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In Netzeband leuchtet die Sonne auch nachts

Speicher für Solarstrom In Netzeband leuchtet die Sonne auch nachts

Fehlende Speicherfähigkeit ist die Achillesferse erneuerbarer Energien. Dass es auch anders geht, zeit der Ingenieur Dieter Adomeit in seinem Firmensitz in Netzeband. Dort erzeugt er nicht nur Strom mit Solarzellen, er kann ihn auch speichern. Dank der Akkumulatoren ist seine Firma im Sommerhalbjahr unabhängig vom Stromnetz und kann auch noch Strom verkaufen.

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Dieter Adomeit speichert in Netzeband seinen Solarstrom.

Quelle: Peter Geisler

Netzeband. Elektrischer Strom nur dann, wenn der Wind weht oder wenn die Sonne scheint? Nicht mit Dieter Adomeit. Der Ingenieur und Firmenchef hat an seinem Firmensitz in Netzeband Sonnenstrom grundlastfähig gemacht und damit den größten Nachteil erneuerbarer Energien überwunden – zumindest im Kleinen. Sein großes Firmengebäude wird mit Solarenergie betrieben. In den Hallen lässt Adomeit unter anderem Oldtimer restaurieren und technisch anspruchsvolle dreirädrige Lastenfahrräder, so genannte Veleons, herstellen.

Dieter Adomeit speichert den Öko-Strom in großen Blei-Gel-Akkumulatoren. Wenn im Sommer bald wieder die Sonne aufs Hallendach knallt, sind die Batterien schon um 13 Uhr voll. 250 Kilowatt ist die Spitzenleistung der Solar-Großanlage auf dem Dach. Rund 90 Prozent davon verkauft der Unternehmer ins Stromnetz. Die restlichen zehn Prozent entsprechen in etwa seinem Jahresverbrauch in Netzeband. „Weil nachts die Sonne nicht scheint“, habe er aber anfangs nur etwa die Hälfte dieses freien Stromkontingents nutzen können – deshalb kam er auf die Idee mit den Akkus.

Elektrischer Strom kann gespeichert werden

Fünf bis sieben Jahre halten die Batterien und kosten rund 4500 Euro. Lithium-Ionen-Akkus wären sogar bis zu 20 Jahre haltbar. Wechselrichter „zerhacken“ den Gleichstrom in Wechselstrom.

Das Entscheidende und weitaus Teuerste an der Anlage ist aber die Regelungstechnik. Ein Computer identifiziert Tag und Nacht die Verbraucher und lenkt den Stromfluss – tags aus den Solarzellen, nachts aus den Batterien. „Von März bis Oktober bin ich praktisch autark“, sagt Dieter Adomeit. Erst im Herbst werden die Batterien tagsüber nicht mehr voll,bleiben aber im Liefermodus jedoch mit geringerer Kapazität.

Nach acht bis zehn Jahren habe sich die Anlage amortisiert, sagt der Geschäftsmann. Am Netz ist das „Kraftwerk Netzeband“ seit 2012.

Dieter Adomeit begeistert sich für ausgefallene technische Lösungen

Dieter Adomeit begeistert sich für ausgefallene technische Lösungen – bei Fahrrädern ebenso wie bei alten Automobilen – und bei der umweltfreundlichen Energiegewinnung. „Meine Beschäftigung damit hat dazu geführt, dass ich heute ein Beratungsbüro für diese Technik betreibe“, sagt der 68-Jährige.

Gefertigt werden die hier verwendeten Stromspeicheranlagen im fränkischen Schweinfurt. Ursprünglich wollte Dieter Adomeit sie auch in Brandenburg vermarkten, zusammen mit einer Neuruppiner Firma. Rund 100 Interessenten hatten sich schon gemeldet, doch die Vermarktung bei seinem Partner verlief nur halbherzig – so nahm Adomeit Abstand von den großen Plänen. Immerhin aber dient seine Anlage in Netzeband als Referenzobjekt. „Ich habe mit Neuruppin in Bayern um Kunden geworben“, sagt der private Stromerzeuger nicht ohne Stolz. Und hat beim Blick aus dem Fenster schon die nächste Idee: 55 000 Liter fasst der Teich vor dem Firmengebäude. Daraus könnt man einen Wärmespeicher für die Heizung machen – einen Akkumulator von noch ganz anderen Ausmaßen.

Von Christian Schmettow

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