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Brandenburg ist das Land der Funklöcher

Studie offenbart Internetlücken Brandenburg ist das Land der Funklöcher

Dass es beim Breitband-Ausbau in Brandenburg hakt, kennt man schon. Aber auch beim mobilen Internet, dem Surfen mit dem Smartphone, hat die Mark die rote Laterne: In keinem anderen Bundesland surfen so wenige mobil wie hier. In dünn besiedelten Ländern fehlt es selbst im Jahr 2015 tatsächlich noch an einer flächendeckenden Netzabdeckung.

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Smartphone-Nutzer stehen in Brandenburg oft sprichwörtlich im Regen.

Quelle: Westend61

Potsdam. Die Mark ist das „Digi-Tal der Ahnungslosen“: Lediglich vier von zehn Brandenburgern nutzen mobile internetfähige Endgeräte wie Smartphones und Tablets. Ein Wert von 39,4 Prozent bedeutet den letzten Platz im Bundesvergleich; Spitze ist Hamburg mit 68,3 Prozent. Das geht aus dem D21-Digital-Index 2015 hervor, einer repräsentativen Studie von TNS Infratest im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums.

„Bei der mobilen Internetnutzung hechelt der Osten dem Westen hinterher“, erklärt Michael Boberach von TNS Infratest. Ursache sind neben demografischen Faktoren auch technische Hindernisse: In dünn besiedelten Ländern wie Brandenburg fehlt es an einer flächendeckenden Mobilfunknetzabdeckung. Hürden beim Zugang zu mobilem Internet führten zwangsläufig zu einer geringeren Nutzung, analysiert Boberach.

Die Funklöcher sind der mangelhaften Festnetzinfrastruktur geschuldet. „Mobilfunkmasten brauchen eine leistungsfähige Festnetzanbindung“, erklärt Nick Kriegeskotte, Bereichsleiter Telekommunikationspolitik beim Digitalverband Bitkom.

In drei Jahren soll alles besser werden

Der Experte erwartet, dass sich die Zahl der Funklöcher ab 2018 spürbar verringert. Dann stehen den Mobilfunknetzbetreibern Telefónica, Telekom und Vodafone voraussichtlich die Frequenzen um 700 Megahertz zur Verfügung, die bislang dem terrestrischen digitalen Rundfunk DVB-T vorbehalten sind. Dieser soll künftig als DVB-T2 in einen neuen Frequenzbereich umziehen. Für die mobile Breitbandnutzung ist das eine Weiterentwicklung:„Die 700-Megaherz-Frequenzen haben eine gute Ausbreitungswirkung“, sagte Kriegeskotte.

Die Landesregierung hat keinen Einfluss auf die technische Ausstattung zur mobilen Netzabdeckung, wie Claudia Lippert, Sprecherin im Wirtschaftsministerium, erklärt. Allerdings wirke Rot-Rot„in jedem Gespräch mit Providern darauf hin, dass sowohl die Quantität als auch die Qualität des Mobilfunkempfangs ständig verbessert wird“.

Selbst der Branchenprimus schwächelt

Selbst Branchenprimus Telekom weist im 3G- und 4G-Netz (UMTS, HSPA, LTE) großflächige Lücken auf, etwa nördlich von Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin), nördlich von Kremmen (Oberhavel), nördlich von Brandenburg/Havel, westlich von Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark) sowie überall an der Grenze zu Polen – bei der Konkurrenz sieht es nicht besser aus.

Liebe Leser, wir fragen Sie: Wo versagt bei Ihnen der Netzempfang? Mailen Sie uns unter: leserbriefe@MAZ-online.de oder schildern Sie ihre Erfahrungen auf www.facebook.com/MAZonline

Von Bastian Pauly

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