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Zahnpasta und Deo zum Selbermachen

Initiative gegen Müll Zahnpasta und Deo zum Selbermachen

Die Hennigsdorferin Saskia Feltz mixt seit einem halben Jahr Zahnpasta, Reiniger, Gesichtswasser & Co. selbst, um Plastikmüll zu sparen. Auf ihrer Homepage gibt die junge Mutter Tipps, wie man nützliche Dinge selbst herstellen kann. Demnächst soll es auch einen Vortrag mit Umwelt-Experten über das Thema geben.

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Saskia und Olaf Feltz mit ihren selbstgemachten Reinigungs- und Pflegemitteln. Die Verpackungen stammen aus dem Supermarkt, sie werden aber immer wieder neu befüllt. Das schont die Umwelt.
 

Quelle: Marco Paetzel

Hennigsdorf.  Saskia Feltz beginnt jeden Morgen zähneknirschend. Nicht, weil sie keine Lust auf den Tag hätte. „In meiner Zahnpasta ist Heilerde, deshalb knirscht das ein bisschen“, sagt die Hennigsdorferin. Ihre Zahnpasta kredenzt sie sich – wie alle anderen Drogerieartikel – seit einem halben Jahr selbst. Zur Heilerde gibt Saskia Feltz Birkenzucker und Salbeitee. Dazu kommt eine Tinktur aus Wodka und Lavendelblüten, die vorher fünf Wochen lang ziehen muss. Für die Zutaten von 150 Milliliter Zahnpasta zahlt Feltz rund 5,50 Euro. Dafür muss sie nie mehr eine leere Tube wegschmeißen. „Und man weiß auch, was drin ist“, sagt Saskia Feltz.

Die junge Mutter ist Schrottberge in der Dritten Welt und Ozeane voller Plastikmüll leid, deshalb will sie zeigen, dass es auch ohne Verpackungen geht. Auf ihrer neuen Homepage „weniger-ist-mehr-in-Hennigsdorf.de“ will Saskia Feltz andere zum Selbstmachen ermutigen. Sie hat dort Rezepte für Drogerieartikel wie Parfüm, Gesichtswasser, Reinigungsmittel oder Deoroller zusammengetragen. Dafür braucht man nur Waage, Messbecher, Rührstab & Co., auch die Zahl der Zutaten ist begrenzt. Essig, Soda, Natron, Zitronensäure, Öl und Aromastoffe gehören zur Grundausstattung. Meistens spare man, anders als bei der Zahnpasta, dabei Geld. „Und die Herstellung klappt meistens schnell“, sagt Saskia Feltz, die im Rat der Nieder Neuendorfer Kirchengemeinde sitzt. Und manchmal muss man nicht mal mixen, um Müll zu sparen. Saskia Feltz’ Mann benutzt einen Metallrasierer mit austauschbaren Klingen, sie Teile von Mikrofasertüchern statt Wattepads. „Die kann man immer wieder auswaschen.“ Selbst Tampons aus Silikon oder Windeln aus Stoff könne man nutzen, um die Umwelt zu schonen.

Im Endeffekt seien viele der Ideen gar nicht neu, sagt Olaf Feltz. „Früher haben die Menschen die Dinge ja so hergestellt. Die Industrie hat es ihnen nur abgenommen.“ Feltz hat sich daran gewöhnt, dass sein Deoroller flüssiger ist als sonst. Ein bisschen die Arme am Oberkörper reiben und dann passt das, sagt er.

Drei gelbe Säcke standen alle zwei Wochen vor dem Haus von Familie Feltz. Ohne den Plastikmüll der Drogerieartikel ist es ein Sack weniger. Saskia Feltz würde gerne noch mehr einsparen. Doch Lebensmittel wie Fleisch, Wurst und Käse in Bioqualität gebe es in den Hennigsdorfer Supermärkten bislang nur mit Plastikverpackung. „Das ist hier natürlich anders als im Prenzlauer Berg, wo es an jeder Ecke einen alternativen Laden gibt“, so Feltz. Sie findet es auch schade, dass der Markt auf dem Havelplatz zu wenig Lebensmittel bietet und nicht – arbeitnehmerfreundlich – Sonnabend stattfindet. „Dort könnte man doch wunderbar Lebensmittel ohne Plastik verkaufen.“

Im Dezember will Saskia Feltz einen Infoabend zum Thema organisieren, mit dabei sein könnte auch ein Umweltexperte von einer Organisation wie Greenpeace.

Von Marco Paetzel

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