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Das blaue Wunder von Motzen

Auszeichnung für Produkt-Entwicklung Das blaue Wunder von Motzen

Für ihre Wildtierampel ist die Motzener Kunststoff- und Gummiverarbeitung GmbH mit dem Innovationspreis des Landes Brandenburg ausgezeichnet worden. Das nur 17 Zentimeter große und Hundert Gramm schwere Gerät hält Wild bei Straßenverkehr davon ab, über die Straße zu laufen. 80 Prozent weniger Wildunfälle werden verzeichnet.

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Detlef Roggan (l.) und Matthias König mit Ampel und Urkunde.

Quelle: Müller

Motzen. Die Motzener Kunststoff- und Gummiverarbeitung GmbH ist mit dem Innovationspreis des Landes Brandenburg in der Rubrik Kunststoff und Chemie für ihre neu entwickelte Wildtier-Ampel ausgezeichnet worden. Wirtschaftsminister Albrecht Gerber übergab den Preis in Schwarzheide.

Die Leitpfosten mit den Wildtierampeln stehen zum Beispiel an der Straße zwischen Motzen und Bestensee

Die Leitpfosten mit den Wildtierampeln stehen zum Beispiel an der Straße zwischen Motzen und Bestensee. Sie halten Wild davon ab, die Straße zu kreuzen, wenn ein Auto vorbei fährt.

Quelle: PR

Entstanden ist die Wildtierampel auf Initiative von Detlef Roggan. Er lebt seit Jahren in Mittenwalde und ist Jäger. „Jede Nacht wurde ich wegen Wildunfällen rausgeklingelt“, beschreibt er die Situation vor mehr als fünf Jahren. Damals habe er vor der Entscheidung gestanden, entweder seine Leidenschaft fürs Jagen aufzugeben oder eine Lösung für das Problem zu finden. Roggan tüftelte und baute, beobachtete das Wild. Mit dem Prototypen eines Wildschutzes ging er auf die Motzener Firma zu und traf dort bei Geschäftsführung und Ingenieuren auf offene Ohren. In zwei Jahren entwickelten sie nun das nur 17 Zentimeter große und kaum hundert Gramm schwere „Blaue Wunder“, das an die Leitpfosten an der Straße angeschraubt wird und Wild davon abhalten soll, über die Straße zu laufen, wenn Autos vorbeifahren.

Das preisgekrönte Produkt des Motzener Unternehmens wird bereits in vielen Regionen Deutschlands genutzt

Das preisgekrönte Produkt des Motzener Unternehmens wird bereits in vielen Regionen Deutschlands genutzt. Es soll aber schon bald auch über die Grenzen hinweg zur Verhütung von Wildunfällen beitragen.

Quelle: Andrea Müller

Roggans Erfahrungen wurden genauso bei der Entwicklung berücksichtigt wie wissenschaftliche Erkenntnisse über das Verhalten und die Augen von Wild in Deutschland. Die, so Matthias König, Vertriebs- und Projektmanager des Motzener Unternehmens, haben ein anderen Spektrum an Farben, das sie besonders auch in der Dunkelheit sehen können. Die Töne von Blau bis Grün seien für sie als besonders hell wahrnehmbar. „Deswegen hat unsere Wildtierampel gerade diese Farben“, erläutert König. Wenn nachts Autolicht auf die Ampel fiele, stehe die sozusagen auf Blau. „Das Wild stutzt und bleibt tatsächlich stehen“, so Roggan. Diese Sekunden seien entscheidend. Denn dann sei das Auto vorüber und das Wild könne die Straße queren, wenn es wieder dunkel ist. Voraussetzung, dass dies klappt, sei aber eine durchgehende Bestückung der Leitpfosten an der Straße. Wo Lücken sind, komme das Wild durch.

Der Innovationspreis für die Wildtierampel

Der Innovationspreis für die Wildtierampel. BIs es soweit war, hat das Unternehmen mit aktuell 70 Mitarbeitern Kraft und Geld im sechsstelligen Bereich investiert.

Quelle: Andrea Müller

Anfang stießen Roggan und die Motzener Kunststoff- und Gummiverarbeitung auf viel Skepsis. Jetzt aber hat die Firma für ihre Entwicklung ein Patent angemeldet. „Der Verkauf läuft seit November prima“, freut sich König. Besonders westliche Bundesländer stünden dem neuen Produkt sehr offen gegenüber. Auch im Landkreis Dahme-Spreewald seien bereits einige Straßen mit der blau leuchtenden Wildschutzampel ausgestattet, etwa die Straße zwischen Motzen und Bestensee. Der Innovationspreis sei eine weitere Bestätigung, dass man mit dem Produkt auf dem richtigen Weg sei.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Mehr als 80 Prozent weniger Wildunfälle stünden seit dem Anbau der Ampel zu Buche. „Vor allem schwere Wildunfälle mit Personenschaden können vermieden werden“, erläutert Roggan.

Hergestellt wird die Ampel in Motzen und in der Behindertenwerkstatt in Zeesen. „Made in Brandenburg war uns ganz wichtig“, sagt König.

Von Andrea Müller

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