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Newtopia braucht mehr Sexappeal

Pioniere gekauft - Sat.1 weist Vorwurf zurück Newtopia braucht mehr Sexappeal

Attraktive Frauen zwischen 23 und 35 Jahren gesucht, möglichst gebildet bitte - was klingt wie eine Er-sucht-Sie-Stellenanzeige, ist die verzweifelte Suche nach neuen Newtopia-Pionieren mit möglichst viel Sexappeal. Doch die Produktionsfirma Talpa beschäftigt sich nicht selbst damit, sie hat professionelle Hilfe geordert.

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Quelle: Sat.1

Zeesen. Newtopia, schöne (neue) Welt. Schöne (neue) Gesellschaft. Schön gecastet. Was als TV-Experiment startete, in dem sich scheinbar die Nachbarn von nebenan zusammentun, um eine alternative Gesellschaft am Rande von Zeesen, einem kleinen Ort in Dahme-Spreewald, aufzubauen, entpuppt sich weiter als Faketopia.

Zugegeben, die Produktionsfirma Talpa hat es nicht leicht. Kaum ist ein Pionier nachgerückt, verlässt er die Fernsehshow schon wieder. Die Liste mit Namen ist lang – Yasin der #Teebeutel, Sebastian der begnadete Handwerker, Diellza die Zicke, Candy der Drogenschmuggler. Sie sind alle raus, meistens freiwillig. Auch Adrian, der homosexuelle Veganer hat sich am Freitag verabschiedet. „Es war ne coole Zeit und ich gehe nun. Wir müssen nicht tun, als wäre jemand gestorben – wir sehen uns wieder“, sagte er zum Abschied.

Castingagentur sucht nach neuen Kandidatinnen

Die Quoten sind seit Wochen im Sinkflug. Nun sollen neue Kandidaten nachrücken, die möglichst viel Sexappeal mitbringen und das Ruder des sinkenden Schiffes Newtopia in letzter Sekunde umreißen. „Wir suchen für Newtopia noch attraktive Frauen zwischen 23-35 Jahren, die gebildet und im besten Fallen auch noch handwerklich begabt sind“, schreibt Jasmine W. auf Facebook in einer geschlossenen Gruppe, in der Berliner Jobs angeboten werden. Die junge Frau arbeitet allerdings nicht bei Talpa, sondern bei einer Castingagentur, schreibt sie auf Nachfrage.

Frauen sind bei Newtopia Mangelware. Deshalb sucht die Angestellte einer Castingagentur nach Neuzugängen.

Quelle: Facebook / Screenshot

Sie scheint fündig geworden zu sein, denn der Beitrag ist inzwischen gelöscht und eine Brünette, Pia, und eine Schwarzhaarige, Vika, sind am Montagmorgen bei Newtopia eingezogen. Immerhin: Sie sollen bis Februar 2016 verfügbar sein. Ob es die Sendung bis dahin schafft, ist allerdings fraglich. Erst vor wenigen Tagen war Enrico eingezogen und offenbarte ganz nebenbei, dass die Hälfte der Mitarbeiter hinter den Kulissen bereits abgezogen worden sei.

Die Jobcommunity bei Facebook ist genervt. Der Eintrag habe gegen die Gleichstellung verstoßen, Newtopia sei ohnehin kein ernstzunehmendes Format und man brauche langfristig eine einsame Insel – ein normaler Alltag wäre nach der Sendung schließlich nur noch mit „Tüte über dem Kopf“ möglich. Ein Nutzer glaubte, die Castingagentur-Angestellte sei mit ihrer Anfrage in der falschen Gruppe gelandet. Bei Newtopia erhalte man offiziell kein Geld. Oder doch? "Ja die bekommen etwas", antwortet Jasmine W. Das werde jedoch mit der Produktionsfirma abgesprochen. Sie selbst habe keinen Einfluss darauf.

Der Zuspruch fällt in der Gruppe gering aus.

Quelle: Facebook / Screenshot

Ausgewogener Kandidaten-Mix soll Quote bringen

Das Bewerbungsprozedere ist einfach: Anschreiben, Termin mit der Castingagentur ausmachen, Video aufnehmen, warten. Denn Talpa entscheidet in letzter Instanz darüber, ob ein Kandidat passt. Möglichst polarisierend sollte er sein, das hat sich in der Vergangenheit bereits gezeigt. Die Kandidaten sollen Würze in das fade Konzept bringen, in dem die Pioniere bisher den halben Tag mit Zigarettenpausen vergeuden.

Pionierin Kate ist bereits erprobt im Umgang mit der Kamera.

Quelle: Sat.1

Das Geschäft ist nicht neu. In der Regel beauftragen Produktionsfirmen Castingagenturen für (Scripted) Reality-Formate. Der perfekte Kandidaten-Mix schafft eine Dynamik in der Gruppe. Eine, die Newtopia oft fehlte. Dabei hatten sich die Agenturen auch schon vorher viel Mühe gegeben. Pionierin Kate beispielsweise ist bereits erfahren im Umgang mit Medien. Bei „Das perfekte Date“ suchte sie nach ihrem Traummann, in „Date my Style“ auf Vox zeigte sie ihre Kurven, bei „Achtung, Kontrolle“ flimmerte sie über den Bildschirm und bei „Das perfekte Dinner“ zeigte sie ihre Kochkünste. Ist das die Nachbarin von nebenan, die nun eine neue Gesellschaft gründen möchte?

Sat.1: "Jeder hat die Chance mitzumachen"

Eine Sprecherin von Sat.1 weist den Vorwurf, die Kandidaten seien gekauft, zurück. Zwar liege die Auswahl der Bewerber in der Hand der Produktionsfirma Talpa, doch "jede einzelne Castingagentur klappern weder Talpa noch wir ab", sagt sie. Manchmal komme es aber vor, etwa bei Kate, dass die Pioniere schon in Einzelformaten aufgetreten seien. Prinzipiell wolle man diese Überschneidungen aber verhindern.

Der Bewerbungsprozess, so die Sprecherin, sei aufwändig. Es gebe sogar eine extra Abteilung dafür. "Jeder hat die Chance mitzumachen", sagt die Sat.1-Sprecherin gegenüber MAZonline. Allerdings müssten die Kandidaten auch passen. Bei Kate sei das der Fall gewesen - trotz Auftritte in anderen Sendungen. Im Reality-TV Newtopia solle sie aber ganz sie selbst sein. Rund um die Uhr könne sich letztlich keiner verstellen, heißt es.

Von MAZonline

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