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Elektrogeräte sollen auf den Prüfstand

Energieverbrauch Elektrogeräte sollen auf den Prüfstand

Waschmaschinen, Kühlschränke, Geschirrspüler - viele Kunden orientieren sich beim Kauf von Elektrogeräten am Energieverbrauch. Nach der VW-Abgas-Affäre will die Bundesregierung nun auch die Herstellerangaben bei Haushaltsgeräten überprüfen lassen.

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Tricksen die Hersteller bei Angaben zum Energieverbrauch? Staubsauger und andere Haushaltsgeräte sollen nun auf den Prüfstand.

Quelle: dpa

Berlin. Augen auf beim Kauf von Elektrogeräten: Für viele Verbraucher sind die Herstellerangaben zum Stromverbrauch von Haushaltsgeräten wie Kühlschrank, Waschmaschine und Co. ausschlaggebend. Doch können sich Kunden nach der VW-Abgas-Affäre überhaupt noch auf die Kennzeichnungen des Energieverbrauchs verlassen?

Weil Manipulationen in Einzelfällen nicht ausgeschlossen werden könnten, will die Bundesregierung Herstellerangaben zum Energieverbrauch von Elektrogeräten jetzt verstärkt überprüfen. Dies geht aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums an die Grünen-Abgeordnete Renate Künast hervor, meldet die Deutsche Presse-Agentur.

Wird bei der Kennzeichnung getrickst?

Künast hatte vor dem Hintergrund der Affäre um manipulierte VW-Abgastests nach möglichen Tricksereien bei Elektrogeräten mit einem EU-Etikett zum Energieverbrauch gefragt. Mit dem Etikett mit Signalfarben von Rot bis Dunkelgrün werden Kühlschränke, Waschmaschinen, Backöfen, Fernseher und andere Geräte in Effizienzklassen eingeordnet.

– Infos zum EU-Etikett zum Energieverbrauch finden Sie hier.

Die ehemalige Bundesverbraucherministerin Künast, aktuell Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Verbraucherfragen, wollte unter anderem wissen, ob sich Geräte im Testbetrieb anders verhalten als bei normaler Nutzung.

So ermitteln Sie den Stromverbrauch selbst:

Im Haushalt gibt es verschiedene Geräte, deren Stromverbrauch man selbst ermitteln kann:

TV-Geräte: Den Verbrauch von TV-Geräten können Sie sofort erfahren, indem Sie den Watt-Verbrauch ermitteln und mit einem Stromverbrauchsrechner in kWh umrechnen. Sie können den Fernseher jedoch auch für eine Stunde am Energiekostenmessgerät anschließen und den kWh-Verbrauch gleich am Display ablesen (falls diese Funktion existiert). Beachten Sie, dass die Verbrauchswerte je nach Einstellung der Helligkeit des Bildes schwanken können.

Computer: Da ein PC nicht immer die gleiche Menge Energie verbraucht, ist es sinnvoll die Messung einen ganzen Tag lang vorzunehmen, um möglichst alle Aufgaben die Sie täglich am Rechner bewältigen im Ergebnis einzubeziehen. Sie können auch zwischen dem sogenannten „IDLE”- bzw. Leerlauf-Modus (Zustand, in dem sich der Prozessor befindet, wenn er „nichts Anstrengendes” zu tun hat) und „Volllast” unterscheiden. Zwischen diesen zwei Zuständen kann je nach verbauter Hardware ein großer Unterschied im Verbrauch bestehen. Um den Stromverbrauch im IDLE-Modus zu testen, braucht man den PC nur hochfahren, ohne etwas zu starten. Um den Rechner voll auszulasten, muss man entweder eine geeignete Anwendung starten, oder auf extra dafür gedachte Programme zugreifen. Um mehr als einen Prozessorkern auszulasten, empfiehlt sich die Verwendung des kostenlosen Tools „Prime95“. Um die Grafikkarte, oder die Grafikeinheit auf dem Prozessor zu belasten, kann man das Programm „Rthdribl 2.0“ benutzen. Es ist zu empfehlen, beide Programme gleichzeitig zu starten, falls man den maximalen Verbrauch unter Last ermitteln möchte.

Lampen: Licht können Sie anhand der Watt-Angabe messen, die auf der Birne abzulesen ist. Die Anzahl lässt sich ebenfalls schnell mit Hilfe eines Stromverbrauchsrechners in kWh umwandeln. Es ist ratsam, den Zählerstand täglich parallel abzulesen und Werte, die man selbst ermittelt hat, davon abzuziehen. Auf diese Weise können Sie feststellen, ob insgesamt alles in Ordnung ist. Mit dieser Methode kann auch der Verbrauch von Geräten ermittelt werden, bei denen man nicht in der Lage ist, den Verbrauch mit einem Stromkostenmessgerät selbst zu erfassen. Solch ein Gerät ist etwa der Durchlauferhitzer, der nicht an eine herkömmliche Steckdose mit 220V angeschlossen ist. Auch der Energieverbrauch von Elektroherden oder Nachtspeichern kann mit einem Energiekostenmessgerät nicht direkt kontrolliert werden.

Die Regierung betonte, die Hersteller seien zur Einhaltung der selbst gemachten Angaben verpflichtet. Bisher prüfen die Länder die Angaben des Energieverbrauchsetiketts. Im vergangenen Jahr hätten neun Länder regelmäßig Labortests durchgeführt, heißt es in dem Schreiben an Künast.

Haushaltsgeräte sollen ab Januar auf den Prüfstand

Ab Januar 2016 werde der Bund aber über die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung eigene Labortests in Auftrag geben, kündigte das Wirtschaftsministerium an. Bei Produktgruppen mit wenig Erfahrungen sollten zusätzliche Erkenntnisse gewonnen und Prüfmethoden weiterentwickelt werden.

Künast sagte, auf das bisher mangelnde Wissen könne man nur mit großem Kopfschütteln reagieren. Die nun beabsichtigten Prüfungen seien überfällig.

– Wie der Stromverbrauch eines Elektrogeräts ermittelt wird, lesen Sie hier.

– Mit diesem Stromverbrauchsrechner können Sie Ihren Stromverbrauch selbst berechnen.

Von MAZonline

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