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Cybercrime verursacht Milliardenschäden

Konferenz für Cybersicherheit in Potsdam Cybercrime verursacht Milliardenschäden

Kleine Tätergruppe, größtmögliche Wirkung: Einzelne Hacker können Industriestaaten empfindliche Schäden zufügen, das zeigt der Angriff auf die IT-Infrastruktur des Bundestags. In Potsdam diskutieren Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, wie sich die Nutzer schützen können. Fest steht: Die meisten beachten nicht einmal geringste Sicherheitsstandards.

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Vorratsdatenspeicherung im Bundestag: Harter Tag für Heiko Maas

1:0 für die Hacker: Kriminelle haben das Computernetz des Bundestags lahmgelegt.

Quelle: dpa

Potsdam.



 

Allein den deutschen Privatbürgern soll jährlich ein Schaden von 3,4 Milliarden Euro durch Internetkriminalität entstehen. Pro Jahr gebe es 14,7 Millionen Fälle, schätzt das Deutsche Institut für Wirtschaft. Die Diskrepanz zu den offiziellen Zahlen der Sicherheitsbehörden ist beträchtlich. Bundesweit registrierte die Polizei 2014 gut 246.000 solcher Straftaten, davon 9790 in Brandenburg. Nicht einmal jede zehnte Straftat führt Sicherheitsexperten zu einer Anzeige. Die meisten Angriffe auf Daten und Identitäten würden gar nicht erst als solche erkannt, sagt HPI-Direktor Christoph Meinel.

Heute sind es mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets, morgen schon vernetzte Medizingeräte oder selbstfahrende Autos: Die fortschreitende Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche birgt neben einer Erleichterung des Alltags immer mehr Angriffsfläche für Cyberkriminelle. Mit der Quantität steigt auch die Qualität der Straftaten. Die Täter agierten zunehmend international, seien mobil und immer professioneller. „Die Bankräuber des Digitalzeitalters tragen keine Waffe und greifen noch mehr Geld ab“, sagt Europol-Direktor Rob Wainwright. Dem Kriminalisten zufolge ist nahezu jede öffentliche Einrichtung schon Opfer ähnlicher Angriffe wie auf den Bundestag geworden.

Auch das Netzwerk des Brandenburger Landtags und der Landesverwaltung: Zuständig für die Datensicherheit von Parlament, Ministerien und Behörden ist der Brandenburgische IT-Dienstleister ZIT-BB. Laut Ingo Decker, Sprecher des Potsdamer Innenministeriums, konnten ungebetene Eindringlinge bislang stets abgewehrt werden. „Das zeigt, dass unsere Technik funktioniert. Möglicherweise ist ein Landtag für Datendiebe auch etwas uninteressanter als der Bundestag.“

HPI-Direktor Meinel, dessen Einrichtung Staat und Wirtschaft beim Aufbau sicherer IT-Netze berät, mahnt zu mehr kritischer Wachsamkeit beim Schutz sensibler Daten. Für die Lösung der Sicherheitsprobleme könne die Nutzerschaft nicht auf die Regierung oder das Produkt privater Firmen warten. Selbst die Mindeststandards, wie regelmäßige Softwareupdates und die Wahl komplexer Passwörter, werde zu oft missachtet. Wie eine HPI-Auswertung von 200 Millionen frei im Internet zugänglichen Datensätze zeigt, vergeben 80 Prozent der Nutzer leicht zu knackende Zahlenfolgen und Wörter wie „123456“ oder „password“.

3. Konferenz für Cybersicherheit in Potsdam

Das Hasso-Plattner-Institut lädt jährlich führende Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zur „Konferenz für Cybersicherheit“.

Noch bis Freitag tagt die dritte Auflage des Expertentreffs in Potsdam auf dem Campus Griebnitzsee.

Als neues Projekt hat das HPI anlässlich der Konferenz und in Zusammenarbeit mit der Bundesdruckerei ein „Secure Identity Lab“ gestartet. Das Labor soll innovative Konzepte und Technologien zur Sicherung des „digitalen Ich“ entwickeln. Dafür sollen junge Wissenschaftler angestellt werden.

Von Bastian Pauly

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