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Flotter Umgang mit Tastatur und Maus

Privatmann gibt Informatikunterricht Flotter Umgang mit Tastatur und Maus

Aus eigener Kraft konnte die Trebbiner Oberschule den Informatikunterricht nicht absichern, deshalb springt der selbstständige Informatiker André Ribbecke ein. Nach einem Jahr zeigen die Schüler, was sie gelernt haben.

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Florian Neumann (M.) und Tim Herbert (r.) präsentierten bei der Firma Wegoflex, was sie im Informatikunterricht gelernt haben.

Quelle: Elinor Wenke

Trebbin. Etwas schüchtern noch, aber nicht ohne Stolz präsentierten die Neuntklässler Florian Neumann und Tim Herbert stellvertretend für die Trebbiner Oberschüler einem erwachsenen Publikum, was sie in einem Jahr Informatikunterricht gelernt haben. Und das ist nicht selbstverständlich. Denn die Schule hat zwar ein Computerkabinett, kann aber den Informatikunterricht aus eigener Kraft nicht absichern. Angelika Sternberg ist die einzige WAT-Lehrerin. Zum einen ist sie für die Informatik nicht ausgebildet, zum anderen müssen die Klassen fürs Computerkabinett geteilt werden, was bei einer Lehrerin nicht möglich ist.

Firma und Förderverein der Schule kooperieren

Auf Initiative des Fördervereins der Schule und mit finanzieller Hilfe der Stadt und des ortsansässigen Unternehmens Wegoflex konnte im vorigen Jahr ein externer Informatiker als Lehrer gewonnen werden. André Ribbecke (31), Chef der LN System GmbH Ludwigsfelde, sichert einmal pro Woche den Informatikunterricht für alle Achtklässler ab. „In der Grundschule werden die Schüler an die Informatik herangeführt. In der 7. Klasse ist erst mal Pause, aber wenn in der 8. Klasse auch noch der IT-Lehrstoff ausfällt, wäre der Aufwand, alles nachzuholen, immens“, sagte Ribbecke.

Laut Beate Keck vom Förderverein unterstützen Stadt und Wego­flex jeweils mit 1800 Euro pro Halbjahr den Unterricht. „Seit Jahren unterstützen wir die Englisch-Kommunikation in der Kita Löwendorf sowie Aktivitäten im Sport“, sagte Wegoflex-Chef Thomas Hake, „auch Computerkenntnisse gehören heute zu den Kernkompetenzen, deshalb helfen wir gern.“ Insgeheim hofft er auf Fach- Nachwuchs für seine Firma. „Wir freuen uns, dass der Betrieb sich so um unsere Jugend bemüht“, sagte Vize-Bürgermeisterin Ina Schulze. Auch die Stadt bekenne sich trotz knapper Kassen dazu. „Für Kinder und Jugendliche ist uns fast nichts zu teuer“, sagte sie.

Umfrage zur Schulspeisung als Praxisprojekt

André Ribbecke gestaltet den IT-Unterricht praxisnah. So wertete er mit den Schülern eine Umfrage zur Schulspeisung aus. Es wurden Excel-Tabellen angelegt, Prozente, Rabatte und Mehrwertsteuer ausgerechnet, Diagramme angefertigt und kleine Rechnungen erstellt. Auch für den Praktikumsbericht und die Facharbeit in der 9. Klasse sind den Schülern die IT-Kenntnisse von großem Nutzen. „In Klasse 10 stehen die Bewerbungsschreiben an“, sagte Angelika Sternberg, die den Erfolg des Unterrichts direkt zu spüren bekommt: „Viele Dinge gehen jetzt bei den Schülern viel flotter.“ Auch Schulleiter Bernd Schill ist froh, dass er mit einem Vorzeige-Informatikunterricht punkten kann.

Land begrüßt Projekt zur Berufsorientierung

Laut Florian Engels vom brandenburgischen Bildungsministerium gibt es im Land verschiedene Modelle, bei denen externe Partner durch die Schule oder den Hort finanziert werden. Die Finanzierung von Unterricht nach Stundentafel erfolge aus Landesmitteln, bei akutem Bedarf durch die Vertretungsreserve über die Regionalstellen. Es sei jedoch möglich, dass Unterricht im Rahmen der Berufsorientierung durch Dritte begleitet wird, zum Beispiel durch IT-Experten. „Eine solche Zusammenarbeit im Rahmen der Berufsorientierung ist zu begrüßen“, so Engels.

Von Elinor Wenke

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