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Glasfaser für die letzten Meter

Breitbandausbau in OPR Glasfaser für die letzten Meter

Im Dezember wird im Landkreis die letzte Phase des Projektes „Brandenburg – Glasfaser 2020“ vollendet. Auf Initiative des Landes und mit Hilfe von EU-Geld sind dann alle Bereiche des Kreises mit einem leistungsfähigen Grundgerüst an Datenleitungen ausgestattet. Ein paar Flaschenhälse bleiben aber noch.

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Im Grunde sind die Leitungen in der Region nun schnell genug – Nur auf den letzten Metern zum Nutzer hapert es manchmal noch.

Quelle: dpa

Kyritz. Ohne leistungsfähigen Internetanschluss kann man kaum noch vernünftig arbeiten und auch manche moderne Freizeitaktivität wird schwierig. Lange Zeit hatten es Städter in der Hinsicht deutlich besser als Dorfbewohner. DSL-Leitungen beispielsweise gab es zuerst in der Stadt. Doch das hat sich geändert: In vielen Dörfern hielt die Technik zwar spät Einzug, aber dafür war sie auf dem neuesten Stand. In Kyritz gibt es inzwischen Viertel, die deutlich schlechter versorgt sind als Örtchen wie zum Beispiel Blankenberg.

„Echte weiße Flecken werden wir bei der Breitbandversorgung spätestens zum Jahresende nicht mehr haben“, sagt Christian Fahner. Er ist der Beauftragte für Breitbandausbau des Landkreises Ostprignitz-Ruppin.

Im Dezember wird im Landkreis die letzte Phase des Projektes „Brandenburg – Glasfaser 2020“ vollendet. Auf Initiative des Landes und mit Hilfe von EU-Geld sind dann alle Bereiche des Kreises mit einem leistungsfähigen Grundgerüst an Datenleitungen ausgestattet. Die Aufträge dafür waren öffentlich ausgeschrieben worden. In Ostprignitz-Ruppin erhielt ab Anfang 2014 ausschließlich die Telekom entsprechende Zuschläge. Andere Bewerber gab es auch kaum.

Bislang lag die Unterversorgung vieler Ortschaften schon daran, dass leistungsfähige Leitungen zwischen den zentralen Internetknoten und den lokalen Netzen fehlten. Demnächst ist auf diesen Abschnitten nun der antiquierte Kupferdraht durchgehend durch die viel leistungsfähigere Glasfaser ersetzt. Zumindest dieser Flaschenhals verschwindet. „Da haben wir einen gewaltigen Sprung gemacht“, schätzt Christian Fahner ein. „Wir sind sehr zufrieden damit, wie das gelaufen ist. Aber es bleibt eben noch viel zu tun.“

Drei Stufen des Netzausbaus

Das klassische Telefonnetz beruht auf Kupferdraht. Er diente als Verbindung sowohl zwischen den Vermittlungsstellen und den örtlichen Netzen als auch für die Datenübertragung in diesen Netzen selbst. Typische Verbindungsgeschwindigkeiten reichten bis etwa 16 Megabit pro Sekunde.

In den vergangenen Jahren wurde das Kupfer zwischen den Vermittlungsstellen und den örtlichen Netzen komplett durch die viel leistungsfähigere Glasfaser ersetzt. Vom örtlichen Verteilerkasten zum Hausanschluss liegt zwar immer noch Draht, jedoch sind schon Verbindungen mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde möglich – aber eben nur über kurze Strecken.

Ziel ist es, auch diese letzten Meter Draht durch optische Leitungen zu ersetzen. Die Leistung könnte auf das Zehn- bis 20-fache steigen. Die Telekom spricht von bis zu 1000 Megabit pro Sekunde.

Denn dass trotz allem noch nicht jedes Haus mit zeitgemäßer Bandbreite versorgt ist, liegt an den berühmten letzten Metern. Für sie werden meist immer noch Kupferleitungen genutzt und die haben handfeste technische Nachteile – vor allem, wenn die letzten Meter doch etwas länger sind. „Das müssen wir in den nächsten Jahren angehen, um zukunftsfähige Netze zu erhalten“, betont Christian Fahner. FTTH – „Fiber To The Home“ heißt das Stichwort. Glasfaser soll auch die letzten Kupferdrähte ersetzen, damit ein Datendurchsatz von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zum allgemeinen Standard wird.

Gerade hat der Bundestag ein erstes Förderprogramm für diese Aufgabe beschlossen. „Jetzt müssen die Kommunen aktiv werden“, sagt Christian Fahner. Sie können selbst als Bauherr und Betreiber der neuen Ortsnetze auftreten oder Aufträge zum Ausbau an kommerzielle Netzbetreiber vergeben. Bund und Länder übernehmen bis zu 90 Prozent der Kosten, damit nun auch die noch bestehenden Engpässe auf örtlicher Ebene beseitigt werden. Christian Fahner ist sich sicher: „Das Thema Breitband wird nicht in der Schublade verschwinden.“

Von Alexander Beckmann

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