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Umweltschützer wollen Coffee-to-go-Becher stoppen

Mehr Mehrweg Umweltschützer wollen Coffee-to-go-Becher stoppen

Kaffee „to-go“ zu trinken ist geschmacklich meist ziemlich fraglich. Damit nicht genug – die Pappbecher verursachen jede Menge Müll. Alle in Deutschland pro Jahr ausgetrunkenen Becher würden sieben Mal die Erde umrunden. Umweltschützer fordern ein Umdenken. Vorbild könnte ausgerechnet die Plastiktüte sein.

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Coffee-to-go-Becher müssen nicht immer Wegwerfware sein.

Quelle: dpa

Potsdam. Mit einem Pilotprojekt in Berlin will die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die stetig wachsende Flut der Einweg-Kaffeebecher stoppen. Denn der Coffee to go gehört inzwischen zum Lifestyle vieler gehetzter Großstädter. Der Deutsche Kaffeeverband sieht die „zunehmende Mobilität der Gesellschaft“ als wichtigsten Grund für die gestiegene Nachfrage nach Kaffee zum Mitnehmen.

20 Cent extra für to-go-Kaffee

Der Einwegtrend lässt sich nach Auffassung der DUH stoppen, wenn die bislang kostenfrei angebotenen Wegwerfprodukte teurer werden. Eine Abgabe in Höhe von 20 Cent wäre die Lösung. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation möchte außerdem die großen Kaffeehausketten dafür gewinnen, Mehrwegbechersysteme zum Ausschank von Kaffee anzubieten. Auch muss die Möglichkeit, selbst mitgebrachte und verschließbare Mehrwegbecher in Cafés wiederbefüllen zu lassen, stärker beworben und dadurch bekannter gemacht werden. Einen Kaffee kann man unterwegs auch ohne Abfall genießen.

>>> Alles zur Initiative der Deutschen Umwelthilfe gibt es
hier.

Viel to-go-Kaffee wird gar nicht unterwegs getrunken

Der Verband schätzt, dass bereits rund 15 Prozent des Kaffees, der in Deutschland getrunken wird, „to go“ konsumiert wird. Davon entfielen 68 Prozent auf Bäckereien, Tankstellen, Coffee Shops, Getränkeautomaten und den Bereich Fast Food. Allerdings geht der Verband davon aus, dass maximal ein Drittel dieser 68 Prozent tatsächlich unterwegs konsumiert wird. Das bedeutet, dieser Kaffee müsste gar nicht im Einweg-Becher ausgeschenkt werden, sondern könnte auch aus einer normalen Tasse getrunken werden.

43.000 Bäume werden jährlich für to-go-Becher abgeholzt

Aufeinandergestellt würden die jährlich in Deutschland verbrauchten Einwegbecher mehr als siebenmal die Erde umrunden, rechnete der Umweltschutz-Verein am Mittwoch vor. Für die Herstellung der Becher und Deckel würden jährlich 43.000 Bäume abgeholzt und 11.000 Tonnen Kunststoff verwendet.

Berlin ist Trendstadt und deswegen ideal für Pilotprojekt

Die Hauptstadt haben sich die Umweltschützer für ihr Projekt ausgesucht, „weil hier oft Trends entstehen“ und weil alleine in Berlin pro Tag fast eine halbe Million Coffee-to-go-Becher anfielen. Die Kampagne der DUH ist auf jeden Fall so gestaltet, dass sich auch Hipster und solche, die sich dafür halten, angesprochen fühlen sollen. Zwar sieht man heutzutage auch Hollywood-Stars und andere Prominente mit dem Becher in der Hand. Doch auch das könnte sich bald ändern. Denn in der Trendsetter-Stadt New York sind Einweg-Becher aus Polystyrol seit Juli verboten.

Viele Plastiktüten durch Jute-Beutel ersetzt

Der beste Weg, um die Vermüllung deutscher Städte und die Verschwendung der Ressourcen zu stoppen, ist aus Sicht der Umwelthilfe die Verwendung von Mehrweg-Bechern. Die Aktivisten hoffen auf eine ähnliche Entwicklung wie bei der Einweg-Plastiktüte, die inzwischen von vielen Kunden des Lebensmittel-Einzelhandels gemieden und durch Mehrweg-Taschen ersetzt wird.

Von MAZonline

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