den Hochzeitsvorbereitungen und diversen Trinkeinlagen ein langwieriges Eigenleben, bevor dann die mit dem Film angekündigten Akteure hinter der Leinwand hervortraten und endlich auch auf der Bühne zu spielen begannen.

Das Publikum im Saal gewannen die Darsteller handstreichartig mit dem gemeinschaftlichen Anstimmen des russischen Volkslieds Kalinka, das seit über 150 Jahren von Russen gesungen wird und seither weltweit Menschen zu wilden Tanzeinlagen animiert. Diese Begeisterung im Saal entlud sich dann in rhythmischem Klatschen. Später wurde bei den Auftritten eines russischen Damenchors oder dem innigen Vortrag von Schlagern im Stile Ivan Rebroffs der ungezwungene Frohsinn des Publikums spürbar.

Allerdings fehlte ein stringenter Handlungsfaden, was aber sicher auch am Stück liegt. Es weist zudem nur einen einzigen dramatischen Höhepunkt auf und der besteht im Eklat um den Ehrengast der Hochzeitsgesellschaft, einen falschen General, der sich als simpler Kapitän 2. Ranges entpuppt. So reihten sich viele kleinere Gags, wie der mit der Griechin, die mit ihren Händen die Merkel-Raute formte und dabei „Ich schaff´ das“ sprach und Sanges- sowie Filmeinlagen aneinander und hielten dadurch das Publikum bis zum Schluss bei der Stange. Von den Darstellern gelang es vor allem Felix Zühlke als großspuriger Exfreund der Braut und Hans-Jochen Röhrig als von seinen Gefühlen gesteuerter Exkapitän, überzeugende Rollenbilder zu zeichnen. Das Publikum überschüttete vor allem diese mit Applaus.

Von Lothar Krone

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