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Computervirus lauert im E-Mail-Anhang

Dreiste Betrüger fordern Geld Computervirus lauert im E-Mail-Anhang

Ein Stahnsdorfer hat dieser Tage per E-Mail eine Zahlungsaufforderung von einer dubiosen Bank erhalten. Er soll endlich angebliche Schulden begleichen und außerdem eine fragwürdige Bearbeitungsgebühr bezahlen. Eine detaillierte Aufschlüsselung wird in einem Anhang angekündigt. Doch die Anlage erweist sich als gefährlicher Computervirus.

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Die Internet-Betrüger sind raffinierter geworden. Sie arbeiten jetzt mit konkreten Kontaktdaten ihrer Opfer.

Quelle: dpa

Stahnsdorf. Einen Schreck bekam dieser Tage Ernst W. Müller aus Stahnsdorf, als er sein E-Mail-Postfach öffnete. Eine dubiose Bank-Pay GmbH forderte ihn ohne Angabe einer konkreten Summe „letzmalig“ auf, einen angeblich nicht gedeckten finanziellen Betrag zu begleichen. Die „detaillierte Forderungsausstellung ..., der Sie alle Positionen entnehmen können“, sei als Anhang beigefügt. Wegen des „Zahlungsrückstands“ berechnete die „Firma“ dem Stahnsdorfer obendrein eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 57,46 Euro. Die vermeintliche Schuld soll Müller bis zum 4. April auf das Konto der Bank-Pay GmbH überweisen. Sonst droht ihm ein Gerichtsverfahren.

Müller erkannte diese Mail sofort als einen Angriff dreister Betrüger. „Ich kaufe öfter im Internet ein. Aber ich habe noch nie von dieser Bank gehört, geschweige Geschäfte mit ihr abgeschlossen.“ Er ließ die angehängte Zip-Datei ungeöffnet und erstattete auf dem Polizeirevier in Teltow Anzeige gegen die Bank-Pay GmbH.

Betrüger arbeiten mit konkreten Adressen

Auf einschlägigen Web-Portals wie Netzwelt wird eindringlich vor der Bank-Pay GmbH und ähnlich klingenden „Firmen“ gewarnt. Die Masche sei jeweils die gleiche. Die Schreiben von dubiosen Sachbearbeitern und mit „juristischen Drohungen“ wären identisch. Hinter dem vermeintlichen Anhang befinde sich ein gefährlicher Virus, der den gesamten Computer infiziere, sobald die Anlage geöffnet werde. Netzwelt stellt derzeit einen drastischen Anstieg solcher E-Mail-Sendungen fest. Dabei habe die Betrugswelle im März dieses Jahres eine neue Qualität erreicht. Wurden die Opfer bislang anonym angesprochen, so arbeiten die Betrüger jetzt mit konkreten Kontaktdaten, Adressen und Telefonnummern. Woher sie diese Angaben haben, ist nicht eindeutig erwiesen. Aus Teilnahmen an Internet-Gewinnspielen, aus Diebstählen von Daten oder aus gefälschten Mailanfragen mit Bezug auf namhafte Versandhändler könnten die Betrüger die Angaben abgreifen, heißt es.

Fälle sind der Verbraucherzentrale bekannt

In der Verbraucherzentrale Brandenburg ist die angebliche Bank-Pay GmbH keine Unbekannte, wenngleich es in jüngster Zeit keine gehäuften Hinweise auf sie gibt. „In unserer Datenbank ist sie aber bereits gespeichert“, bestätigt Pressesprecherin Lisa Högden. Auch die Verbraucherschützer stellen einen Anstieg der Internetkriminalität fest. Dabei sind die Betrüger raffinierter geworden. Statt der entlarvenden Zip-Dateien würden sie ihre Viren neuerdings in PDF- oder Word-Formaten verstecken. Die Absender kämen meist aus dem osteuropäischen Raum und seien kaum zurückzuverfolgen.

E-Mails von unbekannten Firmen ohne ein Impressum beziehungsweise eine Signatur sollten sofort gelöscht werden, empfiehlt Netzwelt. Kein Unternehmen und kein Anwalt wird außerdem Anhänge in Zip-Dateien verpacken. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, bei IBAN-Angaben auf die Anfangskennung zu achten. Bei „BG“ für Bulgarien oder „RO“ für Rumänien sollte die E-Mail unverzüglich gelöscht werden.

Von Heinz Helwig

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