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Schonungslose Malerei in Werder

Provokant und verstörend Schonungslose Malerei in Werder

Verletzlichkeit und Scheinheiligkeit, menschliche Abgründe, die Fragilität unseres scheinbar so sorglosen Lebens beschäftigen den aus Polen stammenden Maler David Mildner. Die Stadtgalerie Werder zeigt unter dem Titel „Schonungslos“ jetzt Ölbilder von dem jungen Künstler.

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„Lying shadow“ ist wie Mildners andere Bilder auch mit Öl auf Leinwand gemalt.

Quelle: Edith Mende

Werder. Wer ein Triptychon mit überlebensgroßen Insekten Dreifaltigkeit nennt, der hat einen besonderen Humor. Erst recht, wenn seine Wiege im katholisch geprägten Polen stand. Zwei der drei Ölbilder, eine Motte und eine Mücke, begrüßen die Gäste der Ausstellung David Mildners in der Stadtgalerie von Werder. Sie sind so etwas wie der weiche Einstieg. Denn den Titel „Schonungslos“ der Exposition erfasst man, sobald man weiter in ihr Zentrum tritt.

Da stößt ein gewaltiger Dreizack auf üppige Frauenkörper nieder. Gleich wird er sie durchbohren. Daneben großformatig und in grellem Rosa tote Tiere und Menschenleiber, Blutrinnsale, Geier und Krähen, die auf Beute lauern. Eine nackte Walküre zerrt einen Leichnam hinter sich her. Der Schock sitzt, die Bedrohung, die Angst, Grausamkeit und Kälte kann man fast mit Händen greifen. „Das ist unser Alltag, das, was wir gerne verdrängen“, gibt der schmächtige junge Maler bei der Vernissage Auskunft.

Nein, heile Welt ist nicht Mildners Thema. Gefahr, Verletzlichkeit und Scheinheiligkeit, menschliche Abgründe, die Fragilität unseres scheinbar so sorglosen Lebens beschäftigen ihn umso mehr. Den Bildern, die er dafür findet und die er malt, kann man sich nur schwer entziehen. Sie bleiben im Gedächtnis haften, auch oder gerade, weil man sie nicht über dem heimischen Sofa haben möchte. Natürlich will der Künstler provozieren, uns zwingen über diese Welt nachzudenken, in der Kriege immer noch Konflikte lösen sollen, die so absurd ist, dass in ihr Gutmensch als Schimpfwort gilt.

David Mildner ist Anfang dreißig, da darf man ein lebenswertes Morgen und Übermorgen auf keinen Fall aus dem Auge verlieren. Nach dem Studium an der FH Ottersberg studiert er jetzt weiter an der Universität der Künste Berlin bei Pofessor Robert Lucander.

„Hunger for it“ – David Mildners Bilder sollen auch schockieren

„Hunger for it“ – David Mildners Bilder sollen auch schockieren.

Quelle: Edith Mende

Info: „Schonungslos“, Stadtgalerie Werder, Uferstraße 10, bis 20. März jeweils Donnerstag, Samstag und Sonntag zwischen 13 und 18 Uhr zu sehen. Im Foyer hängen Fotografien des Orphée-Fotoclubs Werder und in der Galerie am Glas in der 1. Etage des Schützenhauses Aufnahmen des Hobbyfotografen Jürgen Steinberg über Werder.

Von Edith Mende

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